Bildung 15.08.2003, 18:26 Uhr

Aufstiegsübungen für die Elite von morgen

Summer School statt Sommerferien. Nach dieser Devise richten sich immer mehr karrierebewusste Studenten und High Potentials in den ersten Berufsjahren. Hochschulen und Forschungszentren bieten ein- bis zweiwöchige Fachkurse an. Doch auch der politische und wirtschaftliche Führungsnachwuchs wird in den Ferienkursen gefördert.

Karrierebewusste Studenten und High Potentials in den ersten Berufsjahren nutzen sie gern: die Sommer School. Hochschulen und Forschungszentren bieten ein- bis zweiwöchige Fachkurse etwa über mathematische Modelle für technische Prozesse (TU Freiberg) oder über das Neueste in der Reaktorphysik (FZ Karlsruhe). Oft machen Berufsverbände oder Firmen mit, so bei der „Dresdner Sommerschule für Mikroelektronik“.
Wenn der Wissenschaftsstandort D international mithalten will, muss er gerade auch in der Sommersaison Flagge zeigen, Alternativen zumal zu angelsächsischen Ferienkursen offerieren. Und das müssen keine Billigangebote sein: Die reinen Gebühren ohne Quartier liegen hierzulande mitunter deutlich über 1000 `.
Ganz anders die gemeinsame „Ferien-Akademie“ der TU München und ihrer Schwesterhochschulen Stuttgart und Erlangen-Nürnberg. Sie richtet sich ganz nach innen, an besonders tüchtige Studierende, und wird von großzügigen Gönnern finanziert. An zwölf Kursen etwa über „Methoden zur Produktinnovation“ oder die „Ethik der Technik“ nehmen jeweils ein gutes Dutzend Hochschüler teil. Die Auswahl treffen die Professoren. Die Veranstaltung findet seit fast zwanzig Jahren in Südtirol statt. Das Ganze hat schon vor dem Berufseinstieg etwas von Incentives für die Besten. Zur Abwechslung ist übrigens Bergsteigen inbegriffen. Die Strapazen des Aufstiegs und das Gefühl, ganz oben zu sein, das lässt sich gar nicht früh genug ausprobieren.
Die Summer School gewinnt noch an Exklusivität, wenn die Bewerber von persönlichen „Mentoren“ oder „Nominatoren“ vorgeschlagen werden müssen. Eine derartige Vorauswahl gibt es z. B. bei der „SommerAkademie Europa“, die die beiden großen Stiftungen Bertelsmann und Nixdorf zusammen mit der Uni München nun schon zum fünften Mal im Kloster Seeon im Chiemgau durchführen. Die Akademie richtet sich ausdrücklich an den „Führungsnachwuchs“ aus Deutschland und der EU, jeweils rund vierzig jüngere Mitarbeiter von Politikern, aus Strategieabteilungen internationaler Unternehmen und von tonangebenden Medien. Prominente Politikwissenschaftler stellen die neuesten Konzepte für die Weiterentwicklung der Union zur Diskussion.
Am weitesten geht bislang die Bucerius Summer School, ein Projekt aus der Stiftung des Hamburger Großverlegers. Die Zielgruppe ist die gleiche wie beim Chiemgauer Treffen, allerdings werden die Teilnehmer weltweit ausgewählt. Auch das Nominierungsverfahren ist vergleichbar. In diesem Jahr kamen 50 von insgesamt 300 Vorgeschlagenen zum Zuge, übrigens überwiegend Frauen.
Einige Teilnehmer wurden schon von Ehemaligen der ersten beiden Jahrgänge ins Spiel gebracht. So zum Beispiel der Elektroingenieur Mario Nullmeier, der E.ON in Polen vertritt.
Der Geschäftsführer der Stiftung, Michael Göring, verfolgt erklärtermaßen die Absicht, „die sich herausbildende globale Führungsschicht mitzuformen, ihre Aufmerksamkeit für den Standort Deutschland zu gewinnen.“ Göring spricht von seinen Sommerschülern gern als „young leaders“. Jedenfalls die meisten Deutschen unter ihnen wollen sich öffentlich nicht so sehen.
„Die berufliche Karriere lässt sich doch so nicht planen, schon morgen kann sie unverhofft zu Ende sein“, bemerkt eine Teilnehmerin. Doch das ist zu karrieristisch gedacht. Denn das Leadership-Konzept in der amerikanischen Bildungstheorie und Erziehungspraxis zielt keineswegs primär auf den privaten Erfolg im Beruf, vielmehr auf Persönlichkeiten, die sich aus Bürgersinn für öffentliche Belange engagieren. Es gibt daher noch reichlich Stoff für viele Summer Schools hierzulande.
  HERMANN HORSTKOTTE

Ein Beitrag von:

  • Hermann Horstkotte

    Hermann Horstkotte ist freier Journalist und  lehrte als Privatdozent an der RWTH Aachen. In Bonn arbeitet er als Bildungs- und Wissenschaftsjournalist.

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