Nachwuchsförderung

Zwischen Party und Patent  

VDI nachrichten, Bremerhaven, 30. 5. 08, jul – Wissenschaft macht Spaß. Das war die wichtigste Botschaft des diesjährigen Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“. Die 190 Endrunden-Teilnehmer präsentierten in Bremerhaven im Einklang von Forschen und Feiern hochkarätige wissenschaftliche und technische Arbeiten.

Sie sind schlau und wissbegierig zugleich. Sie entwickeln geniale Ideen und beschäftigen sich mit Themen, denen selbst wissenschaftlich versierte Erwachsene teilweise nur mühsam folgen können. 190 Nachwuchstalente aus ganz Deutschland haben zudem in Bremerhaven beim 43. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ eindrucksvoll mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Naturwissenschaften für Auszubildende und Schüler nur wenig „sexy“ sind. Vier Tage lang stellten die 14- bis 21-Jährigen eindrucksvoll unter Beweis, wieviel Spaß es machen kann, zur kommenden Elite in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zu gehören.

„Darf ich Ihnen meine Arbeit erklären?“ So wie Milad Mafi sind auch die übrigen „JuFos“, wie sich die Jungforscher selbst nennen, Profis im offensiven Umgang mit der Öffentlichkeit und dem Vermarkten ihrer Ideen. Begeistert wie andere 16-Jährige spricht Milad über die Formel 1 – mit einem Unterschied: Er hat über das bloße Fan-Interesse für die Autorennen hinaus Untersuchungen über aerodynamische Prozesse an den schnellen Flitzern angestellt, für ihre numerische Simulation nicht nur ein Programm, sondern auch gleich einen Rechner entwickelt – und mit seinen Vorschlägen für eine Optimierung bereits vor der Teilnahme am Bundeswettbewerb die Unterstützung eines namhaften Autoherstellers aus Fernost gewonnen. Dass er dafür „nur“ den dritten Preis im Bereich Physik davon trug, spricht Bände über die Qualität der übrigen Arbeiten.

Wie ein roter Faden zieht es sich beim diesjährigen Wettbewerb durch fast alle der sieben Themenbereiche (Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik), dass entweder praxisnahe Entwicklungen oder Projekte mit zukunftsweisenden technologischen Ansätzen den Sieg davontrugen.

Richtungsweisend könnte die Idee der Chemie-Bundessieger sein – die Braunschweiger Jannes Gladrow (19) Michael Noll (17) und Dominik Hangleiter (18) legten mit ihrer Arbeit über eine „Reversible holografische Datenspeicherung mit Spiropyranderivaten“ die mögliche Grundlage für eine neue Generation von optischer Speichermedien.

Absolut praxisorientiert ist beispielsweise das beste Projekt aus der Arbeitswelt: Die beiden Auszubildenden Dominik Rupp (18) und Bernhard Strobl (21) fanden buchstäblich den richtigen Dreh. Ihr Spezialwerkzeug zum Schneiden eines Außengewindes „stellt eine Arbeitserleichterung dar, die im gesamten metallverarbeitenden Handwerk dankbar aufgenommen werden wird“, heißt es in der Begründung der Jury.

Dass die Bayern Rupp und Strobl im roten Karohemd und mit Lederhose zur Preisverleihung erschienen, symbolisiert den Wandel von „Jugend forscht“ seit der ersten Initiative vor 43 Jahren. Galten die JuFos über Jahrzehnte in ihren Schulklassen eher als introvertiert und entrückt, erwiesen sich in Bremerhaven selbst scheinbar trockene „Betrachtungen über sich berührende, aber nicht überschneidende Ford-Kreise“ (Bundessieger Mathematik) als echte Flirtfaktoren. Denn schließlich steht die neue Generation der Forscherelite mitten im Leben und bewegt sich ohne zu stocken zwischen Party und Patent.

Dieses neue Gefühl für Wissenschaft und Technik zu stärken, war auch der Grund, warum sich mit den Unternehmensverbänden im Land Bremen erstmals eine komplette Wirtschaftsorganisation als Pate hinter den Bundeswettbewerb stellte. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses ist“, sagt der Bremerhavener Unternehmer und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Denn die Wissenschaft ist eine der Säulen des Strukturwandels, der sich gerade bei uns vollzieht.“

Trotz dieser tragenden Rolle zeigten Wissenschaft und Technik beim Bundeswettbewerb in vielen kleinen Szenen ein durch und durch menschliches Gesicht. Der 14-Jährige Alexander Willer hätte beinahe den Termin mit der Jury verschlafen – ohne Frühstück und vom eiligen Aufbruch aus dem Hotel abgehetzt, legte er dann einen so überzeugenden Auftritt hin, dass er für seinen einfachen, aber überzeugenden Ozongenerator aus dem Stand einen mit 1250 € dotierten Sonderpreis abräumte. WOLFGANG HEUMER

www.jugend-forscht.de

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