Hochschule

Zukunft trifft auf Tradition

VDI nachrichten, Stuttgart, 3. 12. 04 -Martin Kühn fühlt sich in seinen großen Schuhen wohl. Der Windenergie-Professor empfindet die Fußstapfen seines legendären Vorgängers Ulrich Hütter mehr als Herausforderung denn als Belastung. Heute stehe man vor anderen Herausforderungen als noch in den Pioniertagen der Windenergie.

Deutschland hat seinen ersten Windenergieprofessor. Prof. Martin Kühn hielt vor wenigen Wochen seine Antrittsvorlesung an der Universität Stuttgart. Im Januar diesen Jahres wurde der 41-jährige Ingenieur auf den bundesweit ersten Lehrstuhl für Windenergie am Institut für Flugzeugbau der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik und Geodäsie der Universität Stuttgart berufen.
Damit kehrte die Windenergieforschung an ihre Geburtsstätte zurück. „Mit dieser Professur soll die Tradition der Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Windenergie von Prof. Ulrich Hütter fortgesetzt werden“, betont der Stifter des Lehrstuhls Karl Schlecht, der in den 50er-Jahren an der damaligen Technischen Universität Stuttgart bei Hütter studierte. Hütter, langjähriger Direktor des Instituts für Flugzeugbau, hatte bereits 1942 in seiner Dissertation die theoretischen Grundlagen zu einer „Freifahrenden Turbine“ beschrieben. Daraus entwickelte er die legendäre Windenergieanlage WE 10 mit einem 11 m langen Rotorblatt, das man heute noch vor dem Institutsgebäude bestaunen kann.
Es sind also große Schuhe, in die Martin Kühn schlüpft. Ihn schreckt das nicht, er will das Windrad nicht neu erfinden. Heute stehe man vor ganz anderen Herausforderungen als noch in den Pioniertagen der Windenergie, betont er. „Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist in der Regel immer noch teurer als die konventionelle Stromerzeugung. Wir müssen also die Kosten pro Kilowattstunde reduzieren.“ Mit der Netzintegration und der Regelbarkeit von großen Offshore-Parks identifiziert Kühn weitere Forschungsfelder.
Ein Programm mit Bodenhaftung, dem sich der Neue stellt. Einen starken Bezug zur Realität hat auch die von Kühn angebotene Lehre. „Ich will einen praxisnahen Unterricht.“ Er selbst flüchtete seinerzeit vor dem theorielastigen Maschinenbaustudium in Hannover an die Technischen Universitäten in Berlin und Delft. Eine Erfahrung, die Kühn geprägt hat: „Gute Didaktik ist wichtig. Wir probieren auch neue Lernformen aus und machen viel Projektunterricht. Um der Komplexität gerecht zu werden, aber auch, um die Studenten für den Markt auszubilden.“ Insbesondere müsse in der Windenergie das Zusammenspiel von Aspekten wie Aerodynamik, Festigkeit und Leistungselektronik verstanden werden.
Die Praxisnähe wird von den Studenten gesucht. Im ersten Semester im April diesen Jahres begann Kühn mit 20 Studenten, von denen er 16 jetzt im zweiten Semester wiedersah. Das Fach Windenergie kann in Stuttgart im Rahmen des Studiums der Luft- und Raumfahrttechnik als Vertiefungsschwerpunkt gewählt werden. Wählen die Studierenden Windenergietechnik als Vertiefungsfach, können sie bei Kühn auch ihre Diplomarbeit schreiben.
„Die Technik ist interessant“, sagt Thomas Breitweg. Der Student fühlt sich aber auch noch zusätzlich motiviert: „In der Umwelt- und Energiepolitik müssen wir neue Wege gehen.“ Die direkte und schnelle Umsetzung innovativer Konzepte in marktreife Produkte fasziniert Ursula Bartenschlager, wie Breitweg studiert sie im neunten Semester Luft- und Raumfahrttechnik. Bartenschlager sieht gute Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland, einem Land, das sowohl wirtschaftlich wie technologisch den weltweiten Windenergiemarkt anführt. Aufgrund persönlicher Verbindungen kann sie sich auch einen Einsatz in Ländern der südlichen Sahelzone vorstellen.
Letzteres ist ganz nach Kühns Geschmack. „In der Windenergiebranche geht es in Zukunft ums internationale Geschäft. In Deutschland ist der Zenit der Projektierung überschritten. In anderen europäischen Ländern sowie in China und Indien ist die Windkraft stark im Aufschwung.“ Das präge die Berufsaussichten, die Kühn für Ingenieure nach wie vor als gut bezeichnet: „Gefragt ist hohe Kommunikationskompetenz, beste Kenntnisse der englischen Sprache und die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen.“ JÖRN IKEN

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