Nachwuchsförderung

„Wir sind unserer Zeit voraus!“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 3. 07, sta – Seit 2003 sucht das Bildungs- und Forschungsministerium mit dem Wettbewerb „Jugend gründet“ talentierte Nachwuchsunternehmer. Phase I der jüngsten Auflage ist abgeschlossen. Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren waren aufgerufen, eigene Ideen in Businesspläne zu überführen. Die zehn besten Teams stellten ihre Ergebnisse in Düsseldorf vor. Sie hatten sich gegen knapp 900 konkurrierende Gruppen durchgesetzt.

Nicht weniger als eine Revolution in der globalen Kommunikation will die United Mobile GmbH vom Zaum brechen. Das Unternehmen hat sich vorgenommen, Handys mit integrierter Simultanübersetzung zu vermarkten. „Mit unserem Produkt Easytalk werden Sprachbarrieren in aller Welt beseitigt“, prophezeit die Sprecherin Tatiana Sansieva. „Profitieren können davon nicht nur Privatleute im Urlaub. Auch Unternehmer auf Geschäftsreise oder Politiker im Auslandseinsatz sind künftig nicht länger auf Dolmetscher angewiesen.“

Die Mitgründrinnen Aleksandra und Petya Aleksandrova erklären Details: „Technologische Basis sind bereits existierende Mikrochips. Wir wollen sie dahin gehend verbessern, dass sie schnell und präzise aus und in 33 Sprachen übersetzen können.“ Die Zwillingsschwestern geben ein Nutzungsbeispiel: Wenn ein Japaner ein Hotel in Deutschland buchen wolle, könne er den Reservierungswunsch in seiner Muttersprache äußern. Auf der anderen Seite der Telefonverbindung komme eine computergenerierte Übersetzung an. „Vermarktet werden soll die Innovation über Kooperationen mit großen Handyherstellern.“

Die drei Schülerinnen eines deutschen Gymnasiums in Sofia traten mit ihrer Idee im Zwischenfinale des Wettbewerbs „Jugend gründet“ gegen neun andere Teams an. Am Ende der jeweils vierminütigen Präsentationen schaffte es das Trio auf Platz 7. Für den Sprung auf das Siegertreppchen reichte es nicht. Vermutlich fehlten der Jury nähere Angaben zum Kapitalbedarf und zur Ertragsperspektive. An Teamgeist jedenfalls mangelte es nicht. Im perfekten Kanon riefen die 17- bis 18-Jährigen ihren Zuhörern am Ende ihrer Vorstellung zu: „Easytalk vereint die Welt!“

Auf Platz fünf des Wettbewerbs landete die sechsköpfige PiezoPowerProducts GmbH. Ihr Slogan: „Aus Druck wird Strom!“ Dahinter steckt die Idee, Energie mit Hilfe von piezoelektrischen Keramiken zu erzeugen. Diese besitzen von Natur aus die Eigenschaft, mechanischen Druck in elektrische Spannung umzuwandeln. „Unser Plan ist, spezielle Piezo-Platten in Kaufhäusern, unter Tanzflächen oder an Bahnsteigen zu verlegen“, erklärt Sprecher Yves Büttner. Jeder Fußtritt werde dann vor Ort in nutzbare Energie umgewandelt. Auch der Einsatz auf Auto- oder Landebahnen sei denkbar. Hier sei die Belastungsfrequenz zwar geringer, der Druck aber wesentlich höher.

Das Team vom Maximilian-Kolbe-Gymnasium hat die Erfolgsaussichten seiner Idee genau durchgerechnet. „Die Platten kann man schon kaufen“, so Büttner. „Wir müssten für eine Fläche von 1500 m2 etwa 525 000 € investieren. Dem Kunden würden wir inklusive Einbau rund 930 000 € in Rechnung stellen.“ Entsprechend schnell könne das Jungunternehmen schwarze Zahlen schreiben. „Für Abnehmer rechnet sich die Investition aber auch. Sie erreichen den Break-even-Point bereits nach etwa sechs Jahren.“ In das Kalkül seien aktuelle Kennzahlen der Energie-Einspeise-Verordnung sowie Verkehrserhebungen und Studien zu Passantenbewegungen eingeflossen.

Über den ersten Platz im Wettbewerb freute sich das Unternehmen Optilux. Ins Leben gerufen wurde es von einem Quartett der Internatsschule Schloss Hansenberg im hessischen Geisenheim. Diese Einrichtung stellte gleich drei Teams unter den Top 10.

Optilux entwickelt neuartige Straßenlaternen auf Basis der energiesparenden LED-Technik. Ein besonderer Clou: Die Laternen sollen nur so hell strahlen wie es die natürlichen Lichtverhältnisse verlangen. „Dazu nutzen wir eingebaute Lichtsensoren“, erklärt Gründer Garry Spanz. „Außerdem sollen sie nur dort in Betrieb sein, wo sie wirklich benötigt werden“, ergänzt Teamkollege Fabian Maier. „Das realisieren wir über Bewegungsmelder. Dort, wo sich etwas bewegt, schaltet sich das System automatisch an. Um dem Straßenbenutzer eine Vorausschau zu ermöglichen, werden außerdem die Laternen aktiviert, die in Richtung seiner Bewegung aufgestellt sind. Die entsprechende Datenübertragung könne über das vorhandene Stromnetz ablaufen. „Wir setzen also auf bestehenden Strukturen auf“, so Mitgründer Jonas Hausruckinger. „Das senkt den Investitionsbedarf interessierter Kommunen.“ Die Idee zu den Laternen sei schon weit vor der aktuellen Klimadebatte entstanden, unterstreicht Leonard Wein als vierter im Gründerquartett. „Wie sind unserer Zeit eben weit voraus!“

In der nun folgenden zweiten Wettbewerbsphase sind alle Teams aufgerufen, sich in einem Planspiel zu bewähren. Online wird ihr Unternehmen mit fiktiven Problemsituationen konfrontiert, die geschickt gelöst werden müssen. Auf die Sieger wartet eine Reise ins Silicon Valley, Kalifornien. Die Zweitplatzierten können sich noch auf je einen Laptop freuen. S. ASCHE

Auch echte Investoren hätten Freude gehabt an den Präsentationen der „Gründer“

 

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