Technikunterricht

Wir brauchen die kontinuierliche Arbeit auf zukunftsträchtigen Gebieten

Für Johannes Rau sind die Leistungen der Ingenieure für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Generelle Technikfeindlichkeit sieht Rau im folgenden Interview mit den VDI nachrichten nicht, wohl aber Skepsis gegenüber bestimmten Technologien. Der Ethik-Kodex des VDI gebe gute Hinweise über die richtige Entwicklung.

VDI nachrichten: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist momentan mit über 4,5 Millionen Personen, darunter 56 000 Ingenieure, so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr, und der Konjunkturmotor möchte auch noch nicht so recht anspringen. Welche Signale, Botschaften erwarten Sie vom Deutschen Ingenieurtag 2003, an dem Sie als Ehrengast teilnehmen, in diesem wirtschaftlich schwierigen Umfeld?
Bundespräsident: Mir ist wichtig, dass die jungen Menschen, die noch vor der Berufsentscheidung stehen, diese Zahlen richtig einordnen. Es gibt arbeitslose Ingenieure, prozentual gesehen ist die Arbeitslosenquote bei Ingenieuren aber relativ gering. Die großen wirtschaftlichen Erfolge deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt wären ohne die Leistungen der Ingenieure völlig undenkbar. Darum brauchen wir auch künftig viele gut ausgebildete Ingenieure.
VDI nachrichten: Ein Ruck soll durch Deutschland gehen, so eine häufig wiederholte Forderung. Brauchen wir statt Aufrufen und Plakaten nicht eher faszinierende Leitprojekte?
Bundespräsident: Mit dem „Ruck“ ist es wie mit dem Gürtel, der enger geschnallt werden soll. Jeder glaubt, nicht er, sondern andere seien gemeint. Wir brauchen kein eigenes „Apollo-Programm“. „Technik made in Germany“ ist weltweit auch heute noch ein anerkanntes Markenzeichen. Wir brauchen die kontinuierliche Weiterarbeit auf vielen zukunftsträchtigen Gebieten, von der Nanotechnik und der Informationstechnik über die Biotechnologie, Elektronik und Energietechnik, der Optik und in vielen anderen Bereichen. So schlecht, wie manche uns glauben darstellen zu sollen, stehen wir ja wahrlich nicht da. Weniger Jammern und mehr Konzentration auf das Wesentliche brächte uns schon einen großen Schritt voran.
VDI nachrichten: Wie schätzen Sie die These ein: Es gibt in Deutschland keine Probleme mit der Technik-Akzeptanz, eher mit denen, die die Technik verkaufen sollen?
Bundespräsident: In der Tat gibt es in Deutschland keine verbreitete Technikfeindlichkeit, das zeigen alle einschlägigen Untersuchungen. Die Mehrheit der Menschen will aber – die einen schnell, die anderen schrittweise – auf die Atomenergie verzichten, weil sie sie für zu gefährlich und auf Dauer nicht verantwortbar halten. Viele Menschen lehnen auch bestimmte Formen und Ziele der Gentechnik ab. All das ist ein Zeichen für differenzierte Urteile und kein Zeichen für Technikfeindlichkeit.
VDI nachrichten: Welche Erwartungshaltung haben Sie gegenüber Ingenieuren?
Bundespräsident: Ingenieure stehen oft besonders im Spannungsfeld zwischen Unternehmens- und Kundeninteressen und dem allgemeinen Interesse am Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ingenieure arbeiten aber auch dafür, dass wir die Energie- und die Ressourcenproduktivität steigern, also den Naturverbrauch für das Herstellen von Gütern und Dienstleistungen verringern. Der Ethik-Kodex, den der VDI verabschiedet hat, gibt gute Hinweise.
VDI nachrichten: Wie soll man in Deutschland angesichts der Ergebnisse der „Pisa-Studie“ Hightech-Produkte entwickeln und produzieren?
Bundespräsident: Die Pisa-Studie hat gezeigt, dass vor allem der naturwissenschaftliche Unterricht in Deutschland abwechslungsreicher und damit attraktiver werden muss. Da sind uns andere Länder voraus. Man darf aber auch ruhig sagen, dass Deutschland heute beim Handel mit hochtechnologischen Waren in der Welt an dritter Stelle steht. So schlecht können Ausbildung, Forschung und Entwicklung aber nicht sein, wenn mehr als ein Drittel aller ausländischen Studierenden an unseren Hochschulen in den technischen Fächern eingeschrieben sind.

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