Plattform Students4Hospitals

Wie Studierende der ETH Zürich den Kampf gegen das Coronavirus aufnehmen

Studierende können zwar aktuell keine Vorlesungen besuchen, aber sie können sich im Kampf gegen das Coronavirus engagieren. Wie die ETH-Studierenden in der Schweiz: Sie haben die neue Online-Plattform “Students4Hospitals” gegründet.

Luftbild ETH Zentrum.

Luftbild ETH Zentrum.

Foto: ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Studierende aller Fachrichtungen sind aufgerufen, sich auf der neuen Internetplattform für einen Einsatz in einer Gesundheitsorganisation einzutragen. Doch Students4Hospitals ist keine Einbahnstraße, denn auch die Schweizer Spitäler können dort ihren Bedarf an Freiwilligen eintragen.

Pandemie bringt Krankenhäuser weltweit in Notlagen

Die Bilder aus italienischen Krankenhäusern haben Students4Hospitals sich schon vielen Nachrichtenzuschauern auf die Netzhaut gebrannt: Um in dieser außergewöhnlichen Notlage Pflegeeinrichtungen zu entlasten, bieten Studierende an zu helfen. Innerhalb einer Woche wurde die Online-Plattform ins Leben gerufen, denn auch in der Schweiz droht ein Notstand bei der Intensivpflege. Intensivmediziner Christian Karagiannidis erklärt im Interview mit ingenieur.de, wie sich die Kliniken vorbereiten – und was sich jetzt dringend ändern muss.

Alle Spitäler bereiten sich auf einen Ansturm von Covid-19-Erkrankten vor. Jede helfende Hand ist da entscheidend. Die Einsatzmöglichkeiten auf Students4Hospitals sind vielfältig: Administrative Aufgaben, Betreuung von Kindern des Klinikpersonals oder simple Laborarbeiten werden angeboten und gesucht.

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Bachelorstudentin als Initiantin

Rahel Schmidt ist eine der Initiantinnen der neuen Plattform. Sie ist Bachelorstudentin des Studiengangs Humanmedizin an der ETH Zürich.

“Die Problematik erkannte ich während meines Einsatzes als Eingangskontrolleurin am Kantonsspital Baden”, erzählt sie. “Ich realisierte plötzlich, dass in der momentanen Situation an allen Ecken und Enden helfende Hände benötigt werden.”

Daraufhin kontaktierte Schmidt ihren Professor Jörg Goldhahn, den Projektleiter des ETH-​Studiengangs Humanmedizin. Sie tauschten sich zu der Situation aus und Goldhahn kam zu dem Schluss, dass etwas von Studierendenseite kommen müsse. Schnell waren Freunde wie Luca Schaufelberger, der Interdisziplinäre Naturwissenschaften studiert, für die Idee zu begeistern. Die Initiative entwickelte sich rasch weiter – dank des hohen ehrenamtlichen Engagements.
Students4Hospital innerhalb einer Woche umgesetzt

Innerhalb einer Woche stand die Plattform Students4Hospital, denn immer mehr ETH-Studierende schlossen sich an. Etwas Glück gehörte auch dazu: Eine Jungfirma von Informatikstudierenden, Medison.ch, bot ebenfalls ihre Hilfe an. So fand die Website auch Unterstützung aus dem Entwicklerbereich. Juristische Prüfung übernahm die Anwaltskanzlei Lenz&Staehelin. “Letztlich floss der Input von drei Dutzend Leuten, die unsere Vision teilen, in die Plattform ein”, betont Luca Schaufelberger.

Vermittlungen laufen gut

Die Einsätze im Gesundheitswesen sind ehrenamtlich oder werden je nach Einrichtung auf Stundenbasis entlohnt. Sie dauern in der Regel mehrere Wochen, dürfen aber ein Pensum von mehr als 50 % nicht überschreiten.

“Die teilnehmenden Studierenden müssen bestätigen, dass sie ihr Studium weiterführen”, sagt Rahel Schmidt. “Sie dürfen es auf keinen Fall vernachlässigen. Das müssen auch die Institutionen wissen, die die Helferinnen und Helfer einsetzen.”

Schon vor dem offiziellen Launch der Seite, haben sich 100 Studierende als Helfer eingetragen. Ein erster Erfolg konnte schon verzeichnet werden: “Wir haben über unsere Plattform über ein Dutzend Studierende an ein Spital im Kanton Zürich vermittelt.”

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