Hochschule

„Wichtig ist der große Überblick“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 2. 07, ws – Wer sich für einen MBA und damit für betriebswirtschaftliches Zusatzwissen entscheidet, sollte das wohlüberlegt tun, denn nicht immer lohnen die Mühen. Zwei, die sich ihrer Sache sicher sind, berichten im Folgenden über ihre Motive, die nur auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen. Sowohl Michael Zeyer als auch Jürgen Lorenz wissen um den Wettbewerbsvorteil MBA.

Michael Zeyer ist Profi, zumindest war er das einmal. Als Berufsfußballer stand „Zico“ in den Diensten von SC Freiburg, 1. FC Kaiserslautern, Waldhof Mannheim, VfB Stuttgart, MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ligakollegen bewies Zeyer aber beruflichen Weitblick. Der Mittelfeldspieler pendelte jahrelang zwischen Freiburg und Offenburg, um an der dortigen Fachhochschule seinen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre zu bauen.

„Damals gab es noch kein Fernstudium. Die Pendelei zwischen Training und Studium kostete viel Zeit und Durchhaltevermögen“, erinnert sich der heute 38-Jährige. Obwohl Zeyer bezweifelt, ob er den Stress noch einmal auf sich nehmen würde, hat er sein Engagement nie bereut.

Im Gegenteil: Es reichte ihm nicht. Im Anschluss an seine Profikarriere entschloss sich Zeyer zu einer Weiterbildung, die er in den nächsten Monaten abschließen will. „Ich habe auf einer Sprachreise nach St. Petersburg Leute kennengelernt, die mich zu einem MBA an der dortigen Uni für Wirtschaft und Finanzen inspirierten.“

Das Studium vermittelt Betriebswirtschaftlern einen ganzheitlichen internationalen Überblick. Zeyer, der seine Zukunft im Management eines großen Fußballvereins sieht, meint: „Schaut man sich die Entwicklung im Profifußball an, werden die Strukturen immer professioneller. Da reicht es nicht, wenn man selbst gegen den Ball getreten und sich vielleicht im Sportmanagement weitergebildet hat. Wichtig ist der große Überblick.“

Und die Konkurrenz schläft nicht. Immer mehr ehemalige Profis suchten den Weg ins Management.

Was für Betriebswirte gilt, trifft in ähnlicher Form auch auf karrierebewusste Ingenieure zu. Fachleute mit großem, am besten internationalen Überblick sind gefragt und werden entsprechend honoriert.

Vor dem MBA-Studium sollte aber die Gewissheit stehen, dass der Arbeitgeber diesen Karriereschritt auch unterstützt. Wie im Falle Jürgen Lorenz. Der Elektroingenieur genoss den „kompletten Rückhalt“, also die ideelle und materielle Rückendeckung seines damaligen Arbeitgebers, eines fränkischen Software-Spezialisten.

Obwohl Lorenz bereits mit Führungsaufgaben vertraut war, reizte ihn die Herausforderung, über einen MBA das betriebswirtschaftliche Wissen aufzustocken. „Der Gedanke, die Weiterbildung als Karrieresprungbrett zu nutzen, spielte nur eine untergeordnete Rolle“, so der heute 39-Jährige.

Von „berufsbegleitend“ konnte kaum die Rede sein, schließlich profitierte auch der Arbeitgeber unmittelbar von Lorenz“ Studien an der Fachhochschule Deggendorf. „Die Inhalte der Arbeiten waren nicht immer vorgegeben. Die Teilnehmer hatten die Freiheit, Fälle aus dem eigenen Unternehmen zu bearbeiten, die dann in die Unternehmenspraxis einflossen.“

Lorenz, der seinen MBA in General Management 2005 mit Auszeichnung abschloss, zieht eine rundum positive Bilanz: „Das hat unheimlich viel Spaß gemacht“ – und das trotz erheblicher Belastung. „Prof. Thomas Bartscher, der Leiter des Studiengangs, erklärte uns bei der Einführung, wir müssten rund 1700 Stunden für die Ausbildung jährlich investieren. Das wurde von manchem zunächst belächelt.“

Aber es kam, wie Bartscher angekündigt hatte. Von 8 Uhr bis 18 Uhr stand Lorenz dem Unternehmen zu Diensten, anschließen büffelte er bis 1 Uhr nachts am heimatlichen Schreibtisch, am Wochenende standen Präsenzveranstaltungen im rund 200 km entfernten Deggendorf auf dem Lehrplan. Da blieb kaum noch Zeit für das Privatleben, geschweige denn für Urlaub.

Lorenz: „In der Zeit sind fünf oder sechs Beziehungen der Teilnehmer in die Brüche gegangen. Ich hatte gottlob die volle Rückendeckung meiner Familie“, sagt der zweifache Vater.

Den Gedanken, dass ein MBA sich mal so eben im Vorbeigehen absolvieren lasse, sollten Interessenten schnell ad acta legen. „Viele sind sich nicht bewusst, welch enormer Aufwand auf sie zukommt.“ Sie unterschätzten aber auch die Verantwortung und die Bürde, die ein MBA und der damit verbundene Führungsanspruch mit sich bringt.

Ist der MBA aber ein Muss für alle Karrierebewussten? „Ich zumindest würde heute nicht dort sitzen, wo ich jetzt sitze.“ Jürgen Lorenz ist seit Anfang des Jahres Vorstand der Conplement AG in Nürnberg, eines jungen Unternehmens für Software-Technologieberatung und -umsetzung.

Wenn die Ausbildung zum Master of Business Administration auch nicht immer zwangsläufig zum Karrieresprungbrett diene, so trage sie doch wesentlich zur persönlichen Weiterentwicklung bei, meint Lorenz. „Mir war persönliches Engagement immer schon wichtig. Das verlange ich daher auch von meinen Mitarbeitern.“ Es muss ja nicht gleich der MBA sein. ws

Von Wolfgang Schmitz

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