Nachwuchsförderung

Wenn die Talentsuche zur Chefsache wird

VDI nachrichten, Berlin, 10. 6. 05 – Die Topmanager der Unternehmen kümmern sich um den Nachwuchs für die eigenen Reihen gerne selbst, denn mit ihrem seit der eigenen Studienzeit gepflegten Netzwerk sind sie oft erfolgreicher beim Aufspüren geeigneter Kandidaten als die Personalabteilung. Ehrgeizige Hochschulabsolventen können das als Wettbewerbsvorteil für sich nutzen.

Die schlechte Nachricht: Jeder zweite Bewerber hält die Anforderungen der Unternehmen an potenzielle Mitarbeiter für übertrieben – und bewirbt sich deshalb auch auf Jobs, auf die das persönliche Profil gar nicht passt. Das hat der Internetdienstleister Stepstone in einer aktuellen Umfrage herausgefunden. Eine Überraschung ist das nicht. Insbesondere Berufseinsteiger haben wenig Erfahrung mit dem Kauderwelsch der so genannten Human Resources Manager. Im Ergebnis ignorieren immer mehr Bewerber, was die Personaler in den Anzeigen formulieren. Die Folgen sind fatal. Gut ausgebildete Kandidaten bleiben ohne Arbeitsvertrag, in den Unternehmen fehlen qualifizierte Mitarbeiter.
Die gute Nachricht: Immer mehr Firmenlenker erklären Personalakquise zur Chefsache und mischen sich in die Suche nach geeignetem Führungsnachwuchs persönlich ein. Wer sich als Hochschulabsolvent darauf einstellt, kann sich im Wettbewerb um die attraktivsten Jobangebote einen Vorsprung verschaffen. Man muss sich lediglich auf einschlägigen Veranstaltungen sehen lassen und ins Gespräch bringen: etwa bei den Industrie- und Handelskammern, bei den berufsständigen Verbänden, auf Weiterbildungstagungen oder Vortragsveranstaltungen (siehe Infokasten). Das aktuelle Modethema dort heißt „demografische Entwicklung“ oder präziser noch: Jungakademiker mit dem Potenzial für eine Karriere bis hinauf in den Führungsolymp eines Unternehmens sind dünn gesät. Doch wer soll die Zukunft der Betriebe sicherstellen? Am besten wohl die engagierten Jungakademiker, die in Eigeninitiative Kontakt zu den Leistungsträgern knüpfen und Profil beweisen. Was auf den Events allerdings nicht gesagt wird: Bis ein High-Potential selbst verantwortlich in Erscheinung treten darf, soll er mit seinem frischen Hochschulwissen vor allem das Standing der amtierenden Cheflenker absichern.

Es gibt schlimmere Schicksale. Voraussetzung dafür, diesen Weg zu gehen, ist allerdings neben exzellentem Fachwissen auch eine seltene Mischung von Loyalität, Ehrgeiz und Machtorientierung. Und einem solch anspruchsvollen Mix kommt man in einem persönlichen Gespräch am Rande von Fachveranstaltungen weit besser auf die Spur als beim Lesen einer Bewerbungsmappe. Gleichwohl nehmen die Cheflenker ihren Künftigen nur selten selbst unter die Lupe, sondern überlassen die Vorauswahl ihren nahe stehenden Managern aus der mittleren Hierarchieebene. Und die machen ihren Job üblicherweise gar nicht schlecht. Zum einen sind sie von ihren Vorgesetzten gut gebrieft, zum anderen sind sie selbst Bestandteil des Nachwuchspools. Eine falsche Personalempfehlung könnte mehr als nur den einen Faden kappen, an dem gerade gezogen wird. Das ist der negative Aspekt der Netzwerklogik. Die Vorteile scheinen aber zu überwiegen. Glaubt man Personalberatern wie Bruno Weidl von Heidrick & Struggles, wird inzwischen die Hälfte aller zu besetzenden Positionen über persönliche Kontakte vergeben.

Die Berufsbiographie von Daimler-Chrysler-Cheflenker Jürgen Schrempp gilt als Paradebeispiel für eine firmenintern geförderte Karriere. Seit seinen ersten Tagen als Kfz-Schlosser-Lehrling und später dann als Ingenieur achtete Schrempp allerdings nicht nur darauf, seine Vorgesetzten kontinuierlich von seiner Tatkraft, Robustheit und Fähigkeit zur Vision zu überzeugen. Parallel dazu baute er sich auch selbst ein weltweites Beziehungsnetzwerk auf. Das Ergebnis war sein eigener Aufstieg im Konzern und der des Unternehmens zum Global Player.
Davon, dass beides von Führungskräften gestützt wurde und wird, die Schrempp in sein persönliches Exzellenz-Netzwerk aufgenommen hat, profitiert jetzt die nächste Managergeneration. Wirtschaftsingenieur Wolfgang Bernhard zum Beispiel. Der gerade erst 44-Jährige hat nach einem kometenhaften Aufstieg unter Schrempp zum 1. Mai den Chefsessel bei der VW-Markengruppe übernommen. Der Wechsel kam laut Brancheninsidern zwar „viel früher als geplant“, aber mit höchster Genehmigung. Dafür, dass Wolfgang Bernhard dem Kern des Wolfsburger Konzerns überhaupt „neue Strahlkraft verleihen“ kann, wie VW-Cheflenker Pischetsrieder es formuliert, mussten von den Netzwerkern ganz oben im internationalen Auto-Olymp jede Menge Fäden gezogen, verschoben und losgelassen werden. REGINA-C. HENKEL

Von Regina-C. Henkel

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