Hochschule

Vom Hörsaal in Betrieb und Schule

Das Studium mit der Betriebspraxis zu koppeln, ist nicht neu. Das „Triale Modell“ der Fachhochschule Westküste hängt dem zweigleisigen Ausbildungsweg noch das Element Berufsschule an.

Schneller und kompakter geht“s kaum: Das Triale Modell an der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide ermöglicht Ausbildung und Studium in nur fünf Jahren. Lange schon bemüht sich FHW-Professor Dr. Michael Berger um die Realisierung: „Es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen.“
Denn bei dieser Turboausbildung müssen Hochschule, Berufsschule und Unternehmen an einem Strang ziehen. Zudem muss es von der Industrie- und Handelskammer sowie dem Kieler Bildungsministerium abgesegnet werden. Auch die Firmen in der eher strukturschwachen Region von dem Modell zu überzeugen, war für Berger nicht einfach. Nach intensiver Überzeugungsarbeit und reichlich Klinkenputzen gewann der Professor drei Firmen und vier Teilnehmer für die Startphase.
Und so funktioniert es: Die Studenten nehmen nicht nur an Vorlesungen teil, sie absolvieren in ihrem Ausbildungsunternehmen eine Lehre zum Energie-Elektroniker oder Mechatroniker. Zusätzlich besuchen sie die Berufsschule. Für die Studenten bedeutet dies vor allem eins: Stress. „Da muss man durch“, meint Dirk Reimers gelassen. Für den 21-Jährigen ist das Triale Modell optimal. Denn „ich wusste nicht, ob ich erst studieren oder erst eine Ausbildung machen sollte.“ Ähnlich erging es seiner Kommilitonin Sina Gabriel (20), die Elektrotechnik studieren wollte: „Eine Koppelung von Lehre und Studium ist ziemlich praktisch.“
Seit Anfang der 90er Jahre wird die Turboausbildung bundesweit angeboten. 56 Fachhochschulen haben inzwischen 134 duale Studiengänge eingeführt. Vor allem bei den Ingenieurwissenschaften ist dieses Sandwich-Projekt beliebt. Mit 73 Angeboten liegt es an der Spitze, gefolgt von den Wirtschafts- und Naturwissenschaften. Trial heißt das Modell bisher lediglich in Schleswig-Holstein, da hier die Berufsschule zusätzlich integriert ist.
Einer der ersten Initiatoren der dualen Ausbildung war die Fachhochschule Bochum. „Am Anfang war es eine Sisyphusarbeit“, erinnert sich Norbert Dohms, Dezernent für Marketing. Nur aufgrund des Interesses des Opel-Werkes Bochum sei es der Hochschule gelungen, das Modell einzuführen. Das Blatt hat sich längst gewendet. Immer mehr Firmen springen auf den Zug. Rund 25 sind es zurzeit an der FH Bochum. „Für die Firmen ist es ein Teil des Personalrecruitings“, erklärt Dohms. Von Montag bis Mittwoch sind die zurzeit rund 45 Teilnehmer im Betrieb, von Donnerstag bis Freitag sind sie in der Fachhochschule und studieren Elektrotechnik, Informatik oder Mechatronik. Und an den Wochenenden wird gebüffelt. Nach einer verkürzten Ausbildungszeit von zwei Jahren absolvieren sie ihre Gesellenprüfung, um anschließend ins „normale“ Studentenleben überzugehen.
Trotz der hohen Anforderungen ist die Durchfallquote gering (rund 10 %). „Dies ist deutlich niedriger als in anderen Studiengängen“, so Dohms. Für den Dezernenten ist dieses Projekt für die FH Bochum ein Qualitätsmerkmal. Denn die Firmen, die diese Stellen ausschreiben, schicken nur hochmotivierte Studenten an die Hochschule. „Über diesen Weg erhalten wir gut qualifizierte Studenten“, erklärt Dohms. Die FH Bochum plant gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen zudem ein Verbundstudium – eine Art Fernstudium, bei dem die Studenten lediglich sonnabends in der Hochschule büffeln. Gerade für Mittelständler oder kleinere Unternehmen ist dieses Modell ähnlich wie das Triale Modell in Schleswig-Holstein eine attraktive Lösung.
Bei der Siemens AG München wird in ganz anderen Dimensionen gedacht. Von den 8600 Azubis beteiligen sich etwa 550 an dem „Dualen Modell“, wie es hier genannt wird. Die Ausbildung erfolgt unter anderem zum Industriekaufmann, hinzu kommt ein Abschluss an der Fachhochschule mit Bachelor oder mit einem Diplom. „Wir wollen für Schulabgänger ein interessanter Arbeitgeber sein“, erklärt Hans-Georg Kny, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Siemens Ausbildungszentrum. Denn auch das Münchner Unternehmen braucht Nachwuchs. Mit dem Dualen Studium sollen Frauen und Männer an die Firma gebunden werden. Viele sehen darin bereits einen Weg aus der Ingenieurkrise. Aber nicht nur für die Betriebe, auch für die Studenten hat das handfeste Vorteile. Denn sie werden auch nach Abschluss der Lehre während der restlichen Studienzeit von den Unternehmen finanziell unterstützt. Bei Siemens geht die Rechnung fast immer auf. 80 % bis 90 % bleiben dem Konzern treu. „Es ist ein Zukunftsmodell“, ist Kny überzeugt.
Auch Stephan Menke ist von dem Modell begeistert. „Wir hoffen, damit Ingenieurnachwuchs mit praktischem Background zu bekommen“, erläutert der Ausbildungsleiter im Bochumer Opel-Werk. Die Teilnehmer seien viel stärker ins Geschehen eingebunden. Mit einem Praktikum sei dies nicht zu vergleichen. Menke ist davon überzeugt, dass sich die enge Verbindung zur Basis eines Unternehmens später auch im Führungsverhalten niederschlagen wird. ANGELA SCHMID
www.fh-westkueste.de

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