MINT-Nachwuchs

VDI TZ hilft Solarmobilen in die Spur

Letzte Woche stieg in Chemnitz das Bundesfinale des Schülerwettbewerbs SolarMobil Deutschland. 60 Teams hatten selbst konstruierte Solarflitzer am Start. Viele waren zum 3. Mal dabei. Technische Berufe stehen bei ihnen hoch im Kurs. Nicht die einzige Bestätigung für die Initiative von Bundesbildungsministerium, VDE und VDI Technologiezentrum. SolarMobil ist seit Freitag „ausgezeichneter Ort“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Die Mitglieder des Teams „Die echten Emder“ sind 16 Jahre alt und haben klare Vorstellungen von ihrer Zukunft. „Ich will Ingenieur werden“, sagt René Ahrensberg, „E-Technik oder Maschinenbau“. Kollege Sascha Diekmann schwebt ein mathematisch-physikalischer Studiengang vor. Und ihr Kumpel Axel Wings könnte sich für ein duales Maschinenbaustudium bei VW erwärmen.

Noch konstruiert das Schülertrio solarbetriebene Fahrzeuge, die in Schuhkartons passen und erstaunlich flott unterwegs sind. Ihr Rekord liegt bei 7,2 s auf 20 m – aufgestellt bei der Regionalausscheidung zum Bundesfinale von SolarMobil Deutschland.

Schon zum dritten Mal fand das Finale dieses Schülerwettbewerbs letzte Woche statt diesmal mitten in der Chemnitzer Innenstadt. Die Emder waren schon bei den vorigen Finales in Berlin dabei. Beim ersten Mal waren sie zwölf und 13 Jahre alt. „Antriebstechnik und erneuerbare Energie waren da noch kein Thema für uns“, erinnert sich Ahrensberg. Neugier und Lust auf den Wettbewerb mit Gleichaltrigen bewog sie zur eher spontanen Teilnahme.

Inzwischen haben die Drei ein halbes Dutzend Solarflitzer gebaut, mit seriell und parallel geschalteten Solarpanels experimentiert, verschiedene Raddurchmesser, Federungen und Leichtbaumaterialien erprobt. Sie haben getüftelt, Ideen anderer Teams aufgegriffen und weiterentwickelt, vieles verworfen – und richtig Feuer für die Konstruktion in Teamwork gefangen. Mehrere Stunden pro Woche widmen sie ihrem Hobby.

Wie die Emder haben 160 Schüler und Schülerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet seit Wochen auf das Bundesfinale in der Chemnitzer Innenstadt hingearbeitet. Grundschüler von zehn und elf Jahren, heranreifende Konstrukteurinnen und Konstrukteure und junge Erwachsene fiebern mit ihren Solarmobilen, die nun in Dreierläufen auf einer weißen, 10 m langen Rennbahn hin- und herflitzen. Immer wieder verharren Passanten und staunen.

Mitten im Trubel: der stellvertretende VDE-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Helmut Klausning und BMBF-Abteilungsleiter für Schlüsseltechnologien, Prof. Dr.-Ing. Wolf-Dieter Lukas. Während ein Team um Dr. Jochen Dreßen vom VDI Technologiezentrum das Renngeschehen betreut und als Jury die Teilnehmer befragt, was genau sie zu ihrer Konstruktion und Materialauswahl bewog, sprechen Klausning und Lukas in Mikrofone und Kameras. Seit einigen Minuten ist SolarMobil einer der ausgezeichneten Orte in der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“. Klausning und Lukas haben den Preis in Empfang genommen. „Stellvertretend für alle fleißigen Mitwirkenden“, hatte der VDE-Vize betont. Stolz macht es ihn, dass hier so viele Kinder und ihre Eltern mitziehen. „Wir brauchen solche Eigeninitiative. Wir können nicht alles den Schulen überlassen“, ist er überzeugt.

Die Idee des Wettbewerbs zieht. Ein Drittel mehr Teilnehmer als beim letzten Mal sind in Chemnitz. Immer mehr Initiativen aus Schulen, Jugendclubs und Vereinen schließen sich an. „Wir erreichen Kinder und Jugendliche in Zukunftsfeldern wie erneuerbare Energien und Elektromobilität“, freut sich Lukas.

Das engagierte Teilnehmerfeld bestätigt ihn. Hinter den Kulissen löten und schrauben die Teams fieberhaft, um das Letzte aus ihren Modellen herauszukitzeln. Zentrales Thema ist das spärliche Sonnenlicht. Die Teams diskutieren, ob sie mit Parallelschaltungen besser gefahren wären. Energiespeicher darf nur eine Fahrzeugklasse nutzen. Alle anderen sind ganz konkret mit einem zentralen Problem der Energiewende konfrontiert – fluktuierende Verfügbarkeit – und suchen technische Lösungen.

Das wollen sie später auch beruflich tun. Nicht nur die „echten Emder“ sehen ihre Zukunft in Mechatronik, Elektrotechnik und Maschinenbau. Bei den meisten Teilnehmern stehen technische Berufe hoch im Kurs. Kfz-Mechatroniker will auch der 16-jährige Bilal Kartal werden, der mit Kumpel Youssef Bourabin aus Düsseldorf angereist ist. Mit Fotovoltaik und Energieversorgung befassen sie sich erst seit dem Wettbewerb genauer – und finden das Thema hochspannend. Dass sie Platz 1 aus dem Regionalwettbewerb nicht bestätigen können, ist ihnen nicht so wichtig.

Dem schließt sich Lukas Winkler an. Der Dortmunder trägt ein liebevoll designtes Solarauto mit gelötetem Gitterrahmen aus 2 mm Messingrohr spazieren – in einer selbst getischlerten Garage mit Sichtluke und Beleuchtung. Dass es gerade im Rennen mangels Sonne nicht gut gelaufen ist, ficht den Zehntklässler nicht an. Er ist all die Wochen drangeblieben an seiner Idee, hat gelötet, exakt verkabelt und so ein Auto gebaut, das wie ein Auto aussieht. „Mit 207 g Gewicht ist es kaum schwerer als die rollenden Bretter der Konkurrenz“, erklärt er. Dass die Sonne heute nicht mitspielt, kann seinen Stolz nicht schmälern. Auch wenn in Chemnitz am Ende pro Fahrzeugklasse und Wettbewerb drei Teams auf den Siegertreppchen standen – gewonnen haben alle. PETER TRECHOW

 

Von Peter Trechow Tags:

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