Bildung in den USA

US-Hochschulen buhlen um ihre finanzstarken Ehemaligen

Amerikanische Hochschulen haben die Weiterbildung als Vehikel zur Bindung der Ehemaligen an die Universität entdeckt. Denn es zeigt sich, dass es eine Korrelation von Uni-Bindung und Geldspenden gibt. Und wenn es um Geld geht, können die US-Hochschulen auch das Undenkbare in die Tat umsetzen – beispielsweise kostenlose Highend-Seminare.

Amerikas Universitäten wollen das Verhältnis zu ihren Absolventen, den sogenannten Alumni, deutlich verbessern. So gibt es jetzt neben den üblichen informellen Treffen auch verlockende Weiterbildungs-Seminare. Verlockend deshalb, weil sie kostenlos sind.

Nun soll man nicht glauben, dass bei den teuren US-Edel-Universitäten plötzlich ein soziales Gewissen entstanden ist, wonach sie sich verpflichtet sehen, ihre Alumni kostenlos auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten. Nein, die Motive sind rein wirtschaftlicher Natur. Es zeigt sich nämlich, dass Alumni, die mehrmals an den Ort ihrer Graduierung zurückkehren, auch mehr Geld an „ihre“ Universität spenden – und diese Spenden sind insgesamt weitaus höher, als das, was die Universität durch marktkonforme Kursgebühren einnehmen würde.

Offiziell bestreiten die Unis natürlich diesen Zusammenhang. „Wir wollen mit unseren Seminaren das Wissen unserer Absolventen aktuell halten und die Bindung an die Schule pflegen“, sagt Stephen Hodges, Präsident der Hult International Business School in Boston. Doch die Zahlen sind deutlich. Beim Rollins College in Orlando hat sich der Anteil der spendierfreudigen Alumni von 10 % auf 17 % erhöht, seitdem auch dort kostenlose Weiterbildungs-Seminare angeboten werden.

Doch nicht alle Hochschulen haben mit diesen Kursen auf Anhieb Erfolg. Die University of Pennsylvania startete im vergangenen Sommer mit kostenlosen Auffrischungs-Seminaren für ihre MBA-Alumni, aber für den ersten Kurs meldeten sich nur sechs Absolventen an. „Man muss das langfristig planen, unsere Absolventen haben Topjobs, da kann man nicht von heute auf morgen fernbleiben“, sagte deren Projektleiterin Laura Zarrow über den bescheidenen Projektanfang.

Sie führt das bislang geringe Interesse auch darauf zurück, dass die meisten Alumni über das ganze Land verstreut sind und nicht so einfach an die Schule gebunden werden können. Das deckt sich mit den Erfahrungen bei Rollins, allerdings im umgekehrten Sinne. Dort arbeiten mehr Absolventen in nahe gelegenen Unternehmen wie Boeing, Darden und Fidelity Investments. Hier kommen inzwischen rund 60 Alumni zu jedem angebotenen Seminar.

Bei anderen Universitäten ist das Interesse inzwischen sogar so hoch, dass die Teilnahme bereits limitiert werden muss. So erlaubt die University of Chicago ihren Alumni nur noch bis zu drei kostenlose Seminare. „Über 200 Absolventen haben bei uns bereits über 500 Seminare besucht“, sagt deren Deputy Dean Stacey Kole.

Auch hier gibt man offiziell nicht zu, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Seminaren und den Spendeneinnahmen gibt. Doch die Zahlen sind auch hier eindeutig. So meldete die Universität soeben, dass in diesem Jahr bereits 40 % ihrer Alumni Spenden geleistet hätten. In den Jahren zuvor waren es jeweils immer nur rund 33 %, ein deutliches Plus also.

Doch dieser Wert ist immer noch verhältnismäßig klein. Diejenige US-Hochschule, deren Alumni am spendierfreudigsten sind, ist die Tuck School of Business at Dartmouth. Über 70 % ihrer Absolventen schickten im jüngsten Hochschuljahr einen Scheck an die teuerste MBA-Schule in den USA. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Yale University und die University of Virginia.

Dass selbst Amerikas teuerste Edel-Universitäten auf Spenden ihrer Alumni angewiesen sind, liegt daran, dass viele andere Einnahmequellen, wie Firmenspenden und Stiftungs-Erlöse stark zweckgebunden sind. Laut Angaben der Elektronik-Fakultät der Columbia-University können nur die Studiengebühren und die Alumni-Spenden praktisch wahlfrei ausgegeben werden – doch deren Studieneinnahmen decken nur 60 % der anfallenden Kosten.

Manche Ehemalige spenden ihren früheren Hochschulen deshalb Millionenbeträge. So übergab der Diplom-Mathematiker Andris Zoltners kürzlich einen Scheck über 1,5 Mio. Dollar an die Purdue University in Lafayette. Er hat dort 1969 in Mathematik graduiert und sich seit dem sehr um den Ausbau „seiner“ Hochschule bemüht.

Auch die kleineren Hochschul-Fakultäten sind verstärkt auf den Support der Alumni angewiesen. So konnte die Cockrell School of Engineering an der University of Texas im vorigen Jahr 1,4 Mio. Dollar an derartigen Spenden verbuchen und in diesem Jahr hofft deren Finanzabteilung auf Spendeneinnahmen von mehr als 2 Mio. Dollar.   HARALD WEISS

www.tuck.dartmouth.edu

Von Harald Weiss

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