Duale Hochschule

Unternehmen gestalten akademische Ausbildung mit

Die Berufsakademien sind bekannt für ihren starken Praxisbezug schon während des Studiums. Mit Änderung des Landeshochschulgesetzes wurde die baden-württembergische Berufsakademie (BA) in die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) umgewandelt. Neu ist, dass die DHBW im Vergleich zur BA akademische Abschlüsse verleiht.

Als die Berufsakademie (BA) 1974 ihren Studienbetrieb aufnahm, verfolgte sie im Vergleich mit anderen Hochschuleinrichtungen ein völlig neues Konzept. Nicht die Akademie entschied, wer studieren durfte, sondern deren Partnerunternehmen trafen die Auswahl.

Damit war klar: Nur wer einen Arbeitsvertrag in der Tasche hatte, bekam auch einen Studienplatz. An dieser Praxis hat sich auch nach der Umwandlung in die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) im Jahre 2009 nichts geändert. Nach wie vor wechseln die Studenten im dreimonatigen Rhythmus zwischen Theoriephasen an der Studienakademie und Praxisphasen im Unternehmen.

Neu ist, dass die DHBW im Vergleich zur BA den Status einer Hochschule genießt, das heißt, die Absolventen schließen ihr Studium jetzt mit dem Bachelor ab und vom kommenden Jahr an werden auch Masterstudiengänge angeboten. Neu ist ebenfalls das Organisationsprinzip, das sich an dem State University Modell aus den USA orientiert. Dem Vorbild entsprechend, wurde in Stuttgart ein Präsidium gegründet. „Es bündelt und koordiniert die Aktivitäten der Dualen Hochschule, die sich auf acht Standorte und vier Campus in Baden-Württemberg verteilen“, erklärt Pressereferent Benjamin Godde die Struktur.

Schulische Voraussetzung für ein Studium ist das Abitur, doch haben auch Absolventen mit Fachhochschulreife eine Chance, wenn sie sich einem zusätzlichen Eignungstest unterziehen. Seit Kurzem können sich sogar beruflich Qualifizierte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg einschreiben.

25 300 junge Leute, davon 7000 in Stuttgart, studieren zurzeit an der DHBW, Tendenz steigend. Schwerpunkt sind die Bereiche Wirtschaft, Technik und Sozialwesen, die sich in 20 verschiedene Studiengänge und 80 Studienrichtungen splitten.

Zu den rund 9000 Unternehmen, die mit der DHBW kooperieren, zählen Wirtschaftskonzerne wie Bosch, Daimler sowie IBM, mittelständische Unternehmen, Wohlfahrtsverbände und Betreuungseinrichtungen. Die Chancen, unter Vertrag genommen zu werden, sind recht unterschiedlich. „Bei Großunternehmen kann es sein, dass mehrere Hundert Bewerber um einen Studienplatz konkurrieren. Dagegen suchen kleinere Firmen manchmal sogar Studenten“, weiß Benjamin Godde.

Ziel ist es, durch die enge Verzahnung zwischen DHBW und dualen Partnern die praxisnahe Qualifikation akademischer Fach- und Führungskräfte sicherzustellen. Indem die Vertreter aus Industrie und Wirtschaft gleichzeitig Mitglieder der Hochschule sind und dadurch die Lehrinhalte mitgestalten, wird diese Kooperation noch verstärkt.

„Durch die Nähe zu unseren Partnern können wir die Studieninhalte passgenau auf deren Bedürfnisse abstimmen“, erklärt Benjamin Godde. „Geht es darum, wirtschaftliche Entwicklungen und die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zu erkennen, reagieren wir mit unserem Studienangebot wie ein Seismograph.“

Am Standort Stuttgart reagierte man bereits. Dort wird zurzeit der neue Studienzweig Angewandte Gesundheitswirtschaft aufgebaut, nachdem sich abzeichnet, dass jetzt schon, und künftig noch viel extremer, ein hoher Bedarf an Pflegekräften besteht.

Die Studenten profitieren von dieser engen Verflechtung, denn das theoretische Wissen kann direkt im Unternehmen angewendet werden und umgekehrt. Ein monatliches Gehalt, das je nach Branche zwischen 400 € und 1000 € liegt, sichert außerdem ihre finanzielle Unabhängigkeit, sodass sie sich voll auf das Studium konzentrieren können. Unter anderem deshalb liegt die Abbrecherquote bei unter 10 %.

Und auch die Berufsaussichten sind überdurchschnittlich gut. Stolz verweist Benjamin Godde auf eine Direkteinstellungsquote von rund 80 %. „Obwohl die Absolventen noch jung sind, verfügen sie bei Abschluss des Studiums bereits über eineinhalb Jahre Berufserfahrung“, beschreibt er die Vorteile. „Dazu kommt, dass sie die firmeninternen Abläufe kennen und ohne Anlaufphase einsteigen können.“

Diese Nahtlosigkeit beeinflusst auch das berufliche Vorwärtskommen. In einer Studie aus dem Jahr 2007 kommt die IBM zu dem Schluss, dass rund drei Viertel ihrer damaligen BA-Absolventen schon vor ihrem 35. Lebensjahr in Führungspositionen waren und damit gegenüber den Vergleichsgruppen die Nase vorn hatten. MONIKA ETSPÜLER

Von Monika Etspüler

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