Hochschule

Über Rankings zur Elite-Uni

VDI nachrichten, Berlin, 9. 7. 04 -Wenn es den geplanten Elite-Unis gelingt, exzellente Forschung und Lehre in Rankings darzustellen, wird das die notwendige Außenwirkung haben. Zu diesem Fazit kamen 14 Außenstellenleiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin.

Ein Vierteljahrhundert lang hat Theodor Berchem als Rektor der Universität Würzburg durch ständige Verbesserungen für exzellente Ranking-Ergebnisse gekämpft. „Da muss man dicke Bretter bohren und niemand darf erwarten, dass es gleich Nobelpreise regnet“, erläutert der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Bonn. Eine Erfahrung, die der DAAD nun auch in die aktuelle Diskussion um deutsche Elite-Universitäten einbringen will. Dass an diesem langwierigen Prozess auch die geplanten 1,9 Mrd. € der Bundesregierung zum Aufbau von Elite-Unis und Spitzenforschung so schnell nichts ändern werden, zeigte ein Treffen mit den Leitern der weltweit 14 DAAD-Außenstellen in Berlin.
Allein der Blick auf die USA macht deutlich, dass der Wettbewerb um die höchsten Uni-Mittel kaum erstrebenswert ist. Nach wie vor ist die Ausstattung mit privaten und öffentlichen Mitteln in den USA weltweit unerreicht. So sind die Haushalte amerikanischer Spitzen-Universitäten bis zu 20 Mal so hoch wie an angesehenen deutschen Hochschulen. Der Preisdruck in den USA jedoch wächst Jahr für Jahr, verbunden mit einem Auseinanderklaffen der sozialen Schere: „Amerikanische Universitäten schaukeln sich im Kampf um die attraktivsten Studienbedingungen und die eindrucksvollsten Forschungsleistungen gegenseitig hoch“, beobachtet Britta Baron, Leiterin der DAAD-Außenstelle New York. Hier verschlingen Mittel für den Bau aufwändiger Sportanlangen oder Stipendien als Lockmittel für hoch Begabte immer höhere Summen, die etwa für die Unterstützung sozial schwächerer Talente fehlen.
Weiter gilt bei Spitzen-Universitäten, die Frage zu klären, ob der Eliteanspruch für Forschung und Lehre gleichermaßen gelten soll, wie das Beispiel Frankreich zeigt. Dort leiden viele Universitäten unter den immer häufiger eingesparten Forschungsgeldern. „Umso mehr wurde dort beachtet, dass Deutschland wieder stärker in Bildung und damit auch in die Forschung investiert“, erklärt der Leiter der DAAD-Außenstelle Paris, Stephan Geifes. Elite im Bereich Ingenieurwissenschaften wird in Frankreich in erster Linie über fächerspezifische Grandes Ecoles produziert, die ihren Nachwuchs über knallharte Ausleseverfahren rekrutieren. „Allein mit der Aufnahme in den erlauchten Kreis ist praktisch der spätere Erfolg der Studierenden am Arbeitsmarkt garantiert. Da ist es fast schon egal, wie letztlich ausgebildet wird“, so Geifes weiter.
Auch das Beispiel China zeigt, dass der Elite-Anspruch Grenzen hat. Denn eigentlich sollten dort 100 Universitäten zu Spitzen-Unis gefördert werden. Doch das erwies sich schnell als unfinanzierbar. Inzwischen gilt das Eliteprogramm nur noch für 37 der rund 1000 anerkannten chinesischen Hochschulen.
Bleibt die Frage, ob deutsche Elite-Universitäten zusätzlich hoch Begabte aus anderen Ländern anziehen. Hier machen die Erfahrungen der DAAD-Außenstellen deutlich, dass für das Gaststudium in Deutschland bislang neben den Einwanderungsbestimmungen in erster Linie ein gutes Abschneiden bei den großen Rankings ausschlaggebend ist. Mit anderen Worten: Nur wenn es den neuen Elite-Universitäten gelingt, ihren Anspruch exzellenter Forschung und Lehre in den Vergleichsstudien unter Beweis zu stellen, lohnt sich der Aufwand. Wie empfindlich dieser Prozess ist, zeigt allerdings das Beispiel Indonesien. „Bei uns hat sich seit einiger Zeit herumgesprochen, dass die unter Ingenieuren hoch angesehene RWTH Aachen für ihre Promotionsstudiengänge zahlreiche Kenntnisprüfungen verlangt, die fast schon Diplomniveau haben. Deshalb sind die Anfragen hier zuletzt deutlich zurück gegangen“, weiß Ilona Krüger-Rechmann, DAAD-Direktorin in Jakarta, zu berichten. Überhaupt sei die indonesische Studentenklientel durchaus vermögend, jedoch ausgesprochen unselbstständig, ein Umstand, der ihnen an vielen deutschen Hochschulen mit Schwächen bei der Betreuung große Probleme bereitet.
Hier wird deutlich, dass Eliteversprechen oft in alltäglichen Situationen über Tutorensysteme und Betreuungsangebote der Auslandsämter eingelöst werden müssen. Denn wenn sich hinter der vermeintlich besten deutschen Fakultät etwa des Maschinenbaus ein kaum durchdringbares Studienangebot mit theorielastigen Vorlesungen verbirgt, wird das nicht als Eliteausbildung akzeptiert. Britta Baron rät daher, statt auf teure Elitekonzepte lieber auf die generelle Verbesserung der Qualität von Forschung und Lehre inklusive von Hochschulkooperationen zu setzen, statt jetzt „kleine Harvards züchten zu wollen“. ANDREAS LEIMBACH

Von Andreas Leimbach

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