Hochschule

TU Darmstadt reagiert auf Wünsche der Industrie  

Die Studieninhalte in den Hochschulen müssen dem Bedarf von Wirtschaft und Industrie entsprechen. Mit der Neustrukturierung des Maschinenbaustudiums greift die TUD die Anforderungen der Industrie auf.

Dass der deutsche Maschinenbau zur Weltspitze zählt, ist unstrittig. Ob und wie lange er seinem guten Ruf noch gerecht werden kann, hängt im wesentlichen vom Nachwuchs ab. Rund 800 000 Menschen, davon 140 000 Ingenieure, arbeiten nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in der Maschinenbaubranche. Rund 7000 Ingenieurstellen jedoch sind derzeit unbesetzt, Maschinenbaustudiengänge trotz steigenden Bedarfs teilweise nur zu 50 % ausgelastet. Im Zuge der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge soll nun die Chance genutzt werden, die Ausbildung dem Bedarf besser anzupassen.

„Genauso problematisch wie keinen Ingenieur zu finden, ist es, nicht den richtigen zu finden“, erklärte VDMA-Bildungsreferentin Carola Feller bei einer Pressekonferenz des VDMA und der Technischen Universität Darmstadt (TUD) zum Thema „Bleiben deutsche Ingenieure Spitze?“. Anhaltender Nachwuchsmangel und ungeeignete Bewerber haben nach ihren Worten in den Maschinenbauunternehmen mittlerweile „eine milde Panik“ ausgelöst. Dabei ist seit langem klar, dass die Zeiten, in denen Ingenieure im stillen Kämmerlein ihre technischen Innovationen austüfteln konnten, vorbei sind.

„Der Ingenieur ist es“, erklärt der Vorsitzende des VDMA-Landesverbandes Hessen-Rheinland-Pfalz, Gerhard Börner, „der als Bindeglied zwischen Produktion und Kundenwünschen steht und in der Lage sein muss, Informationen zwischen Marketing, Entwicklung und Produktion bis hin in die Facharbeiterebene aufzunehmen und umzusetzen.“

Gefragt sind nicht nur gutes Fachwissen, sondern unter anderem betriebswirtschaftlicher Sachverstand, Flexibilität, Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Kostenbewusstsein – alles so genannte Softskills, bei deren Vermittlung selbst ein vier- bis fünfjähriger Diplomstudiengang an seine Grenzen stößt.

Mit der Neustrukturierung ihres Maschinenbaustudiums versucht die TUD nun die vielschichtigen Anforderungen der Industrie aufzugreifen. Dabei ist in den Augen von Studiendekan Cameron Tropea der verstärkte Dialog mit den Unternehmen entscheidend. „Wir müssen den Bedarf der Industrie in unseren Studiengängen destillieren.“

Neben einer Verbesserung der fachlichen Ausbildung wollen die Darmstädter Maschinenbauer, die bereits vor sechs Jahren als bundesweit erste das Bachelor- und Masterneuland betraten und vom Deutschen Stifterverband für die Wissenschaft mit dem Preis für den besten Reformstudiengang ausgezeichnet wurden, nun auch überfachliche Kompetenzen vermitteln.

Um ein „universelles Rüstzeug“ geht es Maschinenbau-Dekan Eberhard Abele. Seit dem Wintersemester 05/06 bietet Darmstadt keinen Diplomingenieurstudiengang mehr an. Stattdessen soll ein sechssemestriger, inhaltlich reformierter Bachelorstudiengang nicht nur die theoretischen Grundlagen des Maschinenbaus vermitteln, sondern auch Teamarbeit in Projekten einüben und in Arbeitstechniken einführen. So bietet bereits im ersten Semester der Projektkurs „Einführung in den Maschinenbau“ für eine Woche Gelegenheit, im zehnköpfigen Team komplexe Aufgaben – etwa die Entwicklung eines Großgrills, der 2000 Würstchen gleichzeitig braten kann – zu bewältigen.

Bildet der Bachelor für einen frühzeitigen Anwendungsbezug aus, soll der viersemestrige Master die Studenten im Anschluss auf anspruchsvollere Tätigkeiten in der Industrie vorbereiten. Auch das Masterstudium bietet nach dem Grundsatz des „forschenden Lernens“ eine Vielzahl von Projekten, die in der Regel in Zusammenarbeit mit der Industrie laufen. Beide Studiengänge sind „auslandskompatibel“. Zurzeit können nach Abeles Angaben 60 % der Darmstädter Maschinenbaustudenten Auslandserfahrungen sammeln.

Dass in Darmstadt der Schwerpunkt auf der „Exzellenzausbildung“ liegt, verhehlt der Dekan nicht. Seit dem Wintersemester 05/06 muss, wer an der TUD Maschinenbau studieren will, ein Aufnahmeverfahren durchlaufen. Von 800 Bewerbern wurden zum kommenden Wintersemester nur 360 aufgenommen. Die derzeit geringe Erfolgsquote von 50 % soll auf 80 % erhöht werden. „Die Besten nehmen und zum Abschluss führen“, bringt Studiendekan Tropea das Konzept auf den Punkt.

Die Erwartungen der Industrie an die neuen TUD-Studiengänge jedenfalls sind hoch. Hochschule müsse es gelingen, mahnt Gerhard Börner vom VDMA mit Blick auf die Nachwuchssorgen, nicht nur die Qualität des Studiums zu erhöhen, sondern auch Maschinenbauer „in der erforderlichen Zahl“auszubilden. JUTTA WITTE

www.vdma.org

www.tu-darmstadt.de

Von Jutta Witte

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