Bildung

Treffen im virtuellen Klassenraum

Die innerbetriebliche Weiterbildung ist ein großer Kostenfaktor in den Unternehmen. Arbeitnehmer sollen in Eigeninitiative durch Lernmodule via Internet bzw. Intranet die Kassen entlasten. Die Chefs hätten gern, dass sie das nach Dienstschluss erledigen.

Gut 34 Mrd. DM investieren deutsche Unternehmen pro Jahr in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, durchschnittlich 2207 DM pro Kopf. Das geht aus der aktuellen Weiterbildungsstudie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Fast 90 % der befragten Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter zu externen Seminaren. Dabei schlagen Lehrgangsgebühren und andere Kosten lediglich mit 47 % zu Buche. Der größere Teil fließt für Lohnfortzahlungen während der Freistellung. Mit neuen Konzepten zum Online-Learning soll die Weiterbildung an den Arbeitsplatz verlagert und somit kostengünstiger und effektiver werden.
Lothar Peter, Leiter der Abteilung Multimedia-Strategie, -Lerntechnologie und -Projekte bei der Volkswagen Coaching GmbH in Wolfsburg, erklärt beispielsweise: „Herkömmliche EDV-Trainings in Form von Präsenzveranstaltungen kosten pro Mitarbeiter und Tag im Durchschnitt 350 DM, da kommen schnell Millionen zusammen.“ Für den Bildungsmanager gibt es deshalb kaum eine Alternative zum konzernweiten Einsatz von PC-gestützten Selbstlernsystemen: „Vergleichbare Schulungen mit PC-Programmen kosten nur knapp die Hälfte.“
Die Volkswagen AG startete deshalb zunächst am Standort Wolfsburg das Online-Projekt „Lernen in Netzen“(LINE). Die hauseigene Online-Plattform enthält zurzeit 25 Intranet-basierte Weiterbildungskurse vor allem zu Themen aus dem Bereich der EDV. Außerdem gibt es Online-Sprachkurse in Englisch und Spanisch sowie Themen aus dem Bereich der Logistik, die in einem bestimmten Zeitrahmen durchgearbeitet werden. Begleitend haben die Nutzer die Möglichkeit, sich täglich via Teletutoring Rat und Unterstützung zu holen.
Von den rund 15 000 Angestellten in Wolfsburg, die über einen Intranetzugang verfügen, hätten bisher allerdings erst etwa 500 das Angebot genutzt, räumt Peter ein. Ursachen für das bisher eher spärliche Interesse der Mitarbeiter an den Online-Kursen sieht Peter unter anderem in der zeitlichen Belastung beim Online-Learning. Angesichts der Vier-Tage-Woche bei VW bleibe für das Lernen am PC während der Arbeitszeit kaum Zeit. Außerdem gehe eine gewisse soziale Komponente verloren – der „Incentive-Charakter“ fehle: „Mit der Verlagerung des Lernens an den Arbeitsplatz nehmen wir den Mitarbeitern ja auch die Möglichkeit, mal aus dem Arbeitsalltag herauszukommen und mit anderen Seminarteilnehmern abends bei einem Glas Rotwein informell zusammen zu sitzen.“ Die Vorgesetzten hingegen hätten die Vorteile der neuen Lernformen – weniger Ausfallzeiten und erheblich geringere Kosten – schnell erkannt, berichtet Peter. Allerdings täten sich viele Chefs noch schwer zu akzeptieren, dass sich Mitarbeiter während der Arbeitszeit an den PC setzten, um ihre Lernprogramme zu bearbeiten. „Es wird eher erwartet, dass sich die Nutzer von Selbstlernprogrammen nach Dienstschluss weiterbilden.“
Web-Based-Training (WBT) biete sich vor allem an, wenn ein großer Teilnehmerkreis über ein aktuelles Thema informiert werden soll, meint Hans-Erwin Hermann, Leiter des Ressorts Konzerncontrolling bei der Bayer AG in Leverkusen. Deshalb habe sich der Chemiekonzern für die Entwicklung einer virtuellen Lernplattform entschieden, als es vor knapp einem Jahr darum ging, rund 7000 Führungskräfte in möglichst kurzer Zeit mit dem Thema „Wertmanagement“ vertraut zu machen.
Das benutzte Lernprogramm enthält eine Reihe von interaktiven Übungsaufgaben mit Fallbeispielen. Angaben zum Zeitbedarf und zu den Lernzielen sind den einzelnen Modulen vorangestellt. „So kann jeder Nutzer anonym bleiben und den Stoff unabhängig von den anderen so oft wiederholen, wie er es für richtig hält“, erläutert Hermann die Vorzüge des Online-Leaning. Außerdem können sich die Lernenden in virtuellen Klassenräumen untereinander austauschen – auch weltweit. Im Gegensatz zum Computer-Based-Training (CBT) biete WBT zudem die Möglichkeit, Informationen konzernweit ständig zu aktualisieren und zu erweitern, ohne immer neue CD-Roms verschicken zu müssen.
Auf einen „Mix aus allen verfügbaren Ressourcen“ setzt auch die 1996 gegründete Geschäftseinheit Siemens Qualifizierung und Training (SQT). „Hybrid Learning“ heißt die Kombination aus Distance-Learning, Projekt-Learning und Workshop-Learning, an der pro Jahr rund 100 000 Mitarbeiter aus dem Siemenskonzern teilnehmen.
Welche Methode jeweils zum Einsatz kommt, hänge ganz von der didaktischen Fragestellung ab, erläutert Kai-Holger Liebert, Leiter der Serviceline Electronic Learning Applications and Solutions (ELA) bei SQT: „Wie eine hochkomplexe Maschine funktioniert, das lässt sich am besten mit Hilfe einer Videoanimation vermitteln. Zur Vorbereitung auf eine Projektaufgabe hingegen sei ein WBT-Programm die kostengünstigste und effektivste Methode, um alle Teilnehmer auf dasselbe Ausgangsniveau zu bringen. Und die Präsenzveranstaltungen haben beim Hybrid Learning einen ganz speziellen Wert innerhalb der didaktischen Kette: Seminare werden viel wertvoller, weil sie kürzer sind und gezielter eingesetzt werden.“ DAGMAR SOBULL
Lernen am PC gehört mittlerweile zum Alltag. Einige Firmen haben Online-Plattformen errichtet, die es ermöglichen,

Von Dagmar Sobull

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