Nachwuchsförderung

„Technikschnuppern allein reicht nicht“  

Über 40 % würden gerne in dem besuchten Betrieb ein Praktikum oder eine Ausbildung beginnen. Zudem diene der Tag der Aufklärung über unbekannte Berufsbilder.

Der letzte Girls“Day am vergangenen Donnerstag hat alle Rekorde gebrochen. Am „Mädchenzukunftstag“ konnte der weibliche Nachwuchs unter über 7500 Angeboten wählen. 130 000 Mädchen erlebten, was Hightech und Handwerk leisten können. Die Botschaft von teilnehmenden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbänden: Technik ist eine männliche Domäne, sollte es aber nicht bleiben.

Was aber bleibt hängen von dem, was Mädchen vor Ort erleben? Sind sie überhaupt interessiert an dem Gebotenen? Wie nachhaltig ist das Ganze?

Wissenschaftler der Universität Stuttgart bezweifeln, dass es auf die punktuellen Angebote das erhoffte Echo gibt. „Der Girls“Day wird zwar jährlich durchgeführt,“ erläutert Techniksoziologe Uwe Pfenning, Mitautor einer Studie, die sich mit Strategien zur Behebung des Ingenieurmangels beschäftigt, „er trifft aber immer wieder auf unterschiedliche Adressaten.“

Nachhaltigkeit ließe sich erst dann erzielen, wenn ein zweites Projekt, etwa in Form eines Mentorings, das entfachte Interesse weiter anfeuere. Pfenning: „Der Girls“Day macht sicherlich Sinn und ist als spezifisch mädchenförderndes Projekt zu begrüßen. Effektiver aber wäre es noch, wenn unter fachlicher Leitung eine Weiterbetreuung erfolgte. Was bringt es, wenn man Interesse weckt und dann sagt: So, das war“s!“ Die Akteure sollten Verantwortung übernehmen für das, was sie in die Wege geleitet haben, und Techniktalente fördern.

Anderen Projekten zur Förderung des Technikinteresses fehle es zudem an Orientierungsmöglichkeiten, an einer Best-Practice-Analyse. Pfenning: „Viele denken sich: Da machen wir mal was ganz Neues, wissen aber nicht, dass ähnliche Veranstaltungen schon mehrmals gelaufen sind. Da fehlt es am Austausch, an einer übergeordneten Instanz, die das alles koordiniert.“

Folge der unwissenschaftlichen Herangehensweise „der exorbitant anwachsenden Zahl von so genannten Modellprojekten“ sei nicht selten, dass sie sich mit gut gemeinter Didaktik und attraktiven Inhalten an die falsche Zielgruppe wenden, so etwa, wenn Studenten sich spielerisch mit Technikphänomenen beschäftigen sollen. „Das ist etwas für Kinder und Jugendliche. Studenten wollen Wissenschaftlichkeit.“

Vor allem Bildungseinrichtungen stehen in der Pflicht, Technikinteresse zu kanalisieren, meint der Techniksoziologe. Regionale Netzwerke sollten die Einzelangebote und eine gezielte Förderung koordinieren.

Carmen Ruffer, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit zum Girls“Day, hält das Konzept des Technikschnuppertages für Mädchen aller Kritik zum Trotz für gelungen: „Unternehmen, die zum wiederholten Mal am Girls“Day teilnehmen, sehen eine stärkere eigene Verantwortung für die Erhöhung des Frauenanteils durch personalpolitische Maßnahmen und führen auch häufiger Aktivitäten zur Ansprache von Mädchen für technische Berufe durch.“

Mehr als 90 % der jungen Frauen seien zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit dem Girls“Day. Über 40 % würden gerne in dem besuchten Betrieb ein Praktikum oder eine Ausbildung beginnen. Jeder fünfte beteiligte Betrieb habe über den Girls“Day Bewerbungen von Mädchen und jungen Frauen für bislang männerdominierte Bereiche erhalten.

Eine wichtige Funktion bei den Besuchen in technikorientierten Einrichtungen sei die der Aufklärung. Carmen Ruffer: „Viele Mädchen haben von den Berufen, die sie am Girls“Day kennenlernen, vorher noch nichts gehört. Nach dem Girls“Day überzeugen sie ihre Eltern davon, sie auf dem Berufsweg als Verfahrensmechanikerin oder Industrietechnologin zu unterstützen.“

Eine Trendwende in der Berufsorientierung sei aber noch nicht realisiert, meint auch Carmen Ruffer. „Da gibt es noch einiges zu tun.“ W. SCHMITZ

www.girls-day.de

Interessenten an der Forschungsarbeit der Stuttgarter Wissenschaftler können sich unter der E-Mail uwe.pfenning@soz.uni-stuttgart.de
informieren.

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