Hochschule

Studium mit Tiefgang  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 29. 8. 08, jul – Der Run auf Rohstoffe hält an, die Erschließung schwieriger Vorkommen von Öl und Metallen wird weltweit forciert. Dabei ist schon heute der Mangel an Fachkräften für Rohstoffgewinnung und Bergbau zu spüren. Deutsche Spezialisten sind im Vorteil; ihre Ausbildung genießt einen guten Ruf und sie sind daher bei Arbeitgebern begehrt. Die TU Clausthal und die TU Freiberg bereiten Studierende auf die Anforderungen der Rohstoffindustrie vor.

Absolventen könnte ich jede Menge vermitteln“, sagt Oliver Langefeld, Professor am Institut für Bergbau an der TU Clausthal. „Hier wird man beworben“, formuliert der Student Malte Petersen. An der kleinen Uni im Harz werden die Experten ausgebildet, die Lagerstätten von Erzen, Mineralien und fossilen Energieträgern zu erkunden und für die Gewinnung aufschließen. Daneben gibt es mit der Bergakademie im sächsischen Freiberg nur eine weitere Universität in Deutschland mit einem vergleichbaren Spektrum in Forschung und Lehre.

In Clausthal besteht die Möglichkeit, als Wirtschaftsingenieur ein Vertiefungsstudium im Rohstoffbereich anzuschließen. „Ingenieure mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sind besonders gefragt“, betont Langefeld. Potenzielle Arbeitgeber sind etwa die Hersteller von Bergbaumaschinen. Ein weiterer Trend zeichne sich derzeit ab, so Langefeld: „Auch viele Frauen wollen Rohstoffingenieur werden.“ Selbst unter Tage sind Bergmänner nicht mehr unter sich, verrät der Professor und nennt die Kalibergwerke als ein Beispiel, in denen Frauen im Schacht arbeiten.

Mit dem Bergbau fing es einstmals an: „Historisch betrachtet, war Bergbau die erste Ingenieurwissenschaft“, so Langefeld. Und dass der Bergbau eine Quelle des Wohlstands war, ist noch heute im Stadtbild von Clausthal und Freiberg zu sehen. Doch nach dem „Zechensterben“ im westdeutschen Steinkohlebergbau schien der Bergbauingenieur keine große Zukunft mehr zu haben.

In den letzten Jahren allerdings wurden die Studieninhalte stark überarbeitet. Umweltaspekte wie das Recycling haben neue Perspektiven in das Fach gebracht und es in Richtung Rohstoffingenieurwesen erweitert.

Und jetzt lebt auch in Deutschland die Diskussion um die heimische Kohleförderung wieder auf: Einige Steinkohle-Bergwerke sollten dabei als so genannter Sockelbergbau erhalten bleiben, um das technische Wissen und den Zugang zu den Lagerstätten zu erhalten.

Sind das Perspektiven, mit denen sich Interessenten für das Studium gewinnen lassen? Die steigende Zahl der Studienanfänger in den geowissenschaftlichen Fächern legt diesen Schluss nahe. Obwohl die ersten Semester einiges Durchhaltevermögen erfordern: Sie starten mit den Grundlagen aus Mathematik, Physik, Chemie und Mineralogie. Hinzu kommt das technische Wissen aus dem Maschinenbau. Je nach Interessenschwerpunkt folgt dann eine weitere Spezialisierung.

So bietet der Studiengang Maschinenbau in Freiberg Möglichkeiten der Vertiefung im Bereich der Rohstoffgewinnung und Aufbereitung. Die Zerkleinerung von Erzen steht im Mittelpunkt bei den „Aufbereitungsmaschinen“, die Vertiefung „Gewinnungs- und Spezialtiefbaumaschinen“ ist der Förderung gewidmet.

Die „Freiberger“ sind übrigens stolz, an dem „Dipl.-Ing“ festzuhalten. „Wir haben viele Anfragen von Bachelor-Absolventen aus Clausthal, die statt des ¿Master“ lieber ihr ¿Diplom¿ machen, was auch nicht länger dauert“, berichtet Hannelore Schaal, Fachberaterin der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau. Im Studium der Geotechnik geht es darum, Gebirge als Baugrund für Talsperren und Tunnelbauwerke einzuschätzen. Schaal: „Geotechniker sind die Mathematiker des Bergbaus.“ Viele Absolventen führt der Weg auch in die berufliche Selbstständigkeit als beratender Ingenieur.

Besonders attraktiv finden die Studierenden, im Ausland arbeiten zu können. Das gilt vor allem für Ingenieure im Bereich Tiefbohrtechnik beim Bohren und Fördern von Erdöl und Erdgas, die bekanntlich nur zu einem geringen Teil hierzulande gefunden werden. Doch selbst in Deutschland wurden innerhalb der letzten zwölf Monate 600 neue Arbeitsplätze geschaffen, was der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung auf die jüngst gestiegenen Aktivitäten bei der Suche neuer Lagerstätten zurückführt. Ein Teil der mehr als 7600 Mitarbeiter ist bei den Zulieferern und Dienstleistern der Branche beschäftigt.

Wenn auch nicht Abenteuerlust, aber Weltoffenheit ist eine wichtige Voraussetzung für ein Studium und eine berufliche Tätigkeit in der Rohstoffgewinnung. Die Experten auf diesem Gebiet sind untereinander gut vernetzt und pflegen die Kontakte zur Industrie, was einen hohen Praxisbezug der Studiengänge gewährleistet.

Und es geht auch nicht mehr nur um fossile Energien: In Clausthal wird an der Geothermie ebenso geforscht wie an der unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid aus Kraftwerken. In der Freiberger Studienrichtung Chemie können die Studierenden einen Schwerpunkt auf die Herstellung von Solarsilizium legen, dem Grundstoff für Solarzellen. THOMAS GAUL

www.tu-clausthal.de

www.tu-freiberg.de

Von Thomas Gaul

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