Hochschule

Studieren neben dem Ballermann

Bei seiner Ankunft auf der Touristeninsel Mallorca quälten Tom Axmann noch Zweifel. Heute schaut der angehende Diplom-Ingenieur gerne auf seine Studienzeit in Palma zurück.

Schon zu Beginn seines Studiums hatte Tom Axmann einen Traum: ein Jahr im Ausland verbringen. Ein Schülerjahr in Neuseeland und ein längerer Vietnam-Urlaub hatten bei dem angehenden Innenarchitekten Fernweh aufkommen lassen. Soeben ist sein Auslandsstudienjahr auf Mallorca zu Ende gegangen. „Tagsüber kommt man sich vor wie in Deutschland. Es wimmelt in der Altstadt von Palma nur so von deutschen Touristen“, meint der angehende Diplom-Ingenieur in der Rückschau.
Doch das ist nur die eine Seite seiner Mallorca-Erfahrung, denn bereut hat der 27-Jährige seine Entscheidung nie. Möglich wurde der Wechsel auf Deutschlands beliebteste Urlaubsinsel durch das Angebot der Fachhochschule Wiesbaden, die im Fachbereich Gestaltung eine Partnerschaft mit der vergleichbaren Einrichtung in Mallorcas Hauptstadt unterhält. Damit die Studierenden in diesem Auslandsjahr keine Zeit verlieren, werden die dort erworbenen Leistungsscheine für den deutschen Studiengang anerkannt. Zur Auswahl standen Tom Axmann alternativ auch Universitäten in den USA, Australien und Indonesien. Er entschied sich für eine neue Fremdsprache und ging, trotz des berüchtigten „Ballermann-Images“, nach Palma, auch weil seine Freunde in Reichweite blieben.
Der Schritt ins Ausland entpuppte sich zunächst als echte Knochenarbeit, denn Axmanns Spanischkenntnisse waren ähnlich unterentwickelt wie die der bierseligen Mitreisenden im Flugzeug. „Doch das hat mich nicht geschreckt, auch wenn die Familie und Freunde in Deutschland sehr skeptisch waren, ob das gut gehen würde“, erinnert er sich an seinen Start vor einem Jahr.

Als „Botschafter“ der FH Wiesbaden in Spanien

Ein Intensiv-Sprachkurs und die Hilfe seiner mallorquinischen Mitstudenten trugen schnell Früchte. Auch die Ermahnung seiner Hochschule, „ich sei hier schließlich Repräsentant der FH Wiesbaden“, sorgte für einen Motivationsschub, „denn in Palma habe ich fast keine Vorlesung versäumt“. Und nicht nur das. Schnell überholte er die einheimischen Jungarchitekten. Auch das berüchtigte Nachtleben setzte ihm nicht über alle Maßen zu. „Natürlich hat man hier einen anderen Rhythmus, so trifft man sich erst spät am Abend zum gemeinsamen Essen“, erzählt der gebürtige Krefelder.
Doch von mehr Parties als in Deutschland könne keine Rede sein, auch die angekündigten Besuche der Freunde blieben meist aus. So entstand schnell ein Studienalltag, der im Gegensatz zum theorieunterfütterten deutschen Ansatz ganz auf Praxisnähe setzt und Schwerpunkte wie den Entwurf von Ladeneinrichtungen enthielt, die permanent als Stegreifprojekte zügig bearbeitet werden mussten. Für den gelernten Schreiner, der sich aufgrund seiner mathematischen Vorliebe statt für eine Designschule für einen Diplom-Ingenieurstudiengang entschied, war es ein neues Handwerk, die Kunst, solche Projekte zu organisieren und möglichst rasch Lösungen zu entwerfen. Und er lernte schnell.
Als Axmann für eines der Projekte Zeitungspapier benötigte und dafür das deutschsprachige „Mallorca Magazin“ aufsuchte, überredete ihn ein Redakteur zu einem Artikel über den „deutschen Studenten unweit des Ballermanns“. Daraufhin meldete sich ein deutscher Fabrikant und schlug dem angehenden Ingenieur vor, nicht nur seine prächtige Finca umzubauen, sondern auch eine Marktstudie für Fertighäuser auf Mallorca zu erstellen.
Der begeisterte Hobbyfußballer zögerte nicht lange und machte sich gleich an die Arbeit. Wochenlang fuhr er über die Insel und suchte nach geeigneten Voraussetzungen für ein auf der Sonneninsel bislang unbekanntes Baukonzept. Der Auftraggeber war begeistert, und nur wenig später hatte sich der Wiesbadener Student mit seiner erfolgreichen Studie die Tür zu einem in Europa führenden Produzenten von Fertigbauhäusern geöffnet, der ihn gleich nach seiner Rückkehr von Mallorca zu einem Praktikum in der Nähe von Wien einlud. Axmann hat durch die Entscheidung für Palma bereits vor der Diplomarbeit, die er demnächst abschließen will, eine lukrative berufliche Perspektive gefunden. A. LEIMBACH
Qualifikation Fremdsprache

Ingenieure haben große Defizite

Mehr als 50 % aller Anforderungen, die seitens der Wirtschaft an den Führungsnachwuchs gestellt werden, zählen zu den so genannten „Schlüsselqualifikationen“. Das ergab eine jüngste Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Besonders schlecht schnitten bei der Bestandsaufnahme die Ingenieure ab: So sahen die Unternehmen gleich bei 68 % „große bis sehr große Defizite“ bei den außerfachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ein Schwerpunkt hier sind Fremdsprachen und die Erfahrungen mit fremden Kulturen. An der Fachhochschule Wiesbaden hat man darauf längst reagiert, indem es auch für die Ingenieurstudiengänge zahlreiche Angebote gibt, an ausländischen Partneruniversitäten Kurse zu besuchen, die nach der Rückkehr für das Diplom anerkannt werden. Die Professoren halten Seminare im Ausland, einer von ihnen unlängst auch in Palma de Mallorca. A.L.

Von A. Leimbach

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