Zu viele kehren zurück 09.05.2014, 11:53 Uhr

Stifterband fordert Gebühren für ausländische Studenten

Mehr ausländische Studenten an deutschen Hochschulen, die allerdings für ihr Studium Gebühren zahlen sollen, hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefordert. 

Forschung an Ersatzmaterial für Knorpel im Institut für Allgemine Mechanik der RWTH Aachen: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat jetzt Gebühren für ausländischen Studenten aus Nicht-EU-Staaten bei gleichzeitig leichterem Zugang zu Studienplätzen gefordert.

Forschung an Ersatzmaterial für Knorpel im Institut für Allgemine Mechanik der RWTH Aachen: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat jetzt Gebühren für ausländischen Studenten aus Nicht-EU-Staaten bei gleichzeitig leichterem Zugang zu Studienplätzen gefordert.

Foto: RWTH Aachen/Peter Winandy

Es gäbe zu viele Studenten aus dem Nicht-EU-Ausland, die sich hier kostenlos ausbilden lassen, um dann wieder in ihre Heimatländer zurück zu kehren, kritisiert Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, im Gespräch mit den VDI nachrichten. „Wir verschenken viel volkswirtschaftliches Potenzial, wenn wir der ganzen Welt ein kostenloses Studium ermöglichen, aber nur ein sehr geringer Anteil der ausländischen Studierenden auf dem deutschen Arbeitsmarkt landet“, so Meyer-Guckel.

Bessere Betreuung ausländischer Studenten finanzieren

Mit den Gebühren will der Generalsekretär aber nicht etwa Bewerber abschrecken, sondern vielmehr eine bessere Betreuung finanzieren. „Wir können die Studierenden aus dem Ausland mithilfe von Sprachkursen, Kursen an Kollegs und durch Orientierungssemester besser vorbereiten. Zudem müssen die Hochschulen die ausländischen Studenten besser betreuen. Das alles ist nicht billig“, sagte Meyer-Guckel. „Wir wollen auch nicht das normale Studium, sondern die Zusatzleistungen, wie Zusatzkurse zur besonderen Betreuung ausländischer Studierender gebührenpflichtig machen. Dafür können Studenten, die etwa aus China oder aus Lateinamerika in nicht geringer Zahl nach Deutschland kommen, auch einen kleinen Obolus bezahlen.“

Zugleich sei es wichtig, den Zugang zu deutschen Universitäten für ausländische Studenten zu erleichtern. „Zügige Tests müssen die teilweise langwierigen Aufnahmeverfahren ersetzen.“

Die ausländischen Absolventen könnten helfen, den immer noch bestehenden Ingenieurmangel zu lindern. So sei „die Zahl der MINT-Absolventen angesichts einer boomenden deutschen Wirtschaft noch zu gering“, betont Meyer-Guckel. „Vor allem mittelständische Unternehmen abseits der Metropolen leiden unter eklatantem Nachwuchsmangel. Für sie ist es auch schwer, international Fachkräfte anzuwerben, obwohl ihnen kaum ein anderer Weg bleibt.“

Unternehmen müssen ausländische Bewerber auch einstellen

Allerdings seien auch die Unternehmen gefordert, mehr zu tun, um ausländische Fachkräfte für sich zu gewinnen. „Der Staat kann Fachkräfte aus Südeuropa lediglich anwerben, einstellen müssen sie die Unternehmen“, so Meyer-Guckel. „Deutsche Arbeitgeber sollten mit den Career-Centern der Universitäten kooperieren. Die Absolventen ausländischer Herkunft müssen auf eine berufliche Tätigkeit intensiver vorbereitet werden. Es sind etwa Kenntnisse der deutschen Arbeitskultur zu vermitteln. Über Praktika, Werkverträge oder Austauschprogramme ist eine Integration in Stufen möglich.“

Von Wolfgang Schmitz & Axel Mörer-Funk

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