Neue Studiengänge

„Stadt und Energie“ als Masterstudiengang an der TU Berlin

Die Studierenden der drei neuen Masterstudiengänge rund um das Thema „Stadt und Energie“ bewegen sich an der TU Berlin in einer Art Reallabor. Rund um den Schöneberger Wasserturm bietet das Euref-Gelände alles, was auch in der energieeffizienten Stadt der Zukunft zu finden sein könnte.

Kreativität braucht Raum. Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung einer ausreichenden Quadratmeterzahl, sondern vor allem auch um das entsprechende Ambiente – ein wesentlicher Grund, weshalb sich die Organisatoren der drei neuen Masterstudiengänge rund um das Thema „Stadt und Energie“ an der Technischen Universität Berlin für den Standort des Schöneberger Gasometers aussprachen.

„Das Gelände ist Sitz des alten Schöneberger Gasometers, des einstigen Berliner Gasversorgers“, erzählt Frank Behrendt, Leiter des Fachgebiets Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien an der TU Berlin. Das 1910 erbaute und 1995 stillgelegte Bauwerk gehörte zu den drei größten Gasspeichern Europas. Als die Hauptstadt in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts von Stadtgas auf Erdgas umstellte, warf das die Frage auf, welchen Sinn jetzt noch das denkmalgeschützte Gasometer im Stadtquartier Rote Insel macht.

Schöneberger Gasometer: Ort für die neuen Studiengänge der TU Berlin

Seit 2007 gibt es neue Pläne. Reinhard Müller, Vorstand des Europäischen Energieforums (Euref) und Käufer des Gasometer-Geländes, will auf dem 55 000 m2 großen Terrain die Stadt der Zukunft errichten. „Er hatte die Idee – getrieben durch die Szenerie –, eine Energie-Universität mit europäischem Zuschnitt zu gründen“, erläutert Frank Behrendt. Dazu gehörte für ihn das erste CO2-neutrale Stadtquartier Europas, in dem Ingenieure aus Unternehmen mit Wissenschaftlern und Studierenden zu nachhaltigen Lösungen forschen.

Was lag strategisch und räumlich näher, als die TU Berlin und deren bereits vorhandene Kompetenzen unter dem Themenkomplex „Stadt und Energie“ eng in Planungen und Ausführungen miteinzubinden. Zum Sommersemester gehen drei kooperierende und interdisziplinäre Masterstudiengänge mit den Schwerpunkten Bau, Verkehr und Infrastruktur an den Start: „Energieeffizientes Bauen und Betreiben von Gebäuden“, „Energieeffiziente urbane Verkehrssysteme“ sowie „Urbane Versorgungsinfrastrukturen“.

Bis dahin soll der 2 Mio. € teure Umbau des Wasserturms mit Seminarräumen und einem Audimax beendet sein. Dann bildet der Turm auf dem Euref-Gelände das beeindruckende Wahrzeichen einer noch im Wachstum begriffenen, ökologisch optimierten Ministadt.

Optimale technische Voraussetzungen für Energieforschung der TU Berlin

Die technischen Voraussetzungen könnten kaum besser sein, meint Frank Behrendt, der die Energieforschung koordiniert. „Auf dem Euref-Gelände sind eine große Elektroladestation und ein eigenes Stromnetz vorhanden, das beste Bedingungen für ein Smart Grids-Testfeld bietet. Die Studierenden bewegen sich also in einer Art Reallabor.“

Die Nähe zu den dort ansässigen Firmen soll die große Praxisnähe der drei Studiengänge gewährleisten. Profitieren könnten die Masterstudenten auch vom „Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel“ (InnoZ), wo die Umsetzbarkeit von Elektromobilität in den öffentlichen Verkehr erprobt wird.

Im Gegenzug sind auch die Unternehmen an einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit Forschung und Lehre interessiert. Behrendt: „Die Unternehmen bekommen Einblick in die Qualität der Studierenden. Das könnte ein Schaulaufen der Beteiligten für Bewerbungen sein.“

Zu enge inhaltliche Absprachen mit der Wirtschaft lehnt Behrendt ab. „Ich betone, dass die Studien universitären Anspruch haben.“ Kreativität soll wissenschaftlichen Freiraum haben.

Ähnliches gilt für die allgemeine inhaltliche Zielsetzung. Behrendt: „Wir wollen Absolventen, die sich in der Breite der Themen auskennen. Beispiel Gebäudestudiengang: Architekten, Juristen, Kaufleute, Ingenieure und Naturwissenschaftler sollen in Projekten voneinander lernen.“ Juristen und Kaufleute sollen ihr Wissen um technische Aspekte erweiteren, Ingenieure sich in ökonomische und Management-Aspekte einarbeiten. „Ein Absolvent des Gebäude-Masters soll die Sanierung eines großen Wohnungsbestandes organisieren können. Anspruch ist, Führungspersonal auszubilden.“

„Stadt und Energie“: TU Berlin lässt Fachleute aus Hochschule und Industrie zu Wort kommen

Damit die wissenschaftliche Breite stimmt, werden Fachleute aus Hochschule und Industrie in Seminaren und Ringvorlesungen zu Wort kommen. „So berichtet ein Mediziner über die Krankheitsbilder in der Frühphase des energieeffizienten Bauens und was man daraus gelernt hat“, so Frank Behrendt.

Die universitäre Auslagerung ist aber nicht allein den Faktoren einer inspirativen und infrastrukturell günstigen Architektur geschuldet. Es geht auch um Kapazitätsprobleme. „Es war eine völlig neue Infrastruktur nötig. Bei 30 neuen Studierenden pro Masterstudiengang wären das im nächsten Jahr 180 Studierende. Dazu kommen der doppelte Abiturjahrgang und die Aussetzung der Wehrpflicht. Wegen dieser Belastung ist auf dem Hauptcampus kein Platz mehr“, so Behrendt.

Von Wolfgang Schmitz

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