Technikunterricht

Spaß am alltagsnahen Unterricht

In Gemeinschaftsaktionen mit Hochschulen und Schulen versuchen immer mehr Unternehmen, Eigenwerbung zu betreiben und den Nachwuchs für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. Ein Beispiel aus Westfalen.

Die verwenden vier Tonnen, wir vier Gramm, das ist schon ein imposanter Unterschied“, schwärmt Gymnasiast Christian Brandt vom Besuch des Chemie-Grundkurses bei der Knoll AG in Minden. Dort haben sich die Oberstufen-Schüler die Koffeinsynthese, die sie zuvor im Schulversuch ausprobierten, im industriellen Einsatz angesehen.
„Wir haben den ganzen Weg vom Rohstoff bis zum Endprodukt kennen gelernt und nicht nur einzelne Schritte“, bilanziert Klassenkamerad Christoph Bulmahn. „In der Schule konnten wir nur vier der neun Produktionsschritte ausprobieren. Die anderen wären zu giftig“, weiß der junge Mann. Auch die Chemielehrerin Andrea Tiedemann-Malek lobt die neue Zusammenarbeit zwischen der Knoll AG und dem Städtischen Gymnasium Porta Westfalica. „Das funktioniert gut, wenn man einen festen Ansprechpartner im Unternehmen hat. Und in einer dauerhaften Zusammenarbeit erfahren die Schüler mehr, als wenn man mit einer Klasse nur einmal vorbeikommt.“
Gerade einmal vier junge Leute des Kleinstadt-Gymnasiums haben sich in diesem Schuljahr für den Chemie-Grundkurs angemeldet. Für Physik-Leistungskurse entscheiden sich im Bundesdurchschnitt weniger als 5 % der Schüler. Um für naturwissenschaftliche Berufe zu werben und die Praxis von Technik und Wirtschaft in den Unterricht zu holen, hat sich die Weidmüller-Stiftung mit rund 20 ostwestfälischen Unternehmen und der Fachhochschule Bielefeld zusammengetan. In gemeinsamen Projekten laden sie Schülergruppen an die Fachhochschule und in die Unternehmen ein, um ihnen die naturwissenschaftlich-technischen Berufe nahe zu bringen. Im Betrieb erleben die jungen Leute die Anwendungsgebiete der Physik, Chemie, Biologie, Technik und der Betriebswirtschaft von der Produktentwicklung über die Herstellung bis zum Marketing und Vertrieb, die ihnen die Schule nicht vermitteln kann. Unter dem Titel „Technikorientierung in Schule und Wirtschaft“ zeigen Unternehmen Schulklassen ihren betrieblichen Alltag und helfen Lehrerinnen und Lehrern, praxisnahe, auch fächerübergreifende Unterrichtseinheiten für die naturwissenschaftlichen Fächer zu entwickeln.
Zusammen mit der Bezirksregierung und den Wirtschaftsjunioren organisiert die 1986 von der gleichnamigen Detmolder Firma gegründete Weidmüller Stiftung schon seit einigen Jahren dauerhafte Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. „Wir müssen zunächst die Lehrer der naturwissenschaftlichen Fächer mit der Praxis in den Unternehmen vertraut machen“, beschreibt Stiftungs-Geschäftsführer Volker Herzig den Einstieg in die Zusammenhänge zwischen den theoretischen Naturwissenschaften, der gewerblichen Anwendung und der Betriebswirtschaft. Die Schüler hätten Spaß am „alltagsnahen Unterricht“ und opferten dafür sogar freiwillig schulfreie Nachmittage. Wenn die jungen Leute in den Unternehmen recherchieren, Mitarbeiter ausfragen und so die Arbeit in verschiedenen Abteilungen kennen lernen, werden, so Herzig, die „Sozialkompetenzen mit vermittelt“.
Inzwischen arbeiten nach Angaben der Stiftung im Regierungsbezirk Detmold 15 Unternehmen mit 70 Lehrern an verschiedenen Schulen auf diese Weise zusammen. Das Land Nordrhein-Westfalen bezahlt die Projektleiter und hat in Ostwestfalen-Lippe acht Lehrer für die Moderation der Kontakte in die Wirtschaft freigestellt. Auch das mittelständische Bauunternehmen Goldbeck in Bielefeld hat sich jetzt an der Kooperation mit den Schulen und der Bielefelder Fachhochschule beteiligt. „Wir versuchen schon zwei bis drei Jahre im voraus neue Trends zu erspüren“, erklärt Goldbeck-Geschäftsführer Dieter Pohlmann sein Engagement in den Schulen. Weil das Unternehmen genügend Leute eingestellt hat, als viele Ingenieure Arbeit suchten, habe man jetzt keinen Mangel“, meint Pohlmann. Als geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH müsse er sich dafür nicht vor Aktionären rechtfertigen.
Von den Schulen, Universitäten und auch von den Fachhochschulen wünscht sich Pohlmann, wie viele andere Unternehmen, dass sie den Nachwuchs noch praxisnäher ausbilden. Am liebsten stellt Goldbeck Leute ein, die vor dem Studium eine Lehre gemacht haben und so wissen, was sie in der Wirtschaft erwartet. Wer nur eine Hochschule absolviert hat, brauche „ein bis zwei Jahre, um leistungsfähig zu sein“. ROBERT FISHMAN
http://www.weidmueller-stiftung.de

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