Hochschule

Schüler im Informatikhörsaal  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 28. 3. 08, ws – Die Technische Universität München (TUM) geht ungewöhnliche Wege, um talentierte Schüler für ein Informatikstudium zu begeistern. Seit dem Wintersemester studieren dort in einem Modellprojekt 30 besonders begabte Jugendliche neben der Schule Informatik.

Der Hörsaal am Universitätscampus in Garching füllt sich. Rund 30 Schüler sitzen entspannt in der ersten Reihe, während sich Eltern, Geschwister, Freunde und Lehrer mit den hinteren Plätzen begnügen. Die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren aus dem Großraum München lauschen zum Abschluss ihres ersten Semesters an der TU München den Worten von Dekan Alfons Kemper. Überschwänglich lobt der Informatikprofessor und Initiator des Programms „www.Schueler.In.TUM.de“ die eifrigen Schüler, die alle Prüfungen bestanden haben.

Seit dem Wintersemester 2007/08 studieren sie an bis zu drei Nachmittagen, besuchen Vorlesungen und ein Programmierseminar an der TU München. Sie sitzen in den gleichen Vorlesungen wie ihre eingeschriebenen und zahlenden Kommilitonen im ersten Semester des Informatik-Bachelorstudiengangs lediglich das dreistündige Praktikum „Grundlagen der Programmierung“ wird exklusiv für die Teilzeitstudenten angeboten.

Studiengebühren müssen die Schüler nicht entrichten, lediglich Kosten für die Anreise zum Campus sowie Lehrmittelkosten müssen sie selbst aufbringen. Die 30 Schüler werden von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin betreut. Das Projekt wird großzügig aus Mitteln der Klaus Tschira Stiftung unterstützt, ein weiterer Sponsor ist die Deutsche Telekom Stiftung.

Die TUM arbeitet mit Partnergymnasien im Großraum München zusammen, von dort kamen die meisten Anfragen. Neben guten Noten und der Begabung für Mathematik benötigten die jungen Bewerber ein Empfehlungsschreiben ihres Mathematiklehrers.

Andreas Lenz erfuhr zufällig vom TUM-Angebot: „Die Oma eines Freundes hat davon im Radio gehört.“ Der 16-jährige Schüler besucht die 11. Klasse eines Gymnasiums in Gilching, einer Kleinstadt im Landkreis Starnberg. Um zu den Vorlesungen zu kommen, verbringt er pro Fahrt mehr als eine Stunde in U- und S-Bahn.

Für den 16-Jährigen lohnt sich dieser Aufwand, denn ihm machen das Studium und die neue Herausforderung großen Spaß. Die Anreise nutzt er, um seine Hausaufgaben zu erledigen.

Mit dem Schnupperstudium möchte die TUM begabten Schülern einen frühen Einstieg in den Universitätsalltag bieten und die Studienwahl – idealerweise für das Fach Informatik – erleichtern. Den ehrgeizigen und fleißigen Schülern kommt das Engagement später zugute. Neben wertvollen Kontakten zu Mitstudierenden und Professoren können sie sich ihre gesammelten Bachelor-Punkte (ECTS-Punkte) auf das spätere Studium anrechnen lassen.

Manche Eltern spekulieren mit den Credit Points und hoffen, dass sich durch deren Anrechnung die Studiendauer ihrer Sprößlinge reduzieren lässt und sie später weniger Studiengebühren zahlen müssen. „Es sind schon Eltern auf mich zugekommen und haben gefragt, welche Kosten sie später einsparen können“, erzählt Prof. Kemper.

Solche Überlegungen spielen für die Schüler keine Rolle. Sie motiviert die Herausforderung und die Faszination für das Fach Informatik. „Die Schüler wollen keine Unterrichtsbefreiung für das Studium“, ergänzt Kemper. Die Uni-Veranstaltungen beginnen nach 16 Uhr, damit es keine Überschneidungen mit dem Stundenplan gibt.

Mit der Initiative „Schueler.In.TUM“ möchte die Uni mehr Begeisterung für technische Fächer, insbesondere für Informatik wecken. Ein erklärtes Ziel des Programms ist es auch, mehr junge Frauen für ein naturwissenschaftliches Studium zu gewinnen. „Mädchen sollen sich nicht vom herkömmlichen Rollenbild leiten lassen“, betont Arndt Bode, Vizepräsident der Technischen Universität München.

Auch der Initiator des Programms, Alfons Kemper, zerbricht sich den Kopf darüber, weshalb sich so wenige Schülerinnen für ein Informatikstudium entscheiden. Die Angebote der Elitehochschule, etwa ein dreitägiges Praktikum für Schülerinnen oder das Projekt „Mädchen machen Technik“, zeitigten noch nicht den gewünschten Erfolg. In der Informatik-Schüler-Gruppe sind nur fünf junge Frauen zu finden. Die Frauenquote im Fach Informatik an der TUM liegt durchschnittlich bei bescheidenen 11 %. Für ein Wirtschaftsinformatikstudium interessieren sich immerhin rund 20 % lediglich Bioinformatik mit einem Frauenanteil von 28 % scheint attraktiver zu sein.

Das Schülerstudium ist auf vier Semester angelegt. Interessenten können sich im Herbst wieder bewerben. Arndt Bode plant, dieses „erweiterte Schnupperstudium“ auch für andere Studienfächer der Technischen Universität anzubieten. INGRID WEIDNER

Das Problem, Mädchen zu motivieren, bleibt.

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