Technikunterricht

Sachsen – Land der Ingenieure  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 11. 08, ws – Wie gut, dass nicht jede Tradition von Zeitgeist und politischem Wandel niedergewalzt wird. In Sachsen genießen Ingenieure seit jeher erstklassige schulische und universitäre Ausbildungen. Kein Wunder, dass der Freistaat bei den Naturwissenschaften im Pisa-Bundesländervergleich die Spitze belegt. Andere Bundesländer sollten dem Beispiel folgen, rät VDI-Direktor Willi Fuchs.

Zum Abschluss des Pisa-Zyklus, der Ende 2001 begann, gab es noch einmal einen Wechsel an der Tabellenspitze. Sachsen gewann in allen drei Disziplinen – Naturwissenschaften (auf denen der Schwerpunkt lag), Mathematik und Lesen – und löste damit Bayern als Spitzenreiter ab.

Auch die anderen ostdeutschen Länder legten einen Zahn zu. Sie sorgten im internationalen Vergleich wesentlich dafür, dass Deutschland bei den Naturwissenschaften eine erfolgreiche Aufholjagd startete. Sachsen hat auf diesem Feld sogar zum Pisa-Sieger Finnland aufgeschlossen.

„Masse kann auch Klasse bringen“, kommentiert Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure, das Abschneiden Sachsens. „30 % der Unterrichtszeit wird dort für MINT-Fächer, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, verwendet. Damit ist Sachsen Vorbild.“

Ebenso wie in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben in Sachsen mehr als 40 % der Schüler und Schülerinnen mindestens vier Stunden in der Woche naturwissenschaftlichen Unterricht. In einigen anderen Bundesländern liegt der Schnitt bei zwei Stunden.

Die anderen Länder sollten daraus ihre Schlüsse ziehen und den MINT-Fächern mindestens ein Drittel aller Unterrichtsstunden einräumen, so Fuchs. „Mittelfristig müssen dafür die benötigten Lehrkräfte qualifiziert werden.“

Sachsen habe mit seinen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen sehr erfolgreich auf die demografischen Veränderungen reagiert, hob der Koordinator der nationalen Pisa-Studie, Manfred Prenzel, bei der Vorstellung der Studie am Dienstag hervor.

Das neue Bundesland baut auf schulkulturelle Traditionen und hielt diese auch nach dem Mauerfall aufrecht. Naturwissenschaften, aber auch Technik, gelten im Freistaat als allgemeines Bildungsgut.

Sachsen sehe er daher als „Kaderschmiede für Ingenieure“, sagte der Dresdener Gymnasialdirektor Frank Haubitz der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Viele sächsische Lehrer seien noch im DDR-System geschult worden. Damals „waren fachwissenschaftliche und pädagogische Ausbildung enger verzahnt“.

Bewährt, so Sachsens Kultusminister Roland Wöller, habe sich auch das gegenüber westdeutschen Bundesländern einfachere zweigliedrige Schulsystem. Neben dem Gymnasium gibt es nur noch die Mittelschule, eine Kombination aus Haupt- und Realschule. Obwohl der Christdemokrat mit Stolz auf dieses Modell verweist, möchte er es seinen Kollegen aber nicht konsequenterweise empfehlen. Schließlich setzen seine Parteikollegen in anderen Ländern weiterhin beharrlich auf das dreigliedrige System.

Erleichternd für einen effektiven Unterricht kommt in Sachsen das der demografischen Entwicklung und der Abwanderung geschuldete gute Betreuungsverhältnis hinzu.

Tradition hat in Sachsen auch das gute Abschneiden bei „Jugend forscht“. Und jeder vierte Hochschulabsolvent strebt einen technischen Beruf an. Das ist bundesweit Rekord.

Der Bildungsforscher Klaus Klemm von der Uni Duisburg-Essen warnt indes davor, die Ergebnisse des Pisa-Bundesländer-Vergleichs als Rangliste wie eine Bundesliga-Tabelle zu betrachten. Ballungszentren bzw. Stadtstaaten hätten es wegen anderer sozialer Strukturen schwerer als Flächenländer. ws

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Schmitz

    Wolfgang Schmitz

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Bildung, Karriere, Management, Gesellschaft

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