Nachwuchsförderung

Punktsieg für das duale System  

Hier wurden in drei Disziplinen die nationalen Berufswettbewerbe SkillsGermany mit großem Einsatz und vor viel Publikum ausgetragen.

Konzentriert, den Kopf leicht schräg nach vorn geneigt, trotzt der Auszubildende Florian Fuchs dem Blitzlicht-Gewitter. Er will nicht wissen, wer sich nun vor der Aktionsbühne der SkillsGermany-Teilnehmer fotografieren lässt. Zu viele Promis sind es, die in Halle 26 der Hannover Messe die prestigefördernden nationalen Meisterschaften in den Berufssparten Elektrotechnik (Organisator Rittal), IT-Netzwerktechnik (Cisco) und Mobile Robotik (Festo) für sich entdecken.

Denn hier kämpft der beste technische Nachwuchs des dualen Bildungssystems um Gold und einen Platz bei den Europa-Meisterschaften EuroSkills im September 2008 in Rotterdam. Da haben Fuchs (Wacker Chemie Burghausen) und seine elf Kombattanten in der Disziplin Elektrotechnik keine Zeit zu verschenken. Sie arbeiten gegen die Uhr. In drei Tagen müssen sie das Modell einer Bio-Öl-Abfüllanlage installieren, programmieren und die Inbetriebnahme durchführen. Zehn Seiten umfasst die Aufgabe, jede Seite mit neuen Anforderungen, die es immer schwieriger machen, das Ganze zu überblicken und fristgerecht zu erfüllen.

„Die Zeit war sehr knapp“, gesteht Fuchs bei der Preisverleihung kurz nach dem offiziellen Ende des Wettbewerbs. „Und der Pumpenmotor war eine harte Nuss, weil mehrere Befehle an das Gerät geschickt werden mussten.“ Doch der 20-Jährige hat es geschafft. Er ist Sieger, ein müder, aber selig lächelnder Sieger, der etwas unsicher seinen Pokal umklammert. Blass auch die Zweit- und Drittplatzierten, Simon Martin Müller von Rittal Herborn und Andreas Knorr von Wacker Chemie. Kollegen kommen vorbei, gratulieren, lächeln, drücken den Gewinnern eine Flasche Bier in die Hand, alle nehmen einen Schluck – blass bleiben sie trotzdem und auch gedämpft. Ebenso die Gewinner in IT-Netzwerktechnik, alle ehemalige Absolventen der Cisco Academy: Hendrik Montag von Vattenfall Europe Hamburg als Erstplatzierter, Patrick Knott von Telekom Thüringen und Jonathan Messmer von Innovative Datensysteme Stuttgart.

Einen Marathon der besonderen Art mussten die Zweierteams im Segment Mobile Robotik durchlaufen. Beispielsweise sollten sie ihrem Roboter beibringen, dass er nach einem Hindernisparcours die Startlinie auch als Ziel erkennt. „Das gelang keinem Team ganz einwandfrei“, erzählt Ulrich Karras von Festo Didactic. Überraschend eindrucksvoll dagegen lösten die Teams das Eispuck-Schießen, bei dem die etwas staksigen Maschinen Schwung nehmen und trotzdem Richtung halten mussten. „Bemerkenswert war, wie sich die jungen Leute mit ,ihrem“ Roboter identifizierten“, staunt Karras.

Noch stellt die japanische Nationalmannschaft die Gewinner der World-Skills im Wettbewerb Mobile Robotik. Doch in Hannover zeigten das Karmann-Team Christian Obricht/Julian Schwegmann (1. Platz), das Festo-Team Nils Hunger/Johannes Grießinger und die Drittplatzierten Timo Barz/Maximilian Schauer, dass mit ihnen zu rechnen ist. Denn sie bringen, wie alle Teilnehmer der nationalen Berufsmeisterschaft, ein besonderes Plus mit: Das Ingeniosität fördernde Duale Bildungssystem. Bereits bei den letztjährigen Weltausscheidungen hat die deutsche Mannschaft extrem hohe Kreativität bewiesen, berichtet SkillsGermany-Chef Theodor Niehaus. Mit dem Extra-Potenzial sind die Gewinner gut positioniert für die EuroSkills in Rotterdam und die WorldSkills 2009 in Calgary.

In diesem Jahr haben die Berufswettbewerbe selbst einen Gewinn eingefahren: Die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ zeichnete SkillsGermany im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ als hervorragenden Motivator für die Leistungsfähigkeit des Nachwuchses aus. Olympia-Stimmung jedenfalls war schon bei den SkillsGermany auf der Messe. Doch es geht nicht um schneller, höher, weiter. „Es geht um die Wirtschaftskraft des Landes“, erklärt Messe-Chef Sepp D. Heckmann bei der Preisverleihung. Und die sei von den jungen Menschen hervorragend repräsentiert worden. So mancher müde Wettkämpfer mag sich an diesem Abend die Augen ob der vielen Lorbeeren reiben. Bisher fanden eher Hochschulen und deren Exzellenzwettbewerb Publicity, während die Exzellenz des dualen Bildungssystems eher im Ausland Eindruck macht. Übrigens: Viele der SkillsGermany-Teilnehmer werden später noch ein Studium auf ihre Ausbildung setzen.

RUTH KUNTZ-BRUNNER

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