Hochschule

Professor mit Talent zum Goldgräber  

VDI nachrichten, Berlin, 27. 1. 06, ws – Der Rotstift macht auch vor der akademischen Ausbildung nicht halt. Um ihre Kassen aufzufüllen, gehen Präsidenten und Rektoren technischer Hochschulen verschiedenartige Wege. Die einen suchen verstärkt die Nähe regionaler Unternehmen, die anderen legen Schwerpunkte, um über Profilbildung an leistungsorientierte Zuschüsse zu gelangen.

Offensive durch Wissen und Lernen“. Mit diesem Titel wirbt die Technische Universität Berlin für ein kürzlich verabschiedetes Programm zur nachhaltigen Verbesserung der Studiensituation. 10 Mio. € wollen die Berliner im nächsten Jahr in vier Projekte investieren. „Mit dieser Aktion dokumentieren wir die zentrale Bedeutung einer exzellenten Lehre an der TU Berlin“, erläutert TU-Präsident Kurt Kutzler. In Zeiten knapper Kassen setzt der Präsident vor allem auf interne Einsparungen, um die notwendigen Mittel zu akquirieren. „Da müssen andere Dinge eben zurückstecken.“

Damit liegt die TU Berlin im Trend. Das Motto „Mach mehr aus weniger“ bestimmt die Überlegungen an vielen deutschen Universitäten. Veränderte Rahmenbedingungen machen es ihnen nicht leicht, Gelder für wichtige Reformen aufzubringen. Die anfängliche Freude über mehr Selbstständigkeit in der Gelderverwaltung ist einer sachlichen Auseinandersetzung mit den daraus resultierenden Veränderungen gewichen. Die Universitäten müssen zunehmend nachweisen, wie effektiv sie die verteilten Gelder einsetzen.

In den für 2006 vereinbarten Hochschulverträgen, die den Geldfluss von den Ländern an die Universitäten festlegen, lässt sich eine Gesamtveränderung im staatlichen Steuerungsprozess weg von output-bezogenen und hin zu einer input-bezogenen Geldvergabe ablesen. „Für die Universitäten bedeutet dies, dass sie zusätzlich zum grundsätzlichen Rückgang der Bezuschussung nachweisen müssen, wie effektiv sie ihre Gelder verwenden“, erklärt Kutzler, „denn immer häufiger werden leistungsorientierte Mittelvergaben festgeschrieben“.

Der Landeszuschuss an die TU Berlin sinkt bis 2009 von 264 Mio. € auf 240 Mio. €. Im selben Zeitraum steigt die Höhe der leistungsbezogenen Mittel von 20 % auf 30 %. „2009 beläuft sich die Höhe der leistungsbezogenen Mittel so auf über 70 Mio. €, also mehr als ein Viertel unseres Gesamtzuschusses.“

Die „Offensive durch Wissen und Lernen“ ist vor allem als Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen zu verstehen. Kutzler: „Wir kommen unseren Pflichten hinsichtlich einer weiteren Verbesserung der Studienbedingungen aus dem Hochschulvertrag nach, den wir mit dem Land Berlin geschlossen haben.“

Auch andere Beispiele aus der deutschen Hochschullandschaft zeigen vielversprechende Reaktionen auf die neuen Umstände.

So verkündete die Hochschule Biberach jüngst ein bundesweit einmaliges Finanzierungsmodell für den Neubau und die Erstausstattung des neuen Studienganges Pharmazeutische Biotechnologie zum Wintersemester 2006/2007. Bund, Land, Landkreis und Stadt waren an diesem Public-Private-Partnership-Modell genauso beteiligt wie die Pharma-Unternehmen Rentschler und Boehringer-Ingelheim sowie die örtliche Kreissparkasse. „Verschiedene Vertreter aus der Gegend haben das gemeinsame Interesse, dass sich die Region weiterentwickelt“, erklärt Wolfram Burster, Verwaltungsdirektor der Hochschule Biberach. „Nachdem die Vertreter aus der Region über die Hälfte der benötigten Gelder aufbringen konnten, hat sich das Land Baden-Württemberg bereit erklärt, die restlichen Gelder zuzuschießen.“

Ein Blick auf die Technische Universität Freiberg zeigt, dass auch das im amerikanischen Hochschulwesen verbreitete Modell einer Stiftungsgründung zur zusätzlichen Finanzierung der Universität in Deutschland funktionieren kann. So gründeten die Sachsen bereits im Jahr 2002 eine eigene Stiftung. „Wir haben schon vor Jahren erkannt, dass sich der Staat zunehmend aus der Finanzierung der Universitäten zurückziehen wird“, erklärt Georg Unland, Rektor der TU Freiberg. „Die Gründung einer Stiftung, die parallel zur staatlichen Finanzierung Lehre und Forschung unterstützt, erschien uns als zukunftsträchtige Maßnahme.“

Unland warnt gleichzeitig davor, die Etablierung des Stiftungswesens in Deutschland zu unterschätzen. „Da braucht es einen Bewusstseinswandel. Nur wenn sich Privatpersonen wie Unternehmen gleichermaßen für die Qualität der deutschen Universitäten verantwortlich fühlen, kann ein Stiftungsmodell erfolgreich sein.“ Damit sich ein solcher Wandel vollzieht, müsse der Staat das Stiftungswesen attraktiver gestalten: „Steuerliche Anreize für das Unterstützen von Hochschulstiftungen wären da eine große Hilfe.“

Ein Blick in die USA mag als Hinweis dafür gelten, welche Potenziale über Stiftungen und Sponsoren freigelegt werden, als Maßstab für das deutsche Hochschulwesen scheinen sie jedoch vermessen: So bestritt die Stanford University im vergangenen Jahr 66 % ihres Haushaltes aus Stiftungserträgen – mit hierzulande unglaublichen 1,79 Mrd. US-Dollar. C. GABLER

Von C. Gabler

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