Bergbaustudium weiter sinnvoll

Prof. Drebenstedt: Bergbau ist weltweit ein Wachstumsmarkt

Ein Bergbaustudium ist kein Auslaufmodell, sondern hat Zukunft: Gerade deutsche Bergbautechnik ist weltweit gefragt, so Prof. Carsten Drebenstedt. Absolventen böten sich sogar Chancen auf eine internationale Karriere. Zudem würden in Deutschland noch viele Rohstoffe mit Bergbautechnik gewonnen.

Deutsche Bergbautechnik – im Bild Förderbänder im Tagebau am Niederrhein – ist weltweit gefragt. Deshalb hält Prof. Carsten Drebenstedt auch in Zukunft ein Bergbaustudium in Deutschland für sinnvoll. Obwohl die Steinkohleförderung eingestellt wird, gebe es noch zahlreiche Rohstoffe, die in Deutschland gefördert werden wie Baurohstoffe, Kalidünger, Spezialtone und -sande sowie Zementrohstoffe. Und natürlich in großem Umfang Braunkohle.

Deutsche Bergbautechnik – im Bild Förderbänder im Tagebau am Niederrhein – ist weltweit gefragt. Deshalb hält Prof. Carsten Drebenstedt auch in Zukunft ein Bergbaustudium in Deutschland für sinnvoll. Obwohl die Steinkohleförderung eingestellt wird, gebe es noch zahlreiche Rohstoffe, die in Deutschland gefördert werden wie Baurohstoffe, Kalidünger, Spezialtone und -sande sowie Zementrohstoffe. Und natürlich in großem Umfang Braunkohle.

Foto: RWE AG

Deutsche Bergbaumaschinen- und -anlagenbauer, Consulter und Bergbau-Spezialunternehmen verdienen ihr Geld überwiegend mit dem Export von Technik und Know-how in die Rohstoff gewinnenden Länder. Diesen Trends muss auch die universitäre Ausbildung Rechnung tragen, um die Anforderungen an Absolventen für den internationalen Markt von Morgen erfüllen zu können.

Carsten Drebenstedt, Inhaber der Professur für Bergbau-Tagebau am Institut für Bergbau und Spezialtiefbau der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, stellt aktuelle Schwerpunkte heraus.

VDI nachrichten: In Deutschland geht der Bergbau auf immer mehr Bodenschätze zurück. Lohnt es sich da noch, hier Bergingenieure auszubilden? Die TU Berlin hat diese Ausbildung ja schon vor Jahren aufgegeben.

Drebenstedt: Ja, es lohnt sich, Bergbau zu studieren. Dafür sprechen mehrere Gründe. Zum einen ist Deutschland nach wie vor ein bedeutendes Bergbauland und deckt seinen Eigenbedarf zum Beispiel an Baurohstoffen, Kalidünger, Spezialtonen und -sanden sowie Zementrohstoffen. Ein bedeutender Teil der Energie wird aus heimischen Rohstoffen erzeugt, aber auch wichtige Industrieminerale werden hier gewonnen.

Professor Carsten Drebenstedt, Direktor des Instituts für Bergbau und Spezialtiefbau an der TU Bergakademie Freiberg, hält ein Bergbaustudium weiterhin für ausgesprochen sinnvoll. Denn die deutschen Techniken seien weltweit gefragt. Im Bild diskutiert Drebenstedt mit der Ingenieurin Corinne Lietsch (links) und der Geologin Maria Ussath Schneidprozesse an Gesteinen. An der Maschine wird erforscht, wie Rohstoffe material- und energieeffizienter abgebaut werden können, um die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen.

Professor Carsten Drebenstedt, Direktor des Instituts für Bergbau und Spezialtiefbau an der TU Bergakademie Freiberg, hält ein Bergbaustudium weiterhin für ausgesprochen sinnvoll. Denn die deutschen Techniken seien weltweit gefragt. Im Bild diskutiert Drebenstedt mit der Ingenieurin Corinne Lietsch (links) und der Geologin Maria Ussath Schneidprozesse an Gesteinen. An der Maschine wird erforscht, wie Rohstoffe material- und energieeffizienter abgebaut werden können, um die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Detlev Müller

Neue Bergbauprojekte in Deutschland sind auch wieder auf Erz geplant. Dank dieser Bergbauaktivitäten verfügt Deutschland zudem über einen bedeutenden Bergbaumaschinenbau und wichtige Bergbauzulieferer, Consulter und Spezialdienstleister, zum Beispiel für den Schachtbau oder die Bergbausanierung. Aber auch in Bergverwaltung und Wissenschaft wird dringend Nachwuchs benötigt. Zum anderen ist Bergbau weltweit ein Wachstumsmarkt. Hier finden Absolventen Zukunft, zunehmend auch wieder bei deutschen Firmen. Und wer nach dem Studium oder später neue Perspektiven sucht, hat mit der Bergbauausbildung beste Voraussetzungen auch außerhalb der Branche.

Die deutschen Hersteller von Bergbaumaschinen erwirtschaften den weitaus größten Teil ihres Umsatzes im Ausland. Sehen Sie hier eine Parallele zur Internationalisierung der Ausbildung?

Ja. Wir beobachten den Berufsmarkt unserer Absolventen aufmerksam und sind mit den künftigen Arbeitgebern im Kontakt, um die Ausbildung auf die späteren Anforderungen im Beruf einzustellen. Die Auslandskompetenz ist einer dieser Aspekte. Wir bilden Bergleute aus, die auch erfolgreich im Ausland arbeiten können, wie zahlreiche Beispiele zeigen.

Sind die hier ausgebildeten Bergingenieure auch Botschafter für deutsche Bergtechnik? Können die deutschen Maschinenhersteller mit diesen Ansprechpartnern im Ausland leichter Absatz generieren?

Natürlich. Dies betrifft aber nicht nur deutsche Absolventen, sondern auch unsere ausländischen Studierenden. Einige arbeiten für deutsche Unternehmen im Auslandsbereich, andere in ihren Heimatländern, teilweise in Führungspositionen und wissen die deutschen Tugenden zu schätzen.

Ist auch internationale Forschung wieder ein „Türöffner“ für die Industrie? Schließlich geben große Hersteller und Bergbautreibende ja Forschungsarbeiten in Auftrag oder treten häufig als Sponsoren auf.

Ja. Wir arbeiten in verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit ausländischen Hochschulen und Unternehmen zusammen. Auf diese Weise werden die beteiligten Partner an deutsche Technologien und Problemlösungen herangeführt, die später auch in Wirtschaftsprojekte münden können. Wir sind stets bemüht, mit unseren Möglichkeiten die deutsche Wirtschaft zu unterstützen. Andererseits geben uns die Auslandsprojekte den Hintergrund für eine praxisnahe internationale Ausbildung.

Hilft die internationale Forschung deutscher Hochschulen auch, den Rohstoffbedarf unserer Volkswirtschaft zu decken, angesichts weltweit steigender Rohstoff- und Energienachfrage?

Teils, teils. Die internationale Forschung kann, wie erwähnt, ein Türöffner zu den Rohstoffmärkten sein oder auch interessante Technologien für heimische Bergbauprojekte nach Deutschland bringen. Für die Rohstoffbedarfsdeckung selbst, zum Beispiel im Sinne einer Rückintegration der Rohstoffverbraucher oder der Gründung neuer bzw. Erweiterung bestehender Bergbaufirmen, müssen diese in Lagerstätten investieren. Diese Prozesse unterstützen wir gern.

  • Eckart Pasche

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