Hochschule

Photovoltaik-Absolventen mit Tiefgangwissen  

Im Oktober 2008 haben an der Fachhochschule Jena die Vorlesungen im neuen Studiengang Photovoltaik- und Halbleitertechnologie begonnen. Schwerpunkt des Bachelor-Studiums ist die Produktion. Weil die beiden Technologien zahlreiche Parallelen haben, wurden sie zusammengefasst. Das erhöhe die Arbeitsmarktchancen der Absolventen, heißt es in Jena. VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 2. 09, ws

Im Herbst vergangenen Jahres haben die ersten Studenten des neuen Bachelorstudiengangs Photovoltaik- und Halbleitertechnologie ihr Studium an der Fachhochschule Jena angefangen. René Witlacil ist einer von ihnen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Photovoltaik die bedeutendste Energieform der Zukunft ist“, begründet der 23-Jährige seine Studienwahl.

Physik und Mathematik liegen ihm. Das ist auch wichtig. „Unser Angebot richtet sich an Leute, die Ingenieure werden wollen, Interesse an Technik haben und gut in Physik sind. Denn das Studium ist stark physikalisch orientiert“, sagt Prof. Andreas Schleicher, Dekan des Fachbereichs SciTec, unter dem die Themen Präzision, Optik, Materialien, Umwelt zusammengefasst sind – und eben der neue Studiengang.

Rund 50 Studenten haben sich in das Fach eingeschrieben. Damit ist es ausgelastet. Einen Numerus Clausus gibt es nicht, Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester. Zulassungsvoraussetzungen sind das Abitur oder die Fachhochschulreife und es muss ein zwölf Wochen dauerndes Vorpraktikum absolviert werden, das bis zum dritten Semester möglich ist.

Das Studium dauert sechs Monate und wird mit einem Industrie- und Forschungspraktikum abgeschlossen. Praktikumsstellen gibt es in unmittelbarer Nähe zur Hochschule. „Rund um Jena entsteht eine Photovoltaik- und Halbleiterindustrie mit enormen Wachstumspotenzialen. Wir sind das Zentrum des Solar-Valley. Da lag es nahe, einen solchen Studiengang anzubieten“, erläutert der Professor.

Physik, Mathematik, Elektro-, Fertigungs- und Werkstofftechnik sind zunächst die wichtigen Fächer. Es folgen physikalische Verfahren zur Solarzellenherstellung und Chip-Produktion. Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich das neue Studienangebot vom klassischen Studiengang der technischen Physik mit Fächern wie Produktionsplanung, Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie Mechatronik.

Im Gegensatz zu anderen Studiengängen im Bereich der regenerativen Energien geht es in Jena nicht um die Anwendung der Solartechnik, sondern um die Technologie der Herstellung von Solarzellen und Dünnschichtmodulen. Dabei kommen physikalische Technologien zum Einsatz wie in der Halbleiterindustrie: Die Silizium-Wafer werden zu Solarzellen als auch zu Chips für die Computerindustrie verarbeitet.

In der Photovoltaik geht es vor allem darum, Masse möglichst kostengünstig herzustellen, in der Chipproduktion lässt sich Kostensenkung durch Miniaturisierung erreichen. „Das sind zwar unterschiedliche Anforderungen an die Produktion, weil aber die Grundverfahren beider Technologien sehr ähnlich sind, waren wir der Meinung, dass es sinnvoll ist, sie zu verknüpfen“, erklärt Schleicher.

Die Studenten lernen in beiden Fällen, den Durchsatz in der Produktion zu optimieren. Trotz Spezialisierung auf Photovoltaik und Halbleitertechnologie ist der Professor davon überzeugt, dass am Ende keine „Fachidioten“ herauskommen werden, weil die Studenten eine solide Ausbildung in den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Grundlagen erhalten. Schleicher hält es für nicht sinnvoll, überwiegend Generalisten auszubilden, die sich an der Oberfläche bewegen. Deshalb geht es im neuen Studiengang nach der Breite in die Tiefe – abgesegnet von der Industrie.

„Wir haben das Studium sehr eng mit den einschlägigen Unternehmen diskutiert und gehen deshalb davon aus, dass wir mit unseren Absolventen künftig qualitativ die Bedürfnisse der Photovoltaik- und Halbleiter-Industrie langfristig abdecken können“, gibt sich Schleicher zuversichtlich.

Die Fachhochschule Jena ist ihrerseits in die Entwicklung eines Masterstudiengangs Photovoltaik an der Technischen Universität Ilmenau eingebunden. Dieses Angebot gibt es voraussichtlich zum nächsten Wintersemester. Die Absolventen aus Jena können – sofern sie gute Abschlüsse haben – ihren Master in Ilmenau erwerben.

Schleicher geht davon aus, dass mit der stetigen Zunahme an regenerativen Energien weitere spezielle Studiengänge wie in Jena entstehen. Was er nicht für sinnvoll hält, ist ein breiter Studiengang, in dem versucht wird, die regenerativen Energien unter einem Hut zusammenzufassen. Seine Begründung: „Windenergie und die Herstellung von Solarzellen haben nun wirklich keinerlei Berührungspunkte.“ PETER ILG

 

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