Hochschule

„NRW – in zehn Jahren Innovations-Spitze“  

Die erste Runde der Exzellenzinitiative bescherte Nordrhein-Westfalens Hochschulen ernüchternde Ergebnisse. Wie Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sein Land bis 2015 zum bundesweiten „Innovationsland Nummer eins“ trimmen will, erläutert der Freidemokrat im Interview.

Pinkwart: Man sollte nichts beschönigen. Sicherlich ist die Lage nicht so, wie wir sie uns wünschen würden. Vor allem gegenüber Süddeutschland ist unser Land abgefallen. Wir werden aber den Trend stoppen und umkehren. Ziel ist es, NRW bis zum Jahre 2015 zum Innovationsland Nummer eins zu machen.

VDI nachrichten: Das klingt nach der Quadratur des Kreises . . .

Pinkwart: . . . ist aber realisierbar. Voraussetzung ist ein ergebnisorientierteres Arbeiten bei größerer Selbstbestimmung von Schule und Hochschule und das in planbaren Zeiträumen.

VDI nachrichten: Hochschulen werden dann ihre Etats selbst verwalten?

Pinkwart: Genau. Das heißt aber nicht, dass wir sie finanziell ihrem Schicksal überlassen. Die Mittel für die Hochschulen werden nicht gekürzt, aber auf die einzelnen Hochschulen stärker nach Leistungskriterien verteilt. Insgesamt bekommen die Hochschulen in NRW vom Land 2,8 Mrd. €. Zweiter wichtiger Hebel ist das Studienbeitragsgesetz, das im April in Kraft tritt und den Hochschulen die Erhebung von Studienbeiträgen in Höhe von bis zu 500 € ermöglicht. Das wird einen Qualitätssprung bei Studienbedingungen und Lehre auslösen, so durch bessere Betreuungsrelationen und Laborausstattungen.

VDI nachrichten: Die Hochschulen als eigenverantwortliche Institutionen. Dazu sind neue interne Strukturen nötig.

Pinkwart: Grundlage für die Autonomie in Fragen von Organisation, Personal und Finanzen ist das Hochschulfreiheitsgesetz, das wir noch vor dem Sommer ins Parlament einbringen und das es in dieser Form in keinem anderen Bundesland gibt. Kernpunkte des Gesetzes sind: Selbstständigkeit der Hochschulen als Körperschaften des öffentlichen Rechts, staatlicher Rückzug aus der Fachaufsicht, mehr Möglichkeiten der Hochschulen bei Unternehmensgründungen oder bei der Bildung eigener finanzieller Rücklagen und neue starke Leitungsstrukturen. Die Hochschulen sollen handlungsfähiger und beweglicher werden. Dazu trägt auch der neue Hochschulrat bei. Dieser Rat kann – je nach Profil und Verfassung der Hochschule – von internen und externen Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland besetzt werden. Über dieses Gremium sollten die Hochschulen näher an das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld heranrücken.

VDI nachrichten: Könnte der Einfluss der Wirtschaft über den Hochschulrat nicht Überhand nehmen und stiehlt sich der Staat nicht aus der Bildungsverantwortung?

Pinkwart: Kreativität und Unternehmergeist sind ideale Motoren, um den Forschungsstandort NRW nach vorne zu bringen. Wir sollten unser Vertrauen in die Menschen setzen und nicht immer nach staatlicher Regulierung rufen. Es bleibt jeder Hochschule überlassen, wie sie ihren Rat zusammensetzt. Das Profil sollte maßgebend sein: Eine große Technische Universität wird eine andere Besetzung aufweisen als eine regional orientierte Hochschule.

VDI nachrichten: Und Hochschulen, die sich nicht sichtbar platzieren, bleiben im Wettbewerb auf der Strecke?

Pinkwart: Ich bin überzeugt, dass die Chancen durch mehr Entfaltungs- und Gestaltungsfreiheit allen Hochschulen hervorragende Möglichkeiten bieten. Es gibt aber weiterhin keine Bestandsgarantie für Hochschulen.

VDI nachrichten: Welchen Hochschulen prophezeien Sie die größten Erfolgsaussichten?

Pinkwart: Denen, die zur Kooperation bereit sind, mit der Wirtschaft, mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, vor allem aber auch untereinander. Die Zeiten des Kirchturmdenkens sind vorbei. Ein Beispiel vorbildlicher interdisziplinärer Kooperation verschiedener Hochschulen ist die Ruhr Research School – eine der Graduiertenschulen aus NRW, die im Exzellenzwettbewerb noch im Rennen sind. Das Engagement von Degussa und Bayer in der Biotechnologie, von Henkel in der Hautforschung und von E.on in der Energieforschung sind Signale, dass die Wirtschaft den Forschungsstandort NRW zu würdigen weiß.

VDI nachrichten: Wer von der Exzellenzinitiative redet, meint Universitäten. Was ist mit den Fachhochschulen?

Pinkwart: Die steigende Zahl Studierender wird dazu führen, dass künftig ein höherer Anteil der Studierenden an Fachhochschulen eingeschrieben ist. Dazu trägt auch die wachsende Zahl staatlich anerkannter privater Fachhochschulen bei. Bachelor- und Masterstudiengänge eröffnen neue Gelegenheiten für Schwerpunktbildung und Profilierung, von denen die Fachhochschulen und letztlich vor allem auch der Mittelstand als vorrangiger Abnehmer von FH-Absolventen und von FH-Forschungsergebnissen profitieren werden. W. SCHMITZ

Prof. Dr. Andreas Pinkwart (45) ist Innovationsminister in NRW und stellvertretender Ministerpräsident. Der Betriebswirtschaftler ist einer von drei stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden.

Von W. Schmitz

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