Hochschule

Neue Technologien bestehen vor Uni-Jury  

VDI nachrichten, Bonn, 27. 1. 06, ws – Bund und Länder wollen mit 1,9 Mrd. €, verteilt auf fünf Jahre, die deutsche Hochschulforschung für den globalen Wettbewerb reif machen. 168 internationale Experten haben jetzt die besten Bewerber für eine erste Endausscheidung ausgetüftelt. Ingenieurfächer haben gute Chancen.

Nein, von Enttäuschung lässt sich Johann-Dietrich Wörner, der Präsident der Technischen Universität Darmstadt, nichts anmerken. „Wir sind mit zwei Clustern, also Forschungsverbünden mit Partnern von außen, ins Finale der Exzellenzinitiative gekommen. Die sind mit einer Jahresprämie von je 6,5 Mio. € die Flaggschiffe des Wettbewerbs. Wir haben genauso viele Eisen im Feuer wie unsere Schwesterhochschulen Aachen und Berlin, nur die TU München steht sich mit drei Clustern in der Endausscheidung noch besser.“

Dass Darmstadt, der Prototyp der deutschen Reformhochschule dieses Jahrzehnts, anders als Aachen, Karlsruhe und München nicht unter die Top Ten der Universitäten kam, hat laut Wörner überhaupt nichts mit seinem umfassenden „Zukunftskonzept“ zu tun, dem offenen Haus fürs lebenslange Lernen von der Kinder- bis zur Senioren-Uni. „Wir sind vielmehr an einer Vorbedingung gescheitert: Außer im Clusterbereich hätten wir noch mit einer Graduiertenschule für Masterstudenten und Doktoranden erfolgreich sein müssen, was aber daneben ging. Jetzt werden wir für die zweite Ausschreibungsrunde im April nachbessern.“

Noch ist nichts entschieden. Wer in der ersten Wettbewerbsrunde was und wie viel bekommt, wird ein „Bewilligungssauschuss“ mit 39 Wissenschaftlern und 32 Vertretern aus Politik und Verwaltung erst im Oktober klären. Es wird zu harten Ja/Nein-Entscheidungen kommen und lange Gesichter geben. Denn dem Ausschuss liegen 39 Empfehlungen für Graduiertenschulen vor, 41 für Exzellenzcluster und zehn für preiswürdige Zukunftskonzepte. Höchstens so viel Förderprojekte sieht die Bund-Länder-Vereinbarung aber für beide Wettbewerbsrunden insgesamt vor. In der ersten muss deshalb praktisch jeder zweite Finalist am Ende durchfallen.

Es sieht also einstweilen so aus, dass Baden-Württemberg mit vier und Bayern mit drei Spitzen-Unis (Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen sowie zweimal München und Würzburg) die Toplagen in der deutschen Hochschullandschaft sind und die neuen Bundesländer zweitklassiges Hinterland. Auch Nordrhein-Westfalen, Europas dichteste Hochschulregion, gehört im Augenblick nur mit der RWTH Aachen zu den Besten. Andreas Pinkwart, Innovationsminister an Rhein und Ruhr, spricht von einem „riesigen Kraftakt“, im Wettbewerb als Forschungsstandort mit den deutschen Südstaaten gleichzuziehen. 100 Mio. € wolle das Land allein in die Exzellenzinitiative stecken, nicht zuletzt auch in Graduiertenschulen und Forschungsverbünde.

Gerade in diesen beiden fachlich orientierten „Förderlinien“ schneiden die TU 9, die großen ingenieurwissenschaftlichen Universitäten, bundesweit auffallend gut ab. Auf sie entfällt bislang genau ein Drittel aller Graduiertenschulen und 30 % der Exzellenzcluster. Im Oktober mag der Anteil noch höher oder auch niedriger sein. Präsident Wörner fällt allerdings auf, dass klassische Ingenieurdisziplinen weniger erfolgreich abschneiden. Dagegen haben Materialwissenschaften und optische Technologien, in denen Deutschland heute schon zur Weltspitze gehört, besonders gute Förderchancen, bei den Schulen wie bei den Clustern. Auf diesen Forschungsfeldern punkten freilich ebenfalls „klassische“ Universitäten wie Mainz, Erlangen-Nürnberg, Hamburg und die Berliner Humboldt-Universität.

Wer schließlich mit Graduiertenschule, Forschungsverbund und Zukunftskonzept durchkommt, dem winken im Jahr bis zu 20 Mio. €, immerhin ein Zehntel des Darmstädter Uni-Etats.

Ob damit der Sprung in die Weltklasse gelingt, wie die Exzellenzinitiative es beabsichtigt, bleibt die spannende Frage. Zum Vergleich: Die amerikanische Elite-Uni Stanford erhält vom Ölriesen Exxon und anderen Firmen auf zehn Jahre jeweils 20 Mio. Dollar allein für die Entwicklung neuer Energietechnologien. Lee Bollinger brachte als Präsident der Universität Michigan im Jahre 2000 von Spendern und Stiftern 250 Mio. Dollar zusammen. Davon können deutsche Hochschulleiter nach wie vor nur träumen.

HERMANN HORSTKOTTE

www.dfg.de

Uni-Elite studiert im Süden

Von Hermann Horstkotte

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