Nachwuchsförderung

Neue Lust auf Technik wecken

Frauen in Ingenieurberufen gehört die Zukunft. Es mangelt nicht an Bekenntnissen von Seiten der Politik wie der Industrie zur steigenden Rolle der Frauen in Ingenieur- berufen, so die FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper im folgenden Beitrag.

Der Anteil an Frauen im Ingenieurstudium ist in den letzten 20 Jahren stetig angewachsen. Von 1975 bis heute stieg der relative Anteil der Frauen im Ingenieurstudium von 7 % (im alten Bundesgebiet. In der DDR gab es einen erheblich höheren Anteil.) auf über 20 %. In den Naturwissenschaften einschließlich Mathematik wuchs der Anteil der Studentinnen vergleichsweise schwächer: von 34,7 % auf 36,6 %.
Den niedrigsten Frauenanteil verzeichnen die elektrotechnischen Ingenieurstudiengänge, den höchsten die Architektur und das Bauingenieurwesen. Ein erfreuliches Detail ist, dass bei dem vorher für Frauen eher exotischen Studiengang Maschinenbau und Verfahrenswesen 2002 der weibliche Anteil bei den Anfängern um 15,2 % stieg, stärker als bei den Männern (13 %).
Es gibt aber einen Wermutstropfen: Ich finde den vergleichsweise hohen Anteil der Arbeitslosigkeit unter den Ingenieurinnen sehr beunruhigend. Derzeit sind ca. 7,6 % der männlichen Ingenieure arbeitslos. Die Arbeitslosenquote unter den Ingenieurinnen ist mit 19,7 % mehr als doppelt so hoch.
Ein Teil dieser unverhältnismäßig hohen Arbeitslosigkeit bei Ingenieurinnen wird damit zu erklären sein, dass gerade die Baubranche, und damit der Bedarf an Architekten und Bauingenieuren, beides von Frauen eher bevorzugte Berufe, konjunkturell am Boden liegen.
Das derzeitig fehlende Wirtschaftswachstum verhindert neue Arbeitsplätze, gerade auch für Frauen. Hinzu kommt, dass nicht in allen Regionen Deutschlands genügend Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. Die meisten jungen, hoch qualifizierten Frauen wollen Kinder und Karriere miteinander vereinbaren können.
Es muss auch frühzeitig – nämlich schon in den Schulen – ein breites Bewusstsein dafür entstehen, Mädchen und junge Frauen für Technik zu begeistern. Aber sind hier nicht auch Denkstrukturen und eingefahrene Gewohnheiten von Personalabteilungen in der Industrie zu hinterfragen, die möglicherweise ein veraltetes Bild vom Ingenieurberuf haben und Frauen nicht gerade fördern?
Dabei ist es für die Zukunft von praxisorientierter Forschung und Entwicklung in unserem Land von größter Bedeutung, die Begabungsreserven auch der jungen Frauen gerade für naturwissenschaftliche und Ingenieurberufe zu entdecken und zu nutzen.
Denn die demografische Entwicklung ist eindeutig: Schon bald werden in Deutschland junge qualifizierte Leute zur Mangelware.
Es ist schön, wenn es Kampagnen zur Imageverbesserung des Ingenieurberufes bei jungen Frauen gibt. Aktionen wie „Mädchen und Technik?… na klar!!!!“ oder „Erst probieren – dann studieren“ für Schülerinnen sind sehr begrüßenswert. Projektunterricht in der Schule zu technisch-naturwissenschaftlichen Themen, Gespräche mit erfolgreichen Ingenieurinnen schon in der Schule und Werksbesichtigungen sind ebenfalls wichtig. Dabei kommt es auch auf einen Imagewandel des Ingenieurberufes nach außen an.
Das moderne Verständnis des Ingenieurberufes ist wohl schon lange nicht mehr das des einsamen Tüftlers in der Werkstatt, der mit Genialität, Werkzeug, Elektrizität und Metall alle möglichen Weltprobleme löst. Vielmehr wird zumeist in Teams gearbeitet und gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven nach Lösungen gesucht. Tatsächlich ist bei Branchenumfragen immer wieder herausgekommen: Das Aufgabenspektrum des Ingenieurberufes ist nur von Teamplayern zu bewältigen. Fachwissen allein reicht längst nicht mehr aus, obwohl es notwendige Voraussetzung ist.
Ich glaube, dass der Ingenieurberuf ein sehr kreativer Beruf ist, in dem Kommunikationsstärke, Kooperationsfähigkeit, schöpferisches Denken und Flexibilität ebenso gefragt sind wie naturwissenschaftliches Verständnis und zupackende, technische Intelligenz.
In der Wahrnehmung komplexer Aufgaben liegt die Zukunft des Ingenieurberufes. Gerade die Verschiedenheit von Frauen und Männern, aber auch von kulturellen Minderheiten in zusammenarbeitenden Teams sind von großer Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg in einer globalisierten Wirtschaft.
Der CEO von DuPont, Edgar S. Woolard Jr., hat dies in folgenden zwei Punkten zum Ausdruck gebracht:
1. Das Erschließen neuer Märkte wird durch Teams von Männern und Frauen und Angehörigen kultureller Minderheiten entscheidend bereichert. Ein solches Team ermöglicht multidimensionale und innovative geschäftliche Entscheidungen.
2. Das Herausfinden und Halten der qualifiziertesten Nachwuchstalente ist für den Geschäftserfolg äußerst wichtig. Vielfalt erzeugt ein angenehmes und unterstützendes Klima, durch das sich hoch qualifizierte junge Menschen angezogen fühlen und in dem sie sich weiterentwickeln können.
Die Aussicht, die eigene Kreativität, die Freude an der Kommunikation mit anderen und an der Arbeit im Team mit den eigenen naturwissenschaftlich- technischen Fähigkeiten verbinden zu können, und dabei gute Berufsaussichten zu haben, sollte für junge Frauen reizvoll genug sein, um Interesse am Ingenieurberuf zu wecken.
Gerade tüchtige und begabte junge Frauen wollen allerdings wissen, ob und wie sich Karriere und Beruf miteinander vereinbaren lassen.
Kluge Unternehmensleitungen wissen das und haben verschiedene Maßnahmen entwickelt. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit mit Rückkehrmöglichkeit in Vollzeitjobs, Möglichkeiten unbezahlten Urlaubs und Betriebskindergärten sind in diesem Zusammenhang wichtig.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss aber auch durch die Politik endlich ernsthaft gefördert werden.
Uns Liberalen geht es nicht darum, die Bürgerinnen oder Bürger in bestimmte Familienbilder – seien es traditionelle oder so genannte moderne – zu pressen und nur diese zu fördern. Wer sich Kinder wünscht, sollte aber weder durch finanzielle Befürchtungen noch wegen der schweren Vereinbarkeit von Beruf und Familie von der Realisierung dieses Wunsches abgehalten werden.
Deutschland schneidet im internationalen Vergleich der Kinderbetreuungsangebote schlecht ab: Beim Betreuungsangebot für Kinder unter
3 Jahren und für Grundschulkinder bestehen die größten Lücken. Dies muss schnell verbessert werden.
Ich setze mich ganz persönlich dafür ein, dass der Kindergarten zumindest halbtags zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr kostenlos sein soll und darüber hinaus einen echten Bildungsauftrag bekommt.
Es ist unsinnig, dass bei uns gerade in der wichtigsten Phase der Persönlichkeits- und Lernentwicklung die größten Kosten und Belastungen für die jungen Familien auftreten. Durch die Vergabe von Kindergarten-Bildungsgutscheinen an die jungen Eltern soll ein echter, auf die Qualität zielender Wettbewerb unter den Kinderbetreuungseinrichtungen in Gang kommen.
Die FDP hat vor wenigen Wochen ein Steuermodell mit den Stufen 15 %, 25 %, 35 % vorgelegt, das auf eine starke Vereinfachung setzt und fast alle Sondertatbestände abschafft. Eines ist mir dabei wichtig: Wir wollen für jeden und auch für jedes Kind einen Grundfreibetrag von 7500 ‰ im Jahr, um die jungen Familien nachhaltig zu entlasten.
Ich bin überzeugt: Wenn Wirtschaft und Politik, aber auch die Schulen und Hochschulen effektiv zusammenarbeiten, um junge Frauen zu ermutigen, ihre Talente auch in den Ingenieurberufen zu entfalten, werden wir alle davon profitieren. CORNELIA PIEPER

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