Hochschule

Nachholbedarf für deutsche Unis

Amerikanische Spitzenunis haben weltweit die Nase vorn. Ein großer Vorteil ist die starke Differenzierung der Studiengänge, die Experten jetzt auf einer Tagung in Berlin auch dem deutschen Hochschulsystem empfahlen.

Das Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss ist zu lang, zu intensiv, zu teuer und zu oft eine Einbahnstraße, jedenfalls auf der Uni“, sagt Jörg Dräger, der neue Hamburger Wissenschaftssenator und frühere Geschäftsführer des privaten Northern Institute of Technology (NIT) in der Hansestadt. Auf einer deutsch-amerikanischen Tagung über die „Hochschulen der Zukunft“ forderte er deshalb eine stärkere Differenzierung der Ausbildungsgänge, zum Beispiel über die von Staat und Wirtschaft gemeinsam getragenen „Berufsakademien“, die gleichzeitig einen praktischen Berufs- und einen Studienabschluss ermöglichen. Die rein staatlichen Angebote sind laut Dräger zu homogen, an allen Hochschulen weitgehend gleich, während in den USA eine viel größere Heterogenität besteht, vom Community College speziell für den Ausbildungsbedarf und -anspruch in der jeweiligen Region bis zur Forschungsuni mit Weltgeltung.
„Wir haben nicht zu wenig Studenten“, so der mit 34 Jahren jüngste Wissenschaftsminister in Deutschland, „sondern zu wenig Absolventen. Die Abbrecherquoten an den Hochschulen sind nicht hinnehmbar.“ Also: TU-Professoren etwa sollten ihre Studenten nicht erst bis zum Vordiplom hochgradig aussieben, sondern bereits zum ersten Semester selber auswählen und damit gleich eine wirkliche Verantwortung für den Ausbildungserfolg übernehmen. Studiengebühren sind für Dräger ein geeignetes Steuerungsmittel, um die Nachfrage gegenüber den Anbietern spürbar zur Geltung zu bringen. Die Chancengleichheit Bedürftiger könne zum Beispiel, wie in den USA, ohne weiteres über Freiplätze gewährleistet werden.
Im Blick auf den globalen Wettbewerb in der Spitzenausbildung erklärt der parteilose Senator: „Wir können und wollen nicht die billige Alternative zur Exzellenz sein.“ Auf einer Chinareise hat er gelernt, dass das gebührenfreie Studium zwischen Rhein und Oder eigentlich nur die zweite Wahl gegenüber den USA ist. Dagegen ist beispielsweise das NIT zu einer Attraktion für internationale Master-Studenten geworden, weil es Klasse gegen Kasse bietet.
Lee Bollinger, der Präsident der New Yorker Columbia Universität, wies auf der bilateralen Fachtagung in Bonn seine deutschen Kollegen darauf hin, dass amerikanische Hochschulen ab sofort auch noch stärker um Anfängerstudenten (Undergraduates) aus aller Welt werben werden. Einer hat sich hierzulande darauf bereits eingestellt, mit Hilfe von Industriesponsoren: Der frühere Entwicklungschef von Daimler-Benz, Hartmut Weule, als Leiter eines exklusiven Bachelor-Studiums im Maschinenbau an der Uni Karlsruhe. Er sagt freilich auch: „Wir brauchen noch zehn Jahre in PR- und Qualitätskultur, um auf dem Ausbildungsmarkt mit amerikanischen Spitzenunis mithalten zu können“.
HERMANN HORSTKOTTE

Von Hermann Horstkotte

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