Hochschule

Mit BWL-Kenntnissen fit für den Job

VDI nachrichten, Bonn, 23. 1. 04 -Die Mischung aus einem Maschinenbau- und wirt- schaftswissenschaftlichen Studium ist bei Studenten und Arbeitgebern gleichermaßen beliebt.

Die Motorhaube wie die Heckklappe sind Markenzeichen von Porsche. Und die Aufhängung dieser Einbauteile an der Karosserie, mit engen und gleichmäßigen Spalten im „Fugenbild“ ist ein optisches Hauptmerkmal für die Qualität der Fertigung. In seiner Diplomarbeit nach einem Praxissemester beim Stuttgarter Automobilhersteller fand der Fachhochschulstudent Christian Rührnschopf heraus, dass ein Montage-Verfahren mit Luftdruck genauer und kostengünstiger ist als bei Anwendung hydraulischer Kraft. Soeben erhielt der Jungingenieur einen VDI-Förderpreis, weil er in seiner Abschlussarbeit gleichermaßen mustergültig technischen Sachverstand und Kostenbewusstsein bewiesen hat.
Inzwischen arbeitet Rührnschopf als Qualitätsprüfer im Porsche-Stammwerk Zuffenhausen. Der gelernte Industrie-Mechaniker hat an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Maschinentechnik „Wirtschaftsingenieurwesen“ studiert. Dieser Zweig mit mehr als 200 Studenten befindet sich gegenwärtig in einer Hochblüte, anders als die traditionelleren Studiengänge Maschinenbau und Elektrotechnik. Das erste Studienjahr ist für alle drei Fächer gleich, z. B. mit einer Einführung in die Mechanik, Mathematik, Physik und Englischunterricht. Ab dem dritten Semester gabelt sich die Ausbildung dann in die drei unterschiedlichen Berufsrichtungen. Der angehende Wirtschaftsingenieur befasst sich speziell mit Betriebswirtschaft, EDV und Rechnungswesen. Das Hauptstudium umfasst etwa Metall- und Kunststoffverarbeitung, Logistik, Organisation und Recht. Drei Studienschwerpunkte stehen zur Wahl: Beschaffung und Vertrieb, Umwelttechnologie und Produktion.
Im Laufe des fünften Semesters muss sich der Fachhochschulstudent entscheiden, ob er bereits im sechsten einen berufsqualifizierenden Abschluss als „Bachelor (Mechanical Engineering with Business)“ machen will. „Schon der Bachelor ist ein rechtlich vollgültiger Ingenieurgrad“, erklärt Walter Keens, der Leiter des Kölner Prüfungsamtes. Das Angebot findet aber nur wenig Widerhall, im reinen Maschinenbau übrigens gar keinen. Es ist noch neu und weithin unbekannt. „Unsere Hauptabnehmer, die mittelständischen Betriebe in der Region, wollen Absolventen mit ordentlichem Diplom“, stellt Professor Wolfgang Röbig fest. Am Standort des Fachbereichs, in Gummersbach, gibt es keine Großindustrie.
Nur ein halbes Jahr länger als bis zum Bachelor braucht der Student, um den arbeitsmarkttauglichen „Dipl.-Wirt.-Ing. (FH)“ zu erreichen. Es ist allerdings ratsam, vor dem Examen zusätzlich noch ein Praxissemester einzuschieben und mithin nach insgesamt vier Jahren abzuschließen. Der Werdegang des heutigen Porsche-Mitarbeiters Rührnschopf ist dafür ein gutes Beispiel.
Die Studierendenzahl im Wirtschaftsingenieurwesen ist in den vergangenen zehn Jahren hierzulande von 20 000 auf mehr als 30 000 gestiegen. Etwa sechs von zehn haben sich an Fachhochschulen eingeschrieben, vier an Technischen Universitäten. Die rund 4000 Absolventen pro Jahr kommen auf dem Arbeitsmarkt leicht unter, in so gut wie allen Ingenieurjobs außerhalb der Spezialgebiete von Forschung und Entwicklung.
„Der angehende Dipl.-Wirt.-Ing. in der Fachrichtung Maschinenbau studiert bei uns jeweils 65 % eines wirtschafts- und eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums“, erklärt Matthias Knapp, der zuständige Fakultätsassistent an der TH Aachen. Der Student macht die Differenzierung in die speziellen „Vertiefungsrichtungen“, von denen der Aachener Maschinenbau 24 zur Wahl anbietet, nur eingeschränkt mit. Vielmehr kann er z. B. in der umweltorientierten Unternehmensführung oder im strategischen Management dazulernen, in einem „Integrationsbereich“ außerdem Industrielles Controlling oder Informationsmanagement. Im fünfjährigen TH-Studium spielen Mathematik und formales Denken eine große und viel stärkere Rolle als an der FH. Freilich besteht die TH ab kommendem Wintersemester auch auf einem sechswöchigen Vorpraktikum, hinzu kommt ein verpflichtendes Praxissemester. Die Ausbildung ist nach dem Leistungspunkt-System aufgebaut. Der Stoff wird also nach einzelnen Lernbausteinen (Modulen) studienbegleitend abgeprüft. Dabei können auch im europäischen Ausland erworbene Meriten angerechnet werden.
„Die Rationalisierung der Betriebsorganisation ist das lohnendste Berufsfeld für den Wirtschaftsingenieur mit einer Kernkompetenz im Maschinenbau“, meint Fakultätsassistent Knapp. Wie weit man es damit bringen kann, zeigt etwa die Karriere von Michael Rogowski. Der Absolvent der TU Karlsruhe ist heute Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Auch für den fertigen Maschinenbau-Ingenieur ist es nie zu spät, sich auf wirtschaftlichem Gebiet weiter zu qualifizieren. Universitäten und Fachhochschulen bieten dazu zahlreiche Aufbau- oder Zusatzstudiengänge von drei oder vier Semestern, mitunter auch als berufsbegleitende Fortbildung.
HERMANN HORSTKOTTE

Von Hermann Horstkotte

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