Hochschule

Mehr Profil für die europäischen Hochschulen  

VDI nachrichten, Dortmund, 25. 11. 05 – Unter Leitung des Niederländers Frans van Vught ist im EU-Auftrag das Konzept für eine Typologie der europäischen Hochschullandschaft entstanden. Van Vught erläutert im Interview, was alle Beteiligten von einer solchen Einordnung haben.

van Vught: Die Idee einer Typologie der europäischen Hochschullandschaft ist angelehnt an ein Konzept aus den USA, die „Carnegie Classification“. Für Europa ist es im Zuge des Bologna-Prozesses notwendiger denn je, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hochschullandschaft darzustellen. Schließlich ist die europäische Hochschullandschaft deutlich vielseitiger als die amerikanische.

VDI nachrichten: Wie sieht Ihr Konzept aus?

van Vught: Die europäischen Hochschulen haben die Möglichkeit, sich unter Zuhilfenahme eines multidimensionalen Rahmens exakter und ausführlicher als in der Vergangenheit zu definieren. Dafür haben wir 14 Indikatoren aufgestellt. Die Indikatoren gehören zu den vier großen Themenblöcken „Ausbildung, Forschung und Innovation“, „Studenten und Personal“ sowie „Institution“.

VDI nachrichten: Welche Indikatoren sind das?

van Vught: Im Bereich „Ausbildung“ können die Hochschulen definieren, welchen höchsten Abschluss sie anbieten. Zum Beispiel den Master oder die Promotion. Außerdem können sie die Bandbreite der Disziplinen aufschlüsseln. Hier kann die Einrichtung benennen, ob sie eine technische Universität, eine Kunsthochschule oder eine theologische Hochschule ist. Sie legt fest, ob sie ein wissenschaftliches oder ein berufsorientiertes Profil oder ein Mischprofil hat. Wenn die Uni stark in den Ingenieurwissenschaften ist, kann sie dies mithilfe der Typologie hervorheben.

VDI nachrichten: Wie können Unternehmen die Typologie nutzen?

van Vught: Die Hochschulen können ihre Forschungs- und Innovationsintensität beschreiben. Unternehmer lesen nach, welche Themenschwerpunkte die Einrichtung verfolgt, wie viele Publikationen herausgegeben, wie viele Start-ups gegründet und wie viele Patente angemeldet sind. Wirtschaftsvertreter finden so die Einrichtungen schneller, die in ihrer Disziplin Innovationspotenzial bieten. So verhilft die Typologie zu Kooperationspartnern.

VDI nachrichten: Wer kann die Typologie noch nutzen?

van Vught: Studenten erhalten mehr Transparenz über die Einrichtungstypen und ihre Programme. Die Institutionen können selbst das System nutzen, wenn sie Partner für Netzwerke suchen, die die gleichen Themen bearbeiten. Für die Politiker ist die Transparenz wichtig. Sie können ihre Politik besser gestalten, wenn sie die spezifischen Profile der Einrichtungen kennen. Und viertens können Wissenschaftler und Analytiker, die das Hochschulsystem erforschen, besser die europäischen Länder miteinander vergleichen.

VDI nachrichten: Welche Länder können oder sollen die Typologie nutzen?

van Vught: Das Konzept der Typologie passt erst einmal auf jedes europäische Land. Entscheidend ist aber, dass die eigentliche Typologie von den verschiedenen Einrichtungen aller Länder erprobt und weiterentwickelt wird.

VDI nachrichten: Wie beurteilen Sie die Sorge einiger Einrichtungen, die eine Abqualifizierung befürchten?

van Vught: Die Typologie ist kein Ranking-System. Jede Einrichtung kann davon profitieren, weil sie die Möglichkeit hat, ihre Stärken zu präsentieren. Sie kann sich besser in der Öffentlichkeit darstellen.

CHRISTIANE KRÜGER

www.carnegiefoundation.org

Der 55-jährige Wissenschaftler und Hochschulmanager Prof. Frans van Vught ist Mitglied im Vorstand der European University Association (EUA), Präsident des European Centre for Strategic Management of Universities (ESMU) sowie Mitglied einer Beratergruppe des Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso.

Von Christiane Krüger

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