Hochschule 10.09.1999, 17:22 Uhr

Mehr Eigenverantwortung für die Hochschulen

„Der Entwurf ist grundsätzlich zu begrüßen, obwohl er nicht optimal ist“, kommentiert Prof. Hermann Josef Buchkremer den Entwurf des neuen Hochschulgesetzes in NRW. Der Rektor der FH Aachen sieht darin, wie er im folgenden Text formuliert, mehr Gestaltungsraum für die Hochschulen.

Nach langen Diskussionen wurde vor kurzem ein neues Hochschulgesetz auf den Weg geschickt. Hoffnung auf ein zügiges Inkrafttreten noch vor den Landtagswahlen im kommenden Frühjahr ist erlaubt. Das Alter der geltenden Gesetze und der Zeitgeist legten dringend eine Reform nahe. Effizienzsteigerung wird angemahnt. Da diese bisher scheinbar fehlte, sollen es die Hochschulen besser in eigener Verantwortung machen. Eine Verknüpfung von Qualitätspakt, Innovation, Einsparung von 2000 Planstellen und weiter abnehmende Etatmittel in der kommenden Dekade läßt sich besser in der Eigenverantwortung der Hochschulen durchführen.
Der Entwurf ist grundsätzlich zu begrüßen, obwohl er nicht optimal ist. Nein, ein Gesetz, das es allen Institutionen oder Gruppen im System Hochschule recht machen kann, ist immer noch nicht gefunden. Die unterschiedlichen Vorstellungen werden wohl nie zur Deckung zu bringen sein. Genau deshalb sollte man jetzt aber anerkennen, daß Politik und Ministerialbürokratie über ihren Schatten gesprungen sind und versuchen, etwas Neues zu wagen. Die Vorteile sind eindeutig: Es gibt ein gemeinsames Hochschulgesetz für Unis und Fachhochschulen. Damit wird nur nachvollzogen, was Stand der Zeit ist. Der Entwurf ist im wesentlichen strukturorientiert und offen, er bemüht sich um Rahmenvorgaben ohne allzu viele Detailregelungen. Fehlentwicklungen der letzten Jahre in den Hochschulen müssen zurückgebaut werden.
Selbst Skeptiker werden zumindest zugestehen, daß wir aus der strengen Regelungsdichte einer geschlossenen Anstalt entlassen werden sollen in „elektronische Fußfesseln“, was ja auch schon was wert wäre. Die Hochschulen werden mehr Gestaltungsraum und Verantwortung für ihre Arbeit erhalten. Das Regelsystem bekommt andere Stell- und Steuerglieder. Es liegt jetzt mehr an den Hochschulen, alles besser zu machen. Fehler und Mißerfolge werden sich auch unter den neuen Rahmenbedingungen – vielleicht am Anfang sogar noch mehr als bisher – einstellen. Die Verantwortung dafür läßt sich jedoch in Zukunft nicht mehr so leicht wie bisher nach oben abschieben.
Ein erster Test wird die neue Grundordnung sein, die in Zukunft eine überragende Bedeutung im Hochschulleben haben wird. Werden die Hochschulen in überschaubarer Zeit zu vernünftigen Ergebnissen kommen oder sich verheddern? Bei der anschließend notwendigen Genehmigung durch das Wissenschaftsministerium (Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung, MSWWF) wird sich zeigen, inwieweit man dort bereit ist, Verantwortung zu übertragen.
Die Hochschulleitungen werden danach beurteilt werden, wie sie mit der erweiterten Autonomie umgehen. Handeln sie konservativ, experimentierfreudig, vorsichtig, halbherzig oder überstürzt? Inwieweit werden Umstrukturierungsmaßnahmen eingeleitet? Wie wird sich der Hochschulrat einbinden lassen?
Dies werden nur einige Wegmarken sein, an denen wir stehen werden. Zeit zum Probieren verschiedener Wege haben wir nicht. Die Herausforderungen, vor denen die Hochschulen stehen, sind riesig. Globalisierung und damit der Wettbewerb nehmen zu. Aber die Aufgaben sind lösbar. Die Hochschulen haben schon unter den alten Bedingungen erste experimentelle Schritte in die Zukunft gemacht. Häufig hat man dabei auf Erfahrungen im Ausland zurückgreifen können. Nicht nur in NRW, auch in ganz Deutschland und darüber hinaus ist die Bildungslandschaft in Bewegung.
HERMANN JOSEF BUCHKREMER
Hermann Josef Buchkremer meint, daß die Hochschulen danach beurteilt werden, wie sie mit der erweiterten Autonomie umgehen.

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