Hochschule

Mehr Eigenständigkeit – größere Anziehungskraft  

das schlechte Abschneiden der Universitäten bei der Exzellenzinitiative.

Lange Gesichter in Sachsen: Der Freistaat, der stolz ist auf seine Ingenieurtradition, hat mit seinen drei technischen Hochschulen in der ersten Runde der Exzellenzinitiative schlecht abgeschnitten. Die deutschen Hochschulen waren aufgerufen, Förderskizzen in den drei Kategorien Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Exzellenzcluster zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen sowie Zukunftskonzepte für universitäre Spitzenforschung einzureichen.

Während die Technische Universität Chemnitz und die Technische Universität Bergakademie Freiberg in allen drei Kategorien leer ausgingen, brachte die Technische Universität Dresden wenigstens zwei Anträge aus den Fachbereichen Biotechnologie und Medizin durch. Bei den Ingenieurwissenschaften ging es Dresden wie Chemnitz und Freiberg: Fehlanzeige.

Unter dem Motto „Ingenieurland Sachsen in Gefahr“ luden die drei Hochschulen jüngst zu einer Pressekonferenz nach Dresden. Die Rektoren nutzten die Gelegenheit, die nach ihrer Auffassung unzureichenden Rahmenbedingungen der Ingenieurausbildung an ihren Hochschulen aufzuzeigen. Der Zeitpunkt schien günstig: Der Wettbewerb Exzellenzinitiative geht im April in die zweite Runde, bei der alle Hochschulen noch einmal mit gleichen Chancen antreten zudem plant Sachsen, sein Hochschulgesetz in diesem Jahr grundlegend zu novellieren.

Die Forderungen der Rektoren an die Bildungspolitik lassen sich kurz zusammenfassen: mehr Autonomie für die Hochschulen. Das ist durchaus kein neuer Vorschlag. Doch können die sächsischen TU diese Forderung durch frische Erfahrungen untermauern. Seit fünf Jahren läuft an der TU Dresden ein Modellversuch, in dessen Rahmen ihr eine weit reichende Selbststeuerung zugebilligt wurde. Der Modellversuch ist nach Aussage von Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden, so erfolgreich verlaufen, dass er die sofortige Umstellung auf Dauerbetrieb fordert.

Entscheidend sei die Möglichkeit, Budgetmittel rasch und unbürokratisch dem aktuellen Bedarf anzupassen, was bei der kameralistischen Haushaltsführung, der die Hochschulen unterliegen, nicht geht. So konnte die Dresdner TU rasch Gelder umschichten, als die Studierendenzahlen in der Informatik stark anstiegen. Sie stellte zusätzliche Lehrkräfte an, indem sie die freistehenden Mittel umwidmete, die für unbesetzte Stellen vorhanden waren. Normalerweise wäre das nicht möglich gewesen.

Dass es unter verkrusteten Bedingungen schwieriger wird, Protagonisten aus der Wirtschaft als Lehrkräfte an die Unis zu locken, ist kein Wunder. „Heute ist das Interesse von Leuten aus der Wirtschaft sehr gering“, bestätigt Kokenge und fürchtet mittelfristig um den guten Ruf des Professorenstandes.

Ein Grund dafür ist auch die vergleichsweise niedrige Besoldung der Professoren, die in Sachsen bei durchschnittlich 68 000 € (Brutto) liegt. Das Land liegt bundesweit an letzter Stelle, Hessen zahlt im Schnitt 84 000 €. So habe Sachsen heute im Kampf um die besten Köpfe schlechte Chancen, meinen die Rektoren unisono.

Mit mehr Geld allein werden die sächsischen Hochschulen jedoch ihre Situation nicht entscheidend verbessern können. Angesichts der unausgeglichenen Wirtschaftsstruktur des Freistaats werden sie sich an den unternehmerischen Leuchttürmen orientieren müssen, etwa der Mikroelektronik im Raum Dresden oder dem Maschinen- und Fahrzeugbau in den Regionen um Leipzig und Chemnitz/Zwickau. In diesen Bereichen ist Sachsen bundesweit Spitze. Und daher auch künftig auf gut ausgebildetes Fachpersonal angewiesen, wenn das Land seine führende Stellung halten will.

JOHANNES WENDLAND

Von Johannes Wendland

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