Hochschule

„Mehr Ehre für die Lehre“  

VDI nachrichten – Die Väter der Initiative „Bachelor Welcome“ nehmen sich selbst in die Verantwortung, kritisieren aber vor allem Wissenschaft und Politik. Die Hochschullehre müsse aufgewertet werden, fordern die Unternehmensvertreter, und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung müsse erhöht werden.

Die neuen Studiengänge Bachelor und Master sind für die Wirtschaft ein Schlüssel zur Eindämmung des Fachkräftemangels. Zwar werden die Studiengänge angenommen – im Wintersemester 2006/2007 entschieden sich 42 % der Studierenden für diese Bildungswege –, doch die Abbrecherquote ist hoch. Allein an den Fachhochschulen liegt sie in den  Ingenieurwissenschaften bei 40 %.

Für die gesuchten Fachkräfte, die unter dem Stichwort „MINT“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zusammengefasst werden, will sich die Wirtschaft künftig noch stärker engagieren. Auf Einladung der Initiative „Bachelor Welcome“, gegründet vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und den Wirtschaftsverbänden BDA und BDI,  diskutierten vor wenigen Tagen in Berlin 40 Personalvorstände führender Unternehmen über mögliche Maßnahmen. Bereits 2004 und 2006 hatten sich Personalvorstände mit den
Erklärungen „Bachelor Welcome“ und „More Bachelors and Masters Welcome“ zu den Reformen bekannt.

In der jüngsten Erklärung verpflichten sich die Unternehmen, Bachelorabsolventen„attraktive Berufseinstiege und Karrierewege zu eröffnen“. Mehr Geld will die Industrie für  wissenschaftliche Weiterbildung ausgeben, auch bei Stipendien und Praktika soll es mehr Angebote geben. Zudem bieten die Unternehmen an, Personal in Hochschulen und Schulen zu schicken, um für MINT-Fächer zu begeistern.

Doch die Wirtschaft allein wird es nicht richten. Der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker, kritisiert vor allem die Hochschulen: „Engagement in der Forschung ist prestigeträchtig und karriereförderlich“, die Lehre komme hingegen zu kurz. Dies sei für die hohe Zahl an Abbrechern verantwortlich. „Mehr Ehre für die Lehre“, müsse es lauten. Die Unternehmer appellieren an die Hochschulen, Lehrpläne zu verschlanken und berufsrelevante Schlüsselqualifikationen zu vermitteln.

Die Auffassung der neun großen technischen Unis, der Bachelor sei nur als Vorstufe für den berufsbefähigenden Master zusehen,trifft beiden Unternehmern auf Widerstand. Zudem fordern sie Bund und Länder auf, mehr Mittel für zusätzliche MINT-Studienplätze und eine verbesserte Betreuungsrelation bereitzustellen. Der bisherige Hochschulpakt zwischen Bund und Ländern, der mit Durchschnittswerten von 5500 € pro Jahr und Studienplatz kalkuliert, setze keine Anreize, die „zwar kostenintensiveren, aber dringend notwendigen
MINT-Studienplätze“ zu schaffen. Die tatsächlichen Studienplatzkosten lägen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften bei rund 7200 € jährlich.

Thomas Sattelberger, Telekom-Personalvorstand und Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft, monierte zudem das „aktive Aussieben durch Professoren“. Zudem sei die
mangelnde Durchlässigkeit zwischen beruflicher und Hochschulbildung ein Kritikpunkt. Rund 20 % der Berufstätigen, schätzt Sattelberger, seien ausreichend qualifiziert für ein Studium.
„Das könnte die Lücke mehr als füllen.“ Ein Potenzial, das die Firmen zurzeit nur begrenzt nutzen. So sind beim Autobauer Ford von 270 Auszubildenden rund 36 in  Weiterbildungsprogrammen.

Etwa 10 bis 15 wechseln auf eigene Initiative vom Arbeits- zum Studienplatz. Beim Chemiekonzern BASF nehmen rund 40 der 420 Azubis das Angebot für einen dualen Studiengang wahr.
VDI-Direktor Willi Fuchs ist fest von Bachelor und Master überzeugt: „Die Abschlüsse setzen sich zunehmend durch. Besonders Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen finden  inzwischen gut eine Stelle. Die Vorbehalte seitens der Unternehmen nehmen kontinuierlich ab.“ Schon jetzt gäbe es knapp 2000 Ingenieure mit Bachelor-Abschluss. Die Unternehmen stellten fest, dass die Bewerber über hohe Schlüssel- und Fachkompetenzen verfügen, um die ihnen zugewiesenen Tätigkeiten im Unternehmen auszuüben. Fuchs: „In spätestens
fünf Jahren wird dieser Abschluss in jedem Unternehmen bekannt sein.“

www.bachelor.stifterverband.de

 

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