Nachwuchsförderung

Mechatroniker fürchten Absturz der deutschen Ausbildung

Alle zwei Jahre treffen sich die 700 besten Auszubildenden aus 37 Nationen zur Berufsweltmeisterschaft, um sich wie bei einer Olympiade in 46 verschiedenen technischen und Handwerksberufen zu messen. Am vergangenen Sonntag ging im schweizerischen St. Gallen der Worldskills Competition zu Ende.

Deutsche Auszubildende sind schon lange nicht mehr ganz an der Spitze. Auch bei den Mechatronik-Wettbewerben, die auf Grund des komplexen Berufsbildes in der Kombination aus Mechanik, Elektronik und Informatik einiges von den Teilnehmern abverlangten und bis zum Schluss viel Spannung boten, landete das deutsche Team nur im Mittelfeld. Innerhalb von vier Wettkampftagen mussten 25 Teams aus den wichtigsten Industriestaaten acht aufeinander aufbauende Automatisierungsprojekte lösen.
An den MPS-Anlagen, die Festo Didactic fürs Automatisierungstraining an Berufs- und Hochschulen entwickelt hatte und für die Worldskills-Wettbewerbe zur Verfügung stellte, mussten die Zweier-Teams beispielsweise eine Anlage für Montage, Transport und Kommissionierung von Thermometern erstellen, inklusive aller Steuerungen, Sensoren und Handling-Komponenten.
Die beiden Mechatronik-Lehrlinge Johannes Huber und Bernhard Koppold von MTU in München, setzten sich bei den nationalen Ausscheidungen während der Bildungsmesse im April in Nürnberg durch. „Da hatten sie aber nur zweieinhalb Wettkampftage, während ihnen hier nach vier Tagen ein unglücklicher Patzer unterlief“, kommentierte Eckhard von Terzi, einer der internationalen Experten der Mechatronik-Wettbewerbe und Betreuer des deutschen Teams das Abrutschen der deutschen Mannschaft vom zweiten Platz am dritten Wettkampftag auf Platz 14 in der Gesamtwertung nach vier Wettkampftagen.
Auch wenn es nicht unbedingt grundsätzliche Schwächen waren, die das deutsche Team nach hinten warfen – von Terzi sieht die Berufsausbildung in Deutschland stark gefährdet. „Unser System der dualen Ausbildung war bis vor wenigen Jahren Vorbild für viele Industriestaaten, heute scheint Deutschland auf Grund der finanziellen Engpässe an Berufs- und Hochschulen hinterherzuhinken,“ so der deutsche Betreuer.
Erst vor Kurzem hat von Terzi die Labors und Werkstätten der Hochschule besucht, an der er einst studierte. „Die Mechatronik-Studenten von heute müssen noch mit demselben Material arbeiten wie wir vor rund 15 Jahren“, stellt von Terzi mit Bedauern fest. Damit seien die Unternehmen gefordert, deutsche Auszubildende, Studenten und Absolventen in der betrieblichen Praxis an die Weltspitze heranzuführen und die Folgen der finanziellen Engpässe an den Schulen auszugleichen.
Gewonnen hat den Mechatronik-Wettbewerb das Team aus Singapur. Schon im Vorfeld als Favorit gehandelt, arbeiteten die beiden südostasiatischen Auszubildenden optimal zusammen. Die Jury wertete den mechanischen Aufbau und die Funktion der Anlage. Fehler und daraus entstehende Stillstandszeiten ergaben Punktabzüge. „In der betrieblichen Praxis sind Stillstandszeiten schließlich auch zu vermeiden“, sagte von Terzi.
In die Wertung ging aber auch ein, wer wie schnell mit der Aufgabe fertig wurde. „Die Teams arbeiteten unter Volldampf“, so von Terzi über die Wettkampfatmosphäre, die auch die Zuschauer in ihren Bann zog. Soft-skills, wie Teamfähigkeit und Kommunikation untereinander, waren fast ebenso wichtig wie das Beherrschen der Technik. „Sehr beeindruckt hat mich auch, wie das schwedische Team der Mannschaft von den Philippinen ausgeholfen hat“, beschreibt der deutsche Betreuer den olympischen Sportsgeist der internationalen Veranstaltung.
Erst seit 1993 sind die Mechatronik-Wettbewerbe Bestandteil der Worldskills Competition, die es seit 1952 gibt. „Diese Wettbewerbe haben genauso wie die Disziplin selbst die rasanteste Entwicklung aller Worldskills-Berufe hinter sich“, meint Dr. Theodor Niehaus, Geschäftsführer von Festo Didactic. Kompetenz und Aufgabenstellung seien im Lauf der letzten zehn Jahre stark gewachsen. CH

Von Christoph Hammerschmidt

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