VDMA-Initiative

„Maschinenhaus“ soll Maschinenbau-Studium verbessern

Mit der Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ will der VDMA die hohen Abbrecherzahlen im Maschinenbau stoppen. Der Hochschulforscher Ulrich Heublein sieht bei den Fakultäten mehr Studienhürden als -hilfen.

Mit der Maschinenhaus-Initiative will der VDMA „den Wendepunkt setzen“. Beim Maschinenbau-Verband ist man es leid, zuzuschauen, wie in Deutschland ein junger Mensch nach dem anderen vorzeitig das Studium hinwirft.

„Wir brauchen einen Mentalitätswandel an den Hochschulen“, sagt Ulrich Heublein, Mitautor der HIS-Studie zu Studienbedingungen im Maschinenbau und in der Elektrotechnik, die die Grundlage für die VDMA-Initiative bildet. Eckart Kottkamp stimmt zu: Die Situation sei inakzeptabel. „Zur akademischen Exzellenz muss Spitzenlehre mindestens genauso gehören wie Spitzenforschung“, mahnt der Sprecher der VDMA-Ingenieurinitiative.

Das Maschinenbau-Studium soll besser werden

Die Offensive ist ein Schritt in Richtung besserer Lehre. Doch womöglich liegt das Problem tiefer. Hochschulfinanzierung ist bisher an der Zahl der Studienanfänger ausgerichtet. Viele Einsteiger bringen viel Geld, das nach Absprung bzw. Rausprüfen der halben Belegschaft komfortablere Bedingungen schafft. Langsam verschieben sich laut Forscher Heublein die Gewichte zur Finanzierung anhand Absolventenquoten. „Es besteht aber die Gefahr, dass dann die Prüfanforderungen sinken“, gibt er zu bedenken.

Für Hartmut Rauen vom VDMA steht dennoch außer Zweifel, dass eine am Output orientierte Finanzierung her muss. „Exzellenz in der Lehre heißt, dass die Hochschulen aus den jungen Menschen das Maximale herausholen“, sagt er. „Es geht um nichts Geringeres als die Lebenschancen Tausender junger Menschen – und die Zukunft des Innovationsstandorts Deutschland.“

Das Maschinenbau-Studium stellt hohe Anforderungen

Heublein sieht die Ingenieurwissenschaften in einer Sonderposition, die es dringend zu überdenken gelte: „Im Gegensatz zu anderen Fächern starten die Ingenieurwissenschaften nicht mit einfach zu bewältigenden Einführungsveranstaltungen. Stattdessen stellen sich den Studierenden in den mathematischen Grundlagenfächern, in technischer Mechanik oder auch in Werkstoffkunde von der ersten Lehrveranstaltung an sehr hohe Studienanforderungen. Was dann vor allem mit denjenigen Studierwilligen geschieht, die über fachliche Defizite verfügen, ist leicht abzusehen.“

Während den Studierenden in den Diplomstudiengängen bis zur Zwischenprüfung Zeit blieb, um im Studium Fuß zu fassen, stünden im Bachelorstudium schon nach wenigen Monaten erste Prüfungen an, die mit über die Abschlussnote entscheiden. Heublein: „Viele Fachhochschulen, die früher als die Unis zum Bachelorstudium übergegangen sind, scheinen inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und ermöglichen Erstsemestern mit Brückenkursen und anderen Unterstützungsangeboten einen begleitenden Einstieg.“

Hohe Zahl von Studienabbrechern auch im Maschinenbau

Wichtig sei, dass die Hochschulen die Verantwortung für ein Scheitern im Studium nicht allein bei den Studierenden suchen. In dem Zusammenhang sollte auch die Gestaltung des Curriculums kein Tabu darstellen. In Baden-Württemberg gäbe es mit dem Programm „Studienmodelle individueller Geschwindigkeiten“ ermutigende Ansätze, um die hohen Abbrecherquoten zu mindern. Zu den Projekten, die Hoffnung machten, gehöre auch die VDMA-Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“. 

  • Peter Trechow

  • Wolfgang Schmitz

    Wolfgang Schmitz

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Bildung, Karriere, Management, Gesellschaft

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