E-Learning

Learntec Messe 2012: Spielerisch lernen

Lernen macht Spaß. Das bewies die 20. Learntec in Karlsruhe. Zum klassischen Frontalunterricht gibt es spannende Technikalternativen und Ergänzungsangebote. Mobile Learning ist ausbaufähig, Social Media Learning gewinnt immer mehr Anhänger und Serious Games finden nicht mehr allein in der Freizeit Anwendung.

Dass Lernen anstrengend ist, galt lange Zeit als unumstößliches Dogma. Doch solche Wahrheiten kamen in den vergangenen Jahren gehörig ins Wanken. „Ich habe von meinen Studenten gelernt, dass Spiele dabei helfen können, mit Komplexität umzugehen“, sagt Norbert Bolz, Professor an der Technischen Universität Berlin. Für den Medienwissenschaftler verschwinden die starren Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit ebenso wie die zwischen Lernen und Spielen. „In den USA gibt es den passenden Begriff ,Hard Fun““, erläutert Bolz. Spielerisch neue Inhalte lernen, klingt nicht nur für Schüler verlockend.

Learntec 2012: Mobile Learning wird weiter wachsen

Auch in diesem Jahr wagten die Learntec-Macher Sünne Eichler und der Karlsruher Informatikprofessor Peter Henning mit ihrem „Learntec Orakel“ einen Ausblick auf die Bildungstrends 2012. Mobile Learning ist zwar mittlerweile im Alltag angekommen, doch für die kommenden Jahre sollen dieses Marktsegment und entsprechende Angebote weiter wachsen. Denn mit der größeren Verbreitung von Smartphones steigen auch die Möglichkeiten, die Geräte zum Spielen und Lernen zu verwenden. Interessant werden damit auch Lernlektionen, die sich in kleine Portionen aufteilen und nutzen lassen. Neudeutsch heißt das dann „Micro-Learning“.

Social Media Learning gewinnt sowohl für Unternehmen als auch in der persönlichen Lernagenda zukünftig an Relevanz. „Social Media ist kein technisches sondern ein gesellschaftliches Thema“, sagt Peter Henning.

Und der dritte große Trend heißt „Serious Games“. Mit ausgereifterer Technik und Grafik finden diese Lernspiele auch im seriösen Weiterbildungssektor neue Anwendungsmöglichkeiten. Firmen nutzen diese auf ihr Unternehmen zugeschnittenen Spiele beispielsweise zu Werbezwecken, für den Vertrieb oder auch um unter Bewerbern eine Vorauswahl zu treffen.

Serious Game Solutions entwickelt den „Siemens Explorer“

Das Potsdamer Unternehmen „Serious Games Solutions“ entwickelte im vergangenen Jahr für Siemens ein solches Spiel. „Siemens Explorer“ bildet das Unternehmen als eigene Stadt ab. In drei unterschiedlichen Varianten, als iPad- und Online-Anwendung sowie als 3D Virtual City, können sich Interessierte mit den Geschäftsfeldern des Unternehmens beschäftigen. „Die iPad-Version gehört zur Standardausstattung des Vertriebsteams“, erklärt Ralph Stock, der Geschäftsführer von Serious Games Solution.

20 Mitarbeiter beschäftigt das 1993 gegründete Unternehmen und genauso lange entwickelt Ralph Stock und sein Team schon Spiele für Firmenkunden. „Wir hatten über die Jahre ein stabiles Geschäft. Früher war es ein Nerd-Thema, mit den mobilen Plattformen gibt es größeren Zuspruch.“

Doch Stock kennt auch die Probleme, die während eines Projektes auftauchen können. „Die Spiele sollen Spaß machen“, ist eine wichtige Maxime für den späteren Erfolg bei den Nutzern.

Ganz billig sind solche, auf die Wünsche eines Unternehmens zugeschnittenen Computerspiele keineswegs. Um spätere Missverständnisse auszuschließen, spricht Stock das Thema Budget ohne Umschweife an. „Es gibt gut gemachte Spiele für 40 000 €, doch meistens ist das die absolute Untergrenze.“ Für umfangreiche und anspruchsvolle Projekte liegen die Kosten im sechsstelligen Bereich deutlich höher.

Auch Themen, die über Leben und Tod entscheiden, wie plötzlicher Herzstillstand, eignen sich für animierte Lerneinheiten. Das französische Unternehmen Dassault Systèmes entwickelte gemeinsam mit 3diva die 3D-Anwendung „Staying alive“. Die ersten vier Minuten entscheiden, ob jemand mit einem plötzlichen Herzstillstand überlebt oder nicht. Eine Website zeigt in einer Animation, die mit kleinen Lerneinheiten und Aufgaben für die User verknüpft ist, was Ersthelfer tun müssen, um ein Menschenleben zu retten.

Momentan ist die Website in Englisch und Französisch verfügbar, im Laufe dieses Jahres soll eine deutschsprachige Variante online gehen.

Learntech zeigt Spiele, die Schüler für MINT-Fächer begeistern sollen

Auch auf die schwierige Frage, wie sich mehr Schüler für MINT-Fächer begeistern lassen, gab es in Karlsruhe eine Antwort. Chemie, Biologie, Physik und Mathematik in 3D eröffnen Schülern eine neue Sichtweise und helfen ihrer räumlichen Vorstellungskraft auf die Sprünge. Mit 3D-Brillen ausgestattet, können sie auf einem speziellen, besonders großen Fernsehgerät verfolgen, wie beispielsweise Schallwellen auf das Ohr auftreffen und weiterverarbeitet werden.

Auch trockene chemische Formeln lassen sich dreidimensional dargestellt besser verstehen. Der sogenannte Cyber-Classroom wird bereits an einigen Modellschulen eingesetzt. „Das Interesse ist groß“, sagt Jasmin Allan vom Anbieter Visenso in Stuttgart. Allerdings schrecken viele Schulen vor den Anschaffungskosten zurück.

Doch einige Firmen haben erkannt, dass sie auf diese Weise Schüler für Technik begeistern können und sponsern die Ausstattung.

Von Ingrid Weidner

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