Hochschule

Kreativ im Namen zarter Düfte  

VDI nachrichten, Karlsruhe, 20. 1. 06, ws – Wer vom typischen Karrierepfad eines Ingenieurs abweichen möchte, dem bieten sich auch in scheinbar technikfernen Branchen viele und spannende Betätigungsfelder. Ein Beispiel ist L“Oreal, nach eigener Aussage zuständig „für Schönheit und Gesundheit“. Ein internationaler Wettbewerb soll angehende Ingenieure für einen Job bei dem Global Player begeistern.

Die Jury hatte keinen leichten Job: Anderthalb statt der vorgesehenen einen Stunde benötigte sie, um den Sieger im L´Oréal-„Ingenius Contest“ zu ermitteln. Vier studentische Teams der Technischen Universitäten Darmstadt und Karlsruhe waren im Dorint-Hotel in Karlsruhe angetreten, um ihre innovativen Lösungen zum Thema Supply Chain vorzustellen.

Es war das erste Mal, dass der „Ingenius Contest“ in Deutschland veranstaltet wurde. Der Wettbewerb startete 2004 in China und Frankreich. Er war so erfolgreich, dass er im Jahr darauf auf sechs Länder erweitert wurde: Frankreich, Mexiko, Brasilien, China, USA und Deutschland. Damit etabliert L´Oréal bereits den dritten Wettbewerb für Studierende: Nach dem Marketing-Wettbewerb „Brandstorm“ und dem Online-Strategie-Spiel „e-strat Challenge“ wendet sich L´Oréal mit dem praxisorientierten „Ingenius Contest“ erstmals an Studierende der Ingenieurwissenschaften.

„L´Oréal ist bei Studenten der Ingenieurwissenschaften noch zu wenig als Arbeitgeber verankert“, sagt Oliver Sonntag, Personaldirektor L´Oréal Deutschland. Die Automobilindustrie steht immer noch an erster Stelle, wenn zukünftige Maschinenbau- oder Wirtschaftsingenieure an einen Job denken. Dabei biete L´Oréal ein breites Betätigungsfeld. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern produziert das Unternehmen Produkte wie Kosmetika, Haut- und Haarpflegemittel noch selbst, beispielsweise am Standort Karlsruhe. Insourcing statt Outsourcing heißt die Unternehmensphilosophie.

Rund zehn bis 15 Ingenieure werden in Karlsruhe pro Jahr neu eingestellt. Um den Bedarf decken zu können und die Besten für sich zu gewinnen, fährt das Unternehmen eine aktive Rekrutierungspolitik. Die Form des praxisorientierten Wettbewerbs kommt an den Hochschulen gut an. „Viele Unternehmen machen es falsch“, bringt Prof. Eberhard Abele eine immer noch weit verbreitete Rekrutierungspraxis auf den Punkt. „Sie schicken uns ein Stellenangebot fürs schwarze Brett“, erläutert der Leiter des Instituts für Produktmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen an der Technischen Hochschule Darmstadt, „wo es dann kaum wahrgenommen wird.“

L´Oréal dagegen stellte sich und seinen Wettbewerb in Karlsruhe und Darmstadt in den Vorlesungen vor – und lag damit richtig. „Bis dahin war mir gar nicht klar, dass L´Oréal für mich als Arbeitgeber in Frage kommen könnte“, sagt einer der Studenten, der im 9. Semester Maschinenbau an der TU Karlsruhe studiert. Vielen seiner Kommilitonen ging es nicht anders. Entsprechend groß war die Resonanz auf den „Ingenius Contest“: An beiden Universitäten meldeten sich jeweils rund 60 Interessenten. Übrig blieben nach Kick-off-Veranstaltungen und Auswahlgesprächen jeweils zwei Teams, bestehend aus je drei Studenten.

„Was deutschen Führungsnachwuchs auszeichnet, ist kulturelle Aufgeschlossenheit, analytisches Denken, Teamfähigkeit und Flexibilität“, zeigte sich Personalchef Oliver Sonntag begeistert von den potenziellen L´Oréal-Ingenieuren. Und Louis Comte, weltweit als Personaldirektor für den industriellen Bereich zuständig, betont die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz für die Führungskräfte eines Unternehmens wie L´Oréal, das in 130 Ländern aktiv ist.

Für die vier deutschen Ingenius-Teams begann Mitte November 2005 die heiße Phase. Sie lernten die L´Oréal-Produktion bei mehreren Besuchen in Karlsruhe kennen. Unterstützt wurden sie bei „der Reorganisation der Supply Chain einer Fabrik für Produkte aus dem Consumer Products-Bereich unter vorgegebenen Voraussetzungen und mit festgelegten Zielsetzungen“ von Führungskräften des Unternehmens, die die Studenten rund acht Wochen lang als Coaches betreuten.

Die Teams formierten sich als virtuelle Firmen mit so phantasievollen Namen wie „Belima“, „Golden Cut“ und „KarlSys“ und bekamen Eckdaten zum Standort der zu konzipierenden Fabrik sowie zu Art und Volumen der Produktion geliefert. Viel Zeit blieb nicht bis bis zur Vorentscheidung in Karlsruhe am 13. Januar. Um so erstaunlicher war das durchgehend hohe Niveau der Entwürfe und der 20-minütigen Präsentationen mit anschließender Befragung durch die Jury in englischer Sprache.

Die Wahl endete mit einer Überraschung, denn das jüngste Team gewann: „K´Aréal“ aus Karlsruhe mit Johannes Bösinger (3. Semester Wirtschaftsingenieurwesen), David De Paolis (5. Semester Maschinenbau) und Dirk Eichin (5. Semester Maschinenbau). „Die Entscheidung war wirklich eng“, stellt Jurymitglied Frédéric Heinrich, Direktor der L´Oréal Fabrik in Karlsruhe, fest. Team „K´Aréal“ überzeugte schließlich mit seinem Teamspirit und mit der Tatsache, dass sein Konzept schon heute realisierbar wäre. Nicht zu vergessen die Kreativität von „K´Aréal“: Sie überreichten als i-Punkt ihrer professionellen Präsentation jedem Jurymitglied einen kleinen, mit ihrem fiktiven Firmenlogo versehenen Spielzeug-LKW.

Spannend zu erleben, wie „K´Aréal“ sich bei der internationalen Endausscheidung in Paris vom 25. bis 27. Januar gegen die Sieger-Teams der anderen Länder behaupten wird. Neben der Gelegenheit, in der Seine-Metropole weitere Top-Manager des Unternehmens zu treffen, winkt als Hauptpreis ein Stipendium für ein Auslandspraktikum bei L´Oréal – und vielleicht ein Job. Immerhin wurden nach dem ersten „Ingenius Contest“ 16 der 48 Teilnehmer bei L´Oréal eingestellt. KLAUS HEID

www.loreal.de

Von Klaus Heid

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