Hochschule

Konsequente Auslese – hohe Qualität

VDI nachrichten, Bonn, 9. 1. 04 -International ausgerichtete Master- und Promotionsstudiengänge bekommen von Lernenden und Lehrenden gute Noten. Die Zahl ausländischer Absolventen in Deutschland erreicht aber bei weitem nicht die britischer oder US-amerikanischer Hochschulen.

Christian Bode geht in die Offensive: „Es war nie unser Hauptziel, Ausländer ohne deutsches Abitur als Studienanfänger nach Deutschland zu holen“, erklärt der Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). „Wir wollen in erster Linie Bewerber, die zu Hause einen ersten guten Abschluss gemacht haben und sich bei uns in Aufbaustudien weiter qualifizieren.“ Mit dieser Beteuerung reagiert der DAAD-Chef auf die erschreckend hohe Quote von Gaststudenten, die, wie erst kürzlich bekannt wurde, ohne Examensnachweis einfach verschwinden ( „Die Spuren verlaufen im Sand“, VDI nachrichten vom 12. 12. 03).
Auf einer Fachtagung in Bonn über „Auswahl und Rekrutierung ausländischer Studienbewerber für Master- und Promotionsprogramme“ wurde die wünschenswerte Richtung mit guten Beispielen markiert. Muster sind rund 90 „internationale Studiengänge“ von insgesamt 11 000 Studiengängen im ganzen Lande. Alle Lernenden und Lehrenden zeigen sich rundum zufrieden. Gut 80 % der Studierenden brauchen höchstens ein Semester mehr bis zum Abschluss als in der Regelstudienzeit vorgesehen nur 5 % benötigen eine Verlängerung von über einem Jahr.
Das offene Geheimnis für den Studienerfolg liegt in fachbezogenen Eignungs- und Aufnahmetests, die für die Muster-Studiengänge selbstverständlich, aber sonst an staatlichen Hochschulen selten sind. Für eine ganze Reihe der internationalen Programme gibt es bereits Online-Auswahlverfahren. „Schon durch eine einfache Abfrage nach Schulabschluss, nach speziell fachlichen Vorkenntnissen und Wissen über unseren Master- Studiengang Information and Communication Engineering lässt sich die Zahl der Interessenten von 1500 auf 60 reduzieren“, erläutert Thomas Hollstein von der TU Darmstadt. Die Ausgewählten werden dann zu einem mehrwöchigen Vorkurs nach Darmstadt eingeladen, der mit einem abschließenden Befähigungstest endet. Wer sich also in der ersten Prüfungsphase über Internet die Antworten hat vorsagen lassen, bezahlt den Täuschungsversuch mit weggeschmissenen Reise- und Aufenthaltskosten.
Vertiefen die Online-Bewerbungsverfahren aber nicht den digitalen Graben zwischen der hoch- und der weniger entwickelten Welt? So müssen die Interessenten „ihre Zeugnisse von der Heimathochschule einscannen und als pdf-Datei nach Deutschland schicken“, erwartet Hollstein. Das aber sei an allen Unis möglich, die auf Darmstadt vorbereiten, „auch in Bangladesch“. Klares Anspruchsdenken werde viele Studierwillige enttäuschen, bewahre sie aber vor schweren Frustrationen und Scheitern in Deutschland. Hollstein: „Transparenz unserer Anforderungen ist das Erste, was wir potenziellen Studenten schulden.“
Die internationalen Studiengänge sind nicht nur in der Zulassung, sondern auch in ihrer Durchführung sehr rationell aufgebaut. Klar definierte Lernbausteine (Module) werden semesterweise abgeprüft und führen jeweils zu Leistungspunkten. Der Notendurchschnitt nach Ablauf der Pflichtsemester ergibt das Examensprädikat. Die „Modularisierung“ des Studiums und seine Bewertung im Leistungspunktsystem ist in der angelsächsisch geprägten Hochschulwelt gang und gäbe. Ins deutsche Hochschulsystem wurden diese Steuerungsinstrumente erst im vergangenen Jahrzehnt probeweise übernommen, um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren und Ausländer für den Standort Deutschland zu gewinnen.
Nach wie vor sind die organisatorischen Neuerungen aus dem Ausland aber nur Ausnahmen an deutschen Hochschulen. Denn den Professoren vieler Disziplinen fällt eine gestraffte Lehre offenbar schwer, weil sie konsequent zwischen ihren akademischen Steckenpferden und dem nötigen Basiswissen für den Berufsalltag unterscheiden müssen. So könnte aber die notwendige Internationalisierung des Studiums, wie DAAD-Chef Bode hofft, zum Stachel für die überfällige Reform der deutschen Studienordnungen werden.H. HORSTKOTTE

Von Horstkotte

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