Hochschule

Konkurrenz durch neue Studiengänge

Dann drängen die ersten Absolventen auf den Arbeitsmarkt.

Um das Ansehen der deutschen Hochschulen steht es nicht zum besten. Deutsche Vertretungen im Ausland beobachten, daß Studenten aus Asien oder Lateinamerika einen Bogen um die Hochschulen zwischen Flensburg und Konstanz machen und Kanada, die USA oder Australien bevorzugen..
Das soll sich nun ändern. Um international wieder an Glanz zu gewinnen, wurden an deutschen Hochschulen in den vergangenen Jahren Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Nach den ersten Testläufen folgt nun der Einstieg im größeren Maßstab. Bis zum kommenden Wintersemester werden bundesweit an die 200 Graduierten-Studien von den Universitäten angeboten. Mit diesem Schritt soll eine Anpassung an das weltweit dominierende anglo-amerikanische System erfolgen.
Daß in Deutschland das Interesse an internationalen Studiengängen vorhanden ist, haben die Modellprojekte der letzten Jahre gezeigt. Die Universität Bochum gehört zu den ersten Hochschulen, die für Geistes- und Sozialwissenschaften einen Bachelor-Abschluß anboten. Der Andrang war so groß, daß eine Zulassungsbeschränkung eingeführt werden mußte. Auch an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, wo seit dem Wintersemester 97/98 Masterstudiengänge in den Bereichen Materialwissenschaft, Informations- und Kommunikationssysteme sowie Mechatronics und Process-Engineering angeboten werden, war man überrascht über die große Resonanz. Die Zahl der Bewerber schnellte innerhalb eines Jahres von 40 auf 370 hoch.
Mit der Einführung von Bachelor und Master wollendie Hochschulen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ausländische Studenten erhalten einen Abschluß, der in ihren Heimatländern meist problemlos anerkannt wird. Gleichzeitig sollen sich für deutsche Absolventen die Chancen auf den internationalen Arbeitsmärkten verbessern. Der Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Dr. Josef Lange, nennt noch einen weiteren Grund: „Mit der Einführung der internationalen Studiengänge verschärft sich auch die Konkurrenz unter den Hochschulen, die Leistung wird somit zum ausschlaggebenden Kriterium“, stellt er zufrieden fest.
Den Maßstab wird ein Akkreditierungsrat festlegen, dem neben Mitgliedern der Kultusministerkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz auch Studenten, Wissenschaftler und Vertreter der Wirtschaft angehören sollen. Seine Aufgabe ist es, die Studiengänge auf Qualität und Universität Ausstattung zu durchforsten. Sogar der Berufserfolg der Absolventen wird herangezogen. Diese Faktoren entscheiden letztlich über die Einstufung eines Studiengangs und damit auch über die Finanzmittel.
Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn festgeklopft sind bis jetzt nur die Grobstrukturen. Fest steht zwar, daß Bachelor- und Masterstudiengänge vor allem in Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften angeboten werden, daß für den Bachelor maximal vier, für den Master maximal zwei Jahre vorgesehen sind. Fest steht auch, daß die internationalen Studiengänge stärker praxisorientiert sein werden als die herkömmlichen Diplom- und Magisterstudien. Unbeantwortet aber sind noch immer die Zugangsvoraussetzungen, Abschlußbezeichnungen an Fachhochschulen (FH) und Universitäten oder die Kriterien für einen Wechsel von der FH zur Universität.
Sogar die Studieninhalte lassen derzeit noch jede Menge Spielraum für Interpretationen. Die Bedeutung, die Bachelor- und Masterabschlüsse einmal haben werden, bleibt wohl so lange unklar, bis die ersten Studenten auf den Arbeitsmarkt drängen, was frühestens zum Herbst dieses Jahres der Fall sein wird. Hier setzt die Kritik von . zu Gerhard Casper, Präsident der amerikanischen Elite-Universität Stanford, an. Als Deutscher ist er mit beiden Hochschulsystemen vertraut. Nach seiner Auffassung werde hierzulande zuviel Wert auf Etiketten gelegt. In den USA komme es darauf an, welche Fächer ein Student belegt und welche Schwerpunkte sich daraus ergeben. Ob sich ein Studiengang nun Bachelor oder Master nennt, würde kaum interessieren. In Deutschland dagegen verliere man vor lauter Form den Inhalt aus den Augen.
Fertige Konzepte zu erwarten, wäre freilich zu viel verlangt. „Das Bachelor- und Masterprojekt ist in gewisser Weise auch ein Experimentierfeld, das nicht einfach in Ketten gelegt und festgezurrt werden kann“, so HRK-Generalsekretär Josef Lange. Entsprechend variieren die Ausprägungen von Hochschule Hochschule. So findet man in den Masterstudiengängen der Universität Hamburg-Harburg beispielsweise kaum deutsche Studenten.
Die Hemmschwelle ist hoch, denn einen Bachelorabschluß, auf den das Masterstudium aufbauen könnte, gibt es dort nicht. So müssen die Studenten das Vordiplom einschließlich zweier weiterer Fachsemester vorweisen, um in den Masterstudiengang einsteigen zu können. „Im Hauptstudium macht erfahrungsgemäß keiner gerne einen solchen Kurswechsel“, stellt Matthias Buntenkötter von der Geschäftsstelle für auslandsorientierte Studiengänge der TU Harburg fest.
„Das lohnt sich nur dann, wenn jemand genau weiß, daß seine berufliche Zukunft im Ausland liegen wird.“ Die Universität Karlsruhe, die ab kommendem Wintersemester den Bachelor in Maschinenbau und Elektrotechnik anbietet, richtet dagegen ganz bewußt ihr Angebot an ausländische Studenten. Für die deutschen Kommilitonen bleibt es bislang noch beim Diplom.
Auch Dr. Jürgen Braun von der Universität Stuttgart beobachtet bei angehenden Bauingenieuren einen ungebrochenen Hang zum klassischen Diplom. Dennoch weist der 1997 eingeführte Modellstudiengang „Warem“ (Water Ressources Engineering and Management), für dessen Koordination Braun zuständig ist, ein ausgewogenes Verhältnis von deutschen und ausländischen Studenten auf. Im Schwabenland wechseln immer mehr Absolventen von der FH an die Universität.
Ein Bachelor und Mastermodell bieten auch die philosophischen Fakultäten in Greifswald, Mannheim und Regensburg ab dem kommenden Wintersemester an. Neben fachbezogenen Themen wird Sprachkenntnissen und Rhetorik dort eine große Bedeutung beigemessen. „Gerade der Bachelor bietet die Möglichkeit einer stark berufsorientierten Ausbildung. Viele, die heute ihr Studium abbrechen, werden mit einem solcher Abschluß bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, vermutet Prof. Thomas Stamm-Kuhlmann von der Universität Greifswald.
Eine Unsicherheit bleibt: die Finanzierung. Die ersten internationalen Studiengänge wurden noch vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung unterstützt, doch für den zweiten Modellversuch im Großmaßstab stellt Bonn lediglich eine Finanzspritze in Höhe von 4,7 Mio. DM zur Verfügung. Für weitere Kosten werden die Länder und Hochschulen aufkommen müssen.
MONIKA ETSPÜLER
Bislang ist das Interesse der Studierenden an Bachelor- und Masterabschlüssen eher verhalten. Vor allem angehende Ingenieure bleiben lieber beim herkömmlichen Diplom-Studium.

Stellenangebote im Bereich Projektmanagement

über Dr. Schmidt & Partner Group-Firmenlogo
über Dr. Schmidt & Partner Group Bau- / Projektleiter (m/w/d) Infrastrukturprojekte Stuttgart, Großraum Nürnberg
MSA Technologies and Enterprise Services GmbH-Firmenlogo
MSA Technologies and Enterprise Services GmbH New Product Development Project Manager / Tender Manager Operations (w/m/d) Berlin
odelo GmbH-Firmenlogo
odelo GmbH Projektleiter (m/w/d) in der Elektronikentwicklung im Bereich Automotive Stuttgart
Stuttgarter Straßenbahnen AG-Firmenlogo
Stuttgarter Straßenbahnen AG Elektroingenieur / Ingenieur als Planer von Elektroanlagen (m/w/d) Stuttgart
ESG Mobility GmbH-Firmenlogo
ESG Mobility GmbH Projektleiter FuSi Automotive (m/w/d) Ingolstadt (Gaimersheim)
Stadt Langenfeld-Firmenlogo
Stadt Langenfeld Referatsleitung Umwelt, Verkehr, Tiefbau (m/w/d) Langenfeld
HENSOLDT-Firmenlogo
HENSOLDT Projektleiter (m/w/d) Ground Support Stations Immenstaad
milon industries GmbH-Firmenlogo
milon industries GmbH Senior Entwicklungsingenieur in der mechanischen Konstruktion mit Teamleitung (m/w/d) Emersacker bei Augsburg
wh-p GmbH-Firmenlogo
wh-p GmbH Projektleiter (m/w/d) Tragwerksplanung – Leitung Großprojekte Stuttgart, Berlin
BSR-Firmenlogo
BSR Projektleiter (w/m/d) Elektrotechnik Berlin

Alle Projektmanagement Jobs

Top 5 Studium