Hochschule

Kluge Köpfe ergründen Top-Computer  

In Berlin wurde Anfang dieser Woche die Grundlage für die Bildung einer Elite-Ausbildungsstätte gelegt. Herausragende Studierende der Ingenieur- und der Naturwissenschaften bekommen durch diese Einrichtung der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich über ihre Ausbildung hinaus Kenntnisse im Scientific Computing und der Nutzung modernster Hochleistungsrechner. Zudem soll die Einbindung in die Forschung ein Kennzeichen sein.

Wie wirken sich die Treibgasemissionen auf die Größe des Ozonloches aus? Auf welchen Wegen verteilen sich Giftstoffe unter den komplexen Bedingungen in Boden und Grundwasser? Wie steigt Wasserdampf in die Stratosphäre auf? Wie formt sich unsere Galaxie seit dem Urknall aus? „Simulation Sciences“ sind die Zauberworte, mit deren Hilfe Wissenschaftler heute versuchen, Fragen wie diesen auf den Grund zu gehen. „Die rechnerische Simulation von Vorgängen mit Computern spielt eine Schlüsselrolle für die Forschung in allen Naturwissenschaften“, ist sich Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich sicher. „Als dritte Säule zwischen Theorie und Experiment bringt sie eine neue Qualität in die wissenschaftliche Arbeit.“

Um die komplexen Simulationen durchführen zu können, sind Computer mit außerordentlichen Fähigkeiten erforderlich. So z. B. der Superrechner MareNostrum. Er steht in Barcelona und mit 10 240 Prozessoren sowie einer Rechnerkapazität von 94,21 Teraflops (Floating-point operations per second, „Gleitkommazahloperationen pro Sekunde“) kann er 94,21 Billionen Operationen in einer Sekunde ausführen. Damit ist er laut der halbjährlich erscheinenden TOP 500-Liste der weltweiten Supercomputer nicht nur der leistungsfähigste Computer Europas, sondern auch der fünftgrößte der Welt.

„In Deutschland und Europa wird der Bedarf an Rechenzeit in den kommenden fünf Jahren mehr als tausendfach ansteigen“, weiß Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH Aachen. „Deshalb müssen die Kapazitäten der Supercomputer weiterhin massiv ausgebaut werden.“

Am Forschungszentrum Jülich, wo man sich mit den Superrechnern JUBL und JUMP ebenfalls zur Crème de la Crème der weltweiten Spitzenrechner zählen darf, denkt man noch einen wichtigen Schritt weiter: Was bringt der schnellste Computer, wenn man keine klugen Köpfe hat, die wissen, was man mit ihm alles anstellen kann?

In Berlin unterzeichneten die Jülicher deshalb diese Woche gemeinsam mit der RWTH Aachen ein Memorandum of Understanding zur Gründung der German Research School for Simulation Sciences. Die in gleichberechtigter Partnerschaft betriebene Elite-Ausbildungsstätte soll herausragenden Studierenden eine Master- und Promotionsausbildung anbieten, welche durch die zusammengeführten Forschungs- und Bildungsressourcen höchstes wissenschaftliches Niveau garantiert. „Studierende der Ingenieur- und der Naturwissenschaften bekommen neben der Schulung in ihren Fächern eine Ausbildung im Scientific Computing und der Nutzung modernster Hochleistungsrechner“, erklärt Burkhard Rauhut stolz. „Außerdem wird die enge Einbindung der Studierenden in die Forschung ein wichtiges Kennzeichen unserer Ausbildung sein.“

Das Curriculum der Simulations-Wissenschaftler soll in zwei Jahren zum Abschluss „Master of Science for Computational Science and Engineering“ sowie darauf aufbauend zu einer einschlägigen Promotion führen. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein ausgezeichnet abgelegtes Bachelor-Examen sowie ein erfolgreich durchlaufenes Aufnahmeverfahren.

Die Politik ist begeistert: „Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen nehmen mit dieser Gründung eine Vorreiterrolle in der Forscherausbildung in Deutschland ein“, lobt Thomas Rachel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Zugleich sind sie Modell für die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsorganisationen, die wir künftig verstärkt brauchen.“ Finanziert wird das Projekt zu gleichen Teilen durch die beteiligten Forschungseinrichtungen sowie die Helmholtz-Gemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Land Nordrhein-Westfalen.

Und auch in der freien Wirtschaft gibt es bereits positive Reaktionen auf das Pilotprojekt. „Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Initiative sich für alle Beteiligten auszahlen wird“, so der Münchner Patent-Anwalt Bernhard Frohwitter, einer der ersten privaten Mäzene des Projekts. „Und deshalb werde ich die Schule durch die Einrichtung einer Stiftungsprofessur unterstützen.“ Die Macher hoffen, dass weitere Investoren dem Beispiel folgen werden.

Die ersten Doktoranden sollen bereits im Herbst diesen Jahres aufgenommen werden. Der Start des Masterprogramms ist für das Wintersemester 2008 geplant. Wer sich für die Ausbildung am Supercomputer interessiert, der sollte das Projekt also genau im Auge behalten. Und gute Sprachenkenntnisse mitbringen. Denn: Wer sich weltweit messen will, der wirbt auch im Ausland um die besten Studierenden. Und damit diese auch kommen, wird in Aachen und Jülich auf Englisch gelehrt. C. GABLER

www.fz-juelich.de
www.rwth-aachen.de
www.top500.org

Von C. Gabler

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