Hochschule

Klasse statt Masse für die Hörsäle  

VDI nachrichten, Bonn, 27. 10. 06, ws – Internationale Studierende scheitern bei uns häufiger als an britischen oder amerikanischen Hochschulen. Dieser Wettbewerbsnachteil des Standorts Deutschland soll jetzt durch Eignungstests für die Bewerber behoben werden.

Der Ausländeranteil unter unseren Studenten ist vor allem ein quantitatives Ziel und bislang leider nicht durch Leistungskriterien gesteuert. Das Scheitern der internationalen Gäste im Lande Humboldts ist damit vorprogrammiert.“ Geahnt haben das schon viele Verantwortliche, seit Ulrich Heublein vom Hochschul-Informations-System (HIS) vor knapp zwei Jahren repräsentative statistische Stichproben über einen katastrophalen „Ausländerschwund“ von bis zu 60 % vorlegte. Jetzt hat Heublein diesen Eindruck durch qualitative Interviews und Umfragen unter tausenden Betroffenen und Hochschullehrern wissenschaftlich gefestigt.

Die ersten Ergebnisse präsentierte Heublein auf einer Tagung seines Auftraggebers, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), in fünf Hauptthesen: Mindestens jedem zweiten Anfänger fehlt es nach eigenem Gespür am vorausgesetzten Fach- und Methodenwissen und der nötigen Selbstorganisation im Studium. „Mangelnde Deutschkenntnisse“, so die zweite These, „stellen ein zentrales Problem dar – und zwar in allen Studienphasen.“

Das Verfassen von Facharbeiten fällt jedem Dritten auch noch im zehnten Semester schwer. Die Angst, vor hohen Studienanforderungen zu versagen, drückt drittens auf das „Selbstbewusstsein“ und damit das gesamte Studentendasein. Diese Krise sei nur durch mehr persönliches Können und entsprechend hohe Zulassungshürden vermeidbar. Nur engere Kontakte mit Deutschen führten letztlich zur nötigen Integration in die Hochschule.

Ein Lichtblick: Der DAAD setzt seit vorigem Jahr auf „Profis“, ein „Programm zur Förderung der Internationalisierungsstrukturen an den deutschen Hochschulen“, das Modellprojekte unterstützt, die „das Ausländerstudium langfristig qualitativ verbessern“ sollen.

Es geht darum, die Attraktivität des Standorts Deutschland über ein erfolgreiches Studium made in Germany dauerhaft zu sichern – in Großbritannien oder USA liegt die Abbrecherquote internationaler Gäste deutlich niedriger, mitunter nur bei 10 %.

Tatsächlich stagniert der Ausländerzustrom bei uns schon seit Jahren auf hohem Niveau, bei insgesamt 160 000 Studierenden ohne deutsches Abitur. Die Zahl ist in fünf Jahren um die Hälfte gewachsen. „Die Quantität wird zu einer Frage der Qualitätssicherung“, so DAAD-Generalsekretär Christian Bode. Das Reservoir der weltweit mobilen Studenten lässt sich offenbar nur mit besseren Betreuungsangeboten noch weiter ausschöpfen.

Die unter dem Markenzeichen TU9 firmierenden Technischen Universitäten beteiligen sich an der Qualitätsoffensive „Profis“ z. B. mit einem Beratungstest im Internet: Studienbewerber können sich über spezielle Testmodule klar werden, ob sie nach Motivation und mathematischen Kenntnissen für das Maschinenbaustudium an dieser oder jener Hochschule wirklich geeignet sind.

Die RWTH Aachen erarbeitet solche „Selbsteinschätzungs-Programme“ gleichzeitig für alle Hochschulen an Rhein und Ruhr. Zudem entwickelt auch der DAAD einen „Studierfähigkeitstest“ mit allgemeinen und studienfeldbezogenen Eignungsfragen sowie einer Sprachprüfung, die ab kommendem Jahr weltweit eingesetzt werden soll. Der Test erlaubt den Hochschulen, so die offizielle Ankündigung, „die Bildung von Rangreihen unter den ausländischen Bewerbern“, also eine Bestenauslese.

„Bei den Sprachanforderungen dürfen wir allerdings nicht vom ersten Tag an auf dem wünschenswerten Niveau bestehen“, erläutert Hans-Joachim Althaus, Chef des „Tests für Deutsch als Fremdsprache“.

„Sonst müssten wir etwa auf Bewerber aus Südostasien und Japan verzichten. Deutsch ist eben keine weltweite Schulsprache wie Englisch.“ Indes fordert Althaus eine strenge studienbegleitende Kontrolle der Sprachfortschritte, „damit ein Erfolg im Fach überhaupt möglich wird“.

Vor diesem Hintergrund schickt die Freie Universität Berlin im kommenden Jahr internationale Studierende erst einmal in ein „propädeutisches Pflichtsemester“. H. HORSTKOTTE

Von H. Horstkotte

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