Sachen machen

„Junge Menschen brauchen Vorbilder“  

Technik, Fußball, Kirche, Politik – wie begeistern diese gesellschaftlichen Gruppen junge Menschen? Unter anderem durch Vorbilder, meinten die Teilnehmer der Diskussionsrunde während des Jahrestreffens der VDI-Initiative Sachen machen. VDI nachrichten, DüSSELDORF, 20. 2. 09, fr

Die Frage aber, wie Jugendliche für etwas begeistert werden können, weist auf ein grundsätzliches Problem hin, das alle gesellschaftlichen Gruppen betrifft. So zeigte die Diskussionsrunde während des Jahrestreffens der VDI-Initiative Sachen machen im Audi Forum Ingolstadt, dass Wirtschaft, Politik, Kirche und Fußball vergleichbare Probleme zu bewältigen haben, wenn es um die Ansprache der Jugend geht.

VDI-Präsident Bruno O. Braun betonte, dass wir „Jungen und Mädchen früh für die Themen begeistern müssen, die unser Leben in Zukunft beeinflussen“. Dies könne etwa in der Medizintechnik sein. „Dort retten Techniker mit ihren Erfindungen Menschenleben“, meinte Willi Fuchs in seiner Eröffnungsrede. Ingenieure der Energietechnik forschten, so der VDI-Direktor weiter, für den Umweltschutz und Agrartechnikingenieure tragen dazu bei, dass weniger Menschen an Hunger sterben. So faszinierend diese Themen auch sind, es bleibt die Frage, wie sich die Jugend erreichen lässt.

Weihbischof Heiner Koch hat die Erfahrung gemacht, dass es leicht ist, junge Menschen für den Glauben zu begeistern. „Das eigentliche Problem ist aber, sie langfristig zu binden.“

Katherina Reiche, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sah es ähnlich: „Bei Umwelt-, Gerechtigkeits- und Bildungsthemen ist die Jugend politisch interessiert.“ Wenn es aber darum geht, sich etwa auf Kommunalebene politisch zu engagieren, gibt es Vorbehalte, eine längerfristige Bindung einzugehen, also Verantwortung zu übernehmen.

Heiner Koch reagierte mit einer Frage. „Mit welchen Ideen und Führungspersönlichkeiten können wir in dieser sehr dynamischen Gesellschaft eine Kommunikation aufbauen?“ „Das geht über Vorbilder, aber auch über eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit“, meinte Uli Hoeneß, beim FC Bayern im Vorstand. „Leider aber werden heute die falschen Vorbilder präsentiert.“ In der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ z. B. werde den Jugendlichen eine Welt vorgegaukelt, die es nicht gebe. Hoeneß: „Ein Ingenieur ist vielleicht eher ein Star als jemand, der unfallfrei ein Lied trällern kann.“

Auch Katherina Reiche kritisierte, dass heute leicht der Eindruck entstehen könne, durch einen Auftritt im Fernsehen werde ein Starstatus erzeugt, der ein Leben lang anhalten würde. „Das ist falsch. Für alle Berufe gilt, dass der größte Teil des Lebens- und Berufsweges lang und steinig ist.“ Dies gelte auch für Fußballer wie Ballack und Schweinsteiger. Es müsse mehr Menschen geben, die das öffentlich bekennen, ihre Begeisterung für einen solchen Weg deutlich machten und auch Erfolge nachweisen könnten. „Dann wären wir ein Stück weiter.“

Werner Widuckel sprach ein weiteres Thema an: „An wen adressieren wir eigentlich die Attraktivität des Ingenieurberufs?“ Er macht ein erhebliches Imageproblem im „pädagogischen Transport“ aus. Es komme bei der Jugend kaum an, dass Audi und viele andere Unternehmen ihren Mitarbeitern Raum ließen, unkonventionelle Wege zu gehen und früh Verantwortung zu übernehmen. „Dies sind die Grundvoraussetzungen für Erfolg und Leidenschaft.“

Aber auch dies gelingt nur mit den entsprechenden Vorbildern. „Bei der Jugend müssen dies Eltern und Lehrer sein, die Technik, Religion oder auch Politik positiv vermitteln“, meint Weihbischof Heiner Koch. „Dies ist ein schwere, aber auch wunderbare Aufgabe.“ Fr

Von Gregor Frechen
Von Gregor Frechen

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