Technikunterricht 06.07.2001, 17:30 Uhr

IT-Führerschein für Pädagogen

Nach „Schulen ans Netz“ heißt die Devise jetzt „Lehrer ans Netz“. Vielen Pädagogen fehlen noch immer die einfachsten Computer- Grundkenntnisse Andere Lehrer haben sich indes von Grund auf in die IT eingearbeitet – und setzen ihre Kenntnisse erfolgreich im Unterricht ein.

Natürlich ist der Computer für Lehramtstudenten natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Richtung heute ein alltägliches Arbeitsinstrument. Das gilt für ihre fachliche Ausbildung, aber kaum für die pädagogisch-didaktische, die optimale Stoffvermittlung an die Schüler. Diesbezüglich lernt der Physikstudent gewöhnlich kaum mehr als ein Studiosus traditioneller Buchwissenschaften wie etwa der Germanistik.

Lehrstühle für Fachdidaktik – in dem Segment speziell auch für Medienpädagogik – gehen angesichts des staatlichen Sparkurses regelmäßig zu Lasten der Grundlagenfächer und kommen im inneruniversitären Verteilungskampf durchweg nur schwer zum Zuge. Deswegen wollen die Bertelsmann Stiftung und Heinz Nixdorf Stiftung mit einer Gemeinschaftsinitiative für „Lehrerausbildung und neue Medien“ eine Bresche schlagen. Sie fördern seit 1999 zahlreiche Hochschulprojekte von Hamburg bis Erlangen. Am weitesten ist die Universität Dortmund. Dort gibt es ab kommendem Wintersemester einen Zusatzstudiengang „Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Bildung und Unterricht“. Professor Hans E. Fischer betrachtet eine „multimedialen Lernumgebung“ als idealen Ausgangspunkt, um das notorisch schlechte Abschneiden deutscher Physikschüler im internationalen Vergleich zu verbessern. Jeder angehende, aber auch der bereits aktive Lehrer sollte einen „IT-Führerschein“ machen, fordert Studiendirektor Burgermeister aus langjähriger Berufserfahrung. Wie beim Autofahren komme es darauf an, mit dem Instrument navigieren zu können, ohne dass man dafür ein ausgebildeter (Auto-)Mechaniker sein muss. Burgermeister selber hat sich vor vielen Jahren von Grund auf in die IT eingearbeitet, angefangen bei den Betriebssystemen. Das hält er heute nicht mehr für notwendig. Indes sollte der Lehrer die jeweiligen Vorzüge handelsüblicher Softwares kennen, zum Beispiel die
„geometrischen“ Möglichkeiten des Präsentationsprogamms Powerpoint. „Es ist auch nicht zu viel verlangt, dass die Kollegen selber etwas programmieren können.“ IT-Kenntnisse, so Burgermeister, gehören zur elementaren Überlebensstrategie des Pädagogen. „Seine Hauptsorge ist ja immer, dass ein Schüler mehr wissen könnte als er selber.“ Die Gefahr wächst mit der modernen Informationstechnologie. Und nur mit ihr kann der Lehrer seine Grundangst überwinden.

HERMANN HORSTKOTTE

Buch-Tipps

Pionierleistungen

Seit 1997 fördert das Bundesbildungsministerium an rund 140 Schulen Unterrichtsversuche mit elektronischen Medien („InfoSCHUL“), auch in Physik und anderen Naturwissenschaften. Die dabei gewonnenen Praxishilfen fassen Koch/Neckel zusammen. Bentlage/Hamm unterrichten über Hochschulprojekte, in denen schon Lehramtstudenten einen fachbezogenen Umgang mit den neuen Informationstechnologien lernen.

Ulrike Bentlage, Ingrid Hamm, Hrsg., Lehrerbildung und neue Medien, Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2001, 132 Seiten, 20 DM.

Hartmut Koch, Hartmut Neckel, Unterrichten mit Internet & Co., Cornelsen Scriptor, Berlin 2001, 256 Seiten, 39,90 DM. HH

Ein Beitrag von:

  • Hermann Horstkotte

    Hermann Horstkotte ist freier Journalist und  lehrte als Privatdozent an der RWTH Aachen. In Bonn arbeitet er als Bildungs- und Wissenschaftsjournalist.

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