Hochschule

Ist der Student der Dumme?

VDI nachrichten, Ellwangen, 27. 2. 04 -An der TU München schlägt man neue Wege ein. Bei der finanziellen Betreuung der Studenten rechnet die Hochschulführung mittelfristig mit der Aufhebung des Verbots von Studiengebühren. Derweil warnen Wissenschaftler in der Gebührendiskussion vor zu einseitiger Betrachtungweise. Faktoren wie hohe Lebenshal-tungskosten würden ignoriert.

Trotz schlechter Berufsaussichten und drohender Studiengebühren lassen sich viele Jugendliche nicht vom Studieren abhalten. Knapp 2 Mio. Studenten waren 2003 an den Hochschulen hierzulande eingeschrieben. Der Zuwachs an Erstsemestern lag bei 4 % gegenüber dem Jahr 2002. Laut Deutschem Studentenwerk scheint bei knapp 40 % der Studierenden die Finanzierung des Studiums gesichert. Der Großteil jedoch wird von den Eltern finanziert oder geht jobben.
Die TU München bietet ihren Studenten als erste staatliche Hochschule einen Bildungsfonds auf Darlehensbasis. „Ab April erhalten 50 unserer Studenten Zuschüsse zur Lebenshaltung, die zwischen 200 € und 500 € liegen“, erläutert Wolfgang Herrmann, Präsident der TU. Im Gegenzug verpflichten sich die Studenten, nach dem Einstieg ins Berufsleben einen festen Prozentsatz ihres Gehaltes zurückzuzahlen. Acht Jahre bleibt Zeit, die Schulden zu begleichen. Bekommt der Absolvent keinen Job während dieser Zeit, wird er von seiner Rückzahlungspflicht entbunden. Wer viel verdient, zahlt viel zurück. Sobald das Bundesverfassungsgericht über die bislang verbotenen Gebühren für ein Erststudium entschieden hat, wird daraus eine Gegenfinanzierung für Studiengebühren.
Auf zehn Studiengänge ist das Angebot beschränkt, und zwar ausnahmslos auf solche, in denen die TU ihre Studenten in einem „Eignungsfeststellungsverfahren“ selbst aussucht. Das Auswahlverfahren garantiere quasi nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz, so Herrmann, und gäbe damit den Investoren die notwendige Investitionssicherheit
Bevor aber die Stimmen derer lauter würden, die Studiengebühren verlangen, solle die Diskussion auf eine sachliche Grundlage gestellt werden, fordert derweil die „Darmstadt-Kassel-Runde“, ein Forum von Hochschulexperten. Erstaunlich selten würden die Erkenntnisse aus empirischen Untersuchungen zur Kenntnis genommen. „Die aktuelle Diskussion um die Einführung von Studiengebühren übersieht weitgehend die viel gravierenderen Kosten-Faktoren, nämlich die Lebenshaltungskosten der Studierenden und die staatliche Studienförderung“, heißt es in einer Pressemeldung. Diese Ergebnisse gehen aus einer europäischen Vergleichsstudie des Wissenschaftlichen Zentrums für Berufs- und Hochschulforschung der Universität Kassel hervor. Gegenüber den Studiengebühren lägen die Kosten der Lebenshaltung in Europa sehr hoch, nämlich zwischen 426 € in Portugal und 800 € in Frankreich, der Schweiz und Dänemark. Die höchsten Studiengebühren werden mit 136 € pro Monat in Großbritannien erhoben. In fünf Ländern werden derzeit keine Studiengebühren für das Erststudium verlangt. Die Gefördertenquote zeigt erhebliche Unterschiede und bewegt sich zwischen 5 % und über 80 %, wobei Deutschland mit etwa 25 % noch immer deutlich im unteren Bereich liegt.
Vor allem in Nordeuropa werden fast alle Studierenden gefördert, Studiengebühren jedoch nicht erhoben. „Die Studierenden werden als das künftige Potenzial des Landes betrachtet, in das es zu investieren gilt“, heißt es in der internationalen Studie. Für Irland, Großbritannien und teilweise für Deutschland gilt: Neben die staatliche Studienförderung tritt die Erwartung, dass auch die Familie zur Versorgung beiträgt. In Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland werden die Studierenden vor allem als Kinder ihrer Familie gesehen. Hilfen des Staates kommen allenfalls bedürftigen Familien zu.
Während die Münchner Hochschule in der von ihr initiierten Gegenfinanzierung ein zukunftsweisendes Modell sieht, droht der Politik ein Studiengebühren-Desaster. Wie das Magazin „Der Spiegel“ herausfand, könnten Studenten diese Ausgaben als „vorweggenommene Werbungskosten“ von der Steuer absetzen.PETER ILG/ws

Von Ilg/Wolfgang Schmitz

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