Hochschule

Ingenieur-Studium mit reichlich Praxiserfahrung

frühe und gründliche Praxiserfahrung. Die Akademien stehen mit den Unternehmen im regen Austausch und können so direkt auf deren Anforderungen reagieren. So entstand z. B. an der BA Mosbach der neue Studiengang „Virtual Engineering“.

Die Berufsakademie (BA) Mosbach bietet ab dem kommenden Wintersemester im Fachbereich Maschinenbau einen neuen Studiengang an: Virtual Engineering. Für Andreas Schmitt kommt das Angebot zu spät. Schmitt wird schon in wenigen Wochen sein Studium mit Fachrichtung Konstruktion abgeschlossen haben und als Diplomingenieur ins Berufsleben starten. Doch die betrieblichen Erfahrungen, die er während des Studiums sammelte, haben ihm gezeigt, wie wichtig es heute für den Maschinenbau-Ingenieur ist, sich im Schnittstellenbereich von Konstruktion und Simulation auszukennen. „Die 3D-CAD Konstruktionen stellt zwar die Basis dar. Doch um effektiv arbeiten zu können, müssen Konstruktion und Simulation sich gegenseitig ergänzen“, sagt er.
Schmitt und seine Kommilitonen haben sich für den neuen Studiengang stark gemacht. Dass solche Impulse aus ihren Reihen kommen, überrascht nicht, denn das dual angelegte Studium der Berufsakademien ist so aufgebaut, dass im dreimonatigen Rhythmus praktische Ausbildung im Unternehmen und theoretischer Unterricht an der BA wechseln. Das hat auch zur Folge, dass die Studenten schneller und gründlicher als ihre gleichaltrigen Kollegen an Uni und FH mit der betrieblichen Praxis vertraut sind. Der rege Wissens- und Ideenaustausch zwischen BA und Unternehmen lässt außerdem Trends und Tendenzen schnell erkennbar werden und ermöglicht eine rasche Anpassung der Lehrinhalte an die Anforderungen des Marktes. So ist der Studiengang „Virtual Engineering“ die Antwort der BA Mosbach auf die immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen in der Industrie, die im Gegenzug immer genauere Vorhersagen über Funktionalität und Verhalten der Produkte erforderlich macht.
Als der heute 23-jährige Andreas Schmitt nach dem Abitur in seiner Heimatstadt Fulda zum Arbeitsamt ging, um sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten beraten zu lassen, war die Bedeutung des Virtual Engineering noch lange nicht in dieser Schärfe erkennbar. „Ich wollte etwas Praktisches tun und Technik hat mich schon immer interessiert“, erzählt Schmitt rückblickend. Physik war zwar nie sein Lieblingsfach, umso mehr Spaß hatte der angehende Student aber an der Mathematik. Er entschied sich, Maschinenbau zu studieren, und dies an der Berufsakademie Mosbach zu tun.
Vom Arbeitsamt erhielt er eine Liste der Unternehmen, die in Zusammenarbeit mit den Berufsakademien Ingenieure ausbilden. Nur zwei Bewerbungen schickte der angehende Student los, und erhielt prompt eine Zusage. Schmitt führt diesen schnellen Erfolg unter anderem darauf zurück, dass viele Unternehmen mittlerweile händeringend Nachwuchs suchen. Der neue Lebensabschnitt des angehenden Ingenieurs jedenfalls begann mit der Vertragsunterzeichnung bei der Edag Engineering + Design AG in Fulda, die sich auf Fahrzeug- und Anlagenentwicklung spezialisiert hat. Weltweit beschäftigt dieser Zulieferer für die Automobilindustrie über 3000 Mitarbeiter.
Ein guter Griff, wie Schmitt meint: „Die Aussicht, innerhalb von drei Jahren meinen Abschluss machen zu können, war für mich verlockend.“ Manchmal habe ihn allerdings schon der Neid gepackt beim Blick auf seine Kommilitonen an der Universität – gesteht er rückblickend. Ein halbes Jahr Ferien, sei bei denen durchaus mal drin. Sein eigener Urlaubskalender sah dagegen gerade mal 30 Tage vor. Im Durchschnitt 32 Wochenstunden fallen im Semester an der Berufsakademie an. Nach jedem Theorieblock sind Prüfungen abzulegen. Da geraten selbst gute Studenten wie Schmitt gelegentlich ins Schwitzen. „Man benötigt schon ein gewisses Stehvermögen, wenn am Freitag die letzte Klausur geschrieben wird und am Montag gleich der Praxisteil in der Firma beginnt“, sagt er.
Andererseits kam die konsequente Ausrichtung des Studiums an der betrieblichen Praxis Schmitts zielstrebiger Natur entgegen. Ein Übernahmevertrag mit der Edag sichert ihm außerdem seine nahe berufliche Zukunft. Und dann gibt es da noch etwas, das vielen Studenten die Entscheidung für die Berufsakademie erleichtert. Die Firmen übernehmen während des Studiums nicht nur die Ausbildungskosten, sondern die Studenten erhalten auch eine monatliche Zahlung, die etwa der eines Azubi-Gehaltes entspricht.
In den ersten zwei Semestern durchlief Andreas Schmitt die klassische Ausbildung in den Lehrwerkstätten, lernte das firmeninterne CAD-System kennen und sammelte erste Erfahrungen im Bereich der Betriebsmittelkonstruktion. Doch stellte der Student auch fest, dass gerade Unternehmen wie der Edag, deren Kerngeschäft sich im Entwicklungsbereich abspielt, auf Simulationsprozesse nicht mehr verzichten können: „Das ist das tägliche Brot.“
Also beschäftigte sich Schmitt auch während seiner Ausbildung an der BA Mosbach mit diesen Themen, so weit sie – im Vorgriff auf den neuen Studiengang Virtual Engineering – bereits angeboten wurden. Projektorientierte Vorlesungen, in denen es z.B. um Strömungsberechnung ging, waren für den ehrgeizigen Studenten ein „Muss“, denn „Konstrukteur zu sein, heißt ja nicht unbedingt, ein Leben lang zu konstruieren“, sagte er sich.
Doch zunächst beginnt am 1. Oktober, wenn der Student Schmitt seine Diplomarbeit zum Thema „Gestaltung von Konstruktionsrichtlinien“ abgegeben hat, die neue berufliche Etappe des Maschinenbauingenieurs und Konstrukteurs. Kein besonderer Tag, nur ein anderer. Er wird bei der Edag bleiben – in der gleichen Abteilung, am gleichen Schreibtisch, bei den vertrauten Kollegen. Der Praxisschock – wie ihn weniger profilierte Hochschulabgänger zuweilen erleben – bleibt ihm erspart. MONIKA ETSPÜLER

Virtual Engineering an der Berufsakademie Mosbach
Studium vermittelt Spezialkenntnisse
Von den rund 1500 Studenten der Berufsakademie Mosbach studieren etwa 180 die Fachrichtung Maschinenbau. In den ersten vier Semestern werden die klassischen Grundlagen wie Mathematik, Konstruktion, Mechanik und Thermodynamik vermittelt. Im 5. und 6. Semester folgt das sogenannte Vertiefungsstudium mit anschließender Diplomarbeit. Das Vertiefungsstudium bestand bisher aus den Studiengängen „Konstruktion“ und „Kunststofftechnik“. Ab Oktober wird der neue Studiengang „Virtual Engineering“ unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Janoske angeboten. Das dual angelegte Studium bildet Maschinenbauingenieure mit speziellen Fachkenntnissen in Konstruktions-, Simulations- und Visualisierungsprogrammen aus. Schon im Grundstudium erlernen die Studenten dann Simulationsmethoden und Verfahren zur rechnergestützten Konstruktion. Spezielle Vorlesungen im 5. und 6. Semester werden durch Projekte und Laborübungen ergänzt. Kernelemente stellen dabei die Vorlesungen „Simulationssysteme im Maschinenbau“ und „Virtual-Reality-Systeme“ dar. Die BA Mosbach reagiert damit auf die wachsenden Anforderungen der Arbeitgeber. ets

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