Technikunterricht 14.02.2003, 18:23 Uhr

In Mathematik mangelhaft

Die Mehrzahl schaffte nicht einmal die Hälfte der Aufgaben, die ohnehin nur den Schulstoff bis zur 10. Klasse enthielten.

Was bisher befürchtet wurde, ist jetzt bewiesen: Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland beherrschen neue Studenten eine wichtige Kulturtechnik nur mangelhaft. Dabei fragten die Aufgaben lediglich die Fertigkeiten der Mittleren Reife ab: Lösen von Gleichungen, Wurzel- und Potenzrechnung, Logarithmen, einfache lineare Gleichungssysteme, Grundkenntnisse über Graphen von Funktionen, elementare Geometrie. Der Abiturstoff war ausgeklammert.
Trotzdem löste die Mehrzahl der Studienanfänger des Wintersemesters 2002/2003 nur zwei bis vier der insgesamt zehn Testaufgaben richtig. Und nur ein Viertel war in der Lage, mindestens sechs Testaufgaben korrekt zu Ende zu bringen. „Es gab keine Ausreißer nach oben oder unten und regionale oder gar fachhochschulspezifische Unterschiede waren nicht erkennbar“, fasst Prof. Dr. Wieland Richter vom Soester Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik der FH Südwestfalen die Ergebnisse zusammen.
Auch Prof. Michael Knorrenschild von der FH Bochum hat mit Mathematik-Unwissen bei seinen Studierenden zu kämpfen. Beim algebraischen Umformen stellt er die größten Mängel fest. Zwar biete auch seine FH zweiwöchige Mathematik-Vorkurse an, „man kann dort aber nur auffrischen, was vorher schon gelehrt wurde. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Schulbildung nachzuholen“, sagt der Mitinitiator des Arbeitskreises Ingenieurmathematik.
Soll und Ist klaffen in der Schule auseinander, resümiert Knorrenschild. Die Folgen seien Frust an der Hochschule und hohe Durchfallquoten im Grundstudium. Eine Änderung ist in Sicht, denn das NRW-Schulministerium ist dabei, die Lehreraus- und -fortbildung umzugestalten. „Aber das greift frühestens in fünf Jahren, wenn überhaupt.“
Am NRW-Schulministerium ist man nicht überrascht von der Studie und seit Pisa gewarnt. Derzeit sei ein Kern-Curriculum für die Klassen 5 bis 10 in Arbeit, das Mindestanforderungen an die Schüler formuliere. Bei dessen Entwicklung seien auch Arbeitgeberverbände und Fachhochschulen eingeladen, mitzumachen. Außerdem würden spätestens 2005 Lernstandserhebungen in Klasse 9 eingeführt, um gegebenenfalls in der Restschulzeit nachzubessern. JOACHIM HECKER

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