Hockenheimring

HorsePower setzt auf Sieg bei Formula Student Electric

Mit seinem Rennwagen eH11 setzt das HorsePower-Team der Uni Hannover bei der Formula Student Electric vom 2. bis 7. August am Hockenheimring auf Sieg. Gegen 30 Konkurrenten wird es sein Können unter Beweis stellen müssen.

Pralle Sonne, heißer Asphalt, eine Brise Schmieröl und Lack in der Luft, eine hangargroße Werkshalle, davor junge Männer, die letzte Hand an einen Rennboliden legen. Alle wirken extrem konzentriert, jeder Handgriff scheint geplant. Da kommt Formel-I-Stimmung auf. „Aber Benzin im Blut haben wir nicht“, lacht Willem Tomforde, organisatorischer Leiter HorsePowerHannover, ein Team aus insgesamt 30 Ingenieurstudenten der Uni Hannover. Schließlich beteiligt sich sein Team in diesem Jahr an der Formula Student Electric, dem Konstruktionswettbewerb für elektrisch angetriebene Fahrzeuge.

Kein Abgasgeruch also, kein sattes Röhren aus vollen Rohren, wenn der in Hannover konstruierte Bolide „electricHorse2011“, kurz eH11, Anfang August gegen 30 Konkurrenten aus neun europäischen Ländern auf dem Hockenheimring ins Rennen geschickt wird. Zwei Profi-Rennfahrer konnte das Hannoveraner Team dennoch verpflichten. Ein Glücksfall, wie Tomforde schwärmt. „Die beiden sind Kommilitonen von uns.“

Formula Student Electric: HorsePower-Team mit „electricHorse2011“ dabei

Noch aber sind nicht alle Bedingungen für die hannoverschen Konstrukteure optimal. „In der Werkshalle des Produktionstechnischen Zentrums wurde uns ein enger Drahtkäfig freigeräumt“, erzählt Tomforde. Also werken die Studenten im Freien, wenn das Wetter mitspielt. Das Formula Student-Team der TU Delft dagegen kann in einer eigenen Halle und mit sehr viel mehr Ressourcen konstruieren. „Aber der Uni-Präsident übernahm die Schirmherrschaft des Projekts und unser väterlicher Professor Friedrich-Wilhelm Bach hat seine Tür für uns immer offen“, erinnert Tomforde. Auch sein Budget hat sich seit 2010, als das Team mit einem Verbrennermodell im klassischen Formula Student-Wettbewerb antrat, auf rund 150 000 € in Sachwert und Geld verdoppelt.

Alles am hannoverschen E-Flitzer ist geschenkt oder gesponsert, wobei „Naturalien“ einfacher zu bekommen sind als Geldbeträge, so Tomforde. „Als wir mit einer Wunschliste auf Sammeltour über die Hannover Messe zogen, ergatterten wir viele Teile.“ Wer mag schon einem aufgestellten Team dringend benötigte Materialien verweigern? Die Investitionen dürften sich ohnehin lohnen, macht doch der hannoversche Renner nicht nur eine gute Figur er verspricht auch, einen Top-Platz einzufahren.

Doch es geht nicht allein um den Rennerfolg. Die Formula Student-Jury bewertet vor allem das Gesamtkonzept, das die Studenten samt Vermarktung und Kostenmanagement begründen müssen, sowie die reale Leistungsfähigkeit des Wagens, dessen Effizienz, Performance, Schnelligkeit.

30 HorsePower-Mitglieder arbeiten auf Finale der Formula Student Electric hin

Ein Jahr arbeiteten die 30 HorsePower-Mitglieder auf den Tag der Entscheidung hin, „opferten“ zwei Studiensemester und fast die komplette Freizeit. Spaß machten Entwicklung und Konstruktion trotzdem. „Der Wettbewerb ist doch selbst ein total abwechslungsreiches Hobby“, meint der technische Leiter der HorsePower-Crew, Mechatronik-Student Benjamin Knebusch. Täglich wurde das Team vor neue Herausforderungen gestellt. Und wenn eine Baustelle fertig war, tauchten zwei neue auf. „Das war 100 % Praxis mit Stresstest, Teamerfahrung, komplexen technischen Aufgaben, wenn nötig auch Schichtbetrieb – aber auch neuen, wasserdichten Freundschaften“, resümiert Knebusch.

Bei Bewerbungen jedenfalls ist die Wettbewerbs-Teilnahme eine glasklare Empfehlung. Mehr Erfahrung ist neben dem Studium nicht zu bekommen. Und wer sich an die Electric-Sparte traut, beweist außerdem Zukunftspotenzial. Entsprechend innovativ ist auch der eH11.

„Wir mussten ein Optimum zwischen Gewicht und Batterie finden“, so Knebusch. „Nun reicht die Batterie im Rennbetrieb etwa eine halbe Stunde, im Normalbetrieb vielleicht vier Stunden.“ Angetrieben wird der eH11 von zwei unabhängigen permanent erregten Synchronmaschinen mit je 47 kW Spitzenleistung oder gesamt 130 PS.

„Jeder Motor kann unabhängig ein Hinterrad antreiben, was den Einsatz des sogenannten Torque Vectoring ermöglicht, den Wagen in Kurven also spurstabiler macht“, erklärt Knebusch. 420 Lithium-Polymer-Zellen schaffen eine Spannungsebene von maximal 600 V und sorgen für einen Energiespeicher von 7,7 kWh. Die Leistung wird von einem Batteriemanagement, das die Studenten selbst entwickelt haben, laufend kontrolliert. Und ein ebenfalls selbst entwickeltes IT-Netzwerk hält das Hochvolt-System von der Steuerelektronik getrennt.

Jedem Konstrukteur waren Arbeitspakete zugeteilt, die er in vorgegebenen Zeiten zu erledigen hatte. Viel Kreativität steckten sie in die Sicherheit, etwa in eine Alu-Wabenstruktur, die beim Frontal-Crashtest mit 30 km/h die Kräfte auf das Chassis fast vollständig absorbierte. Klar, dass die Konstrukteure die besten Materialien auswählten. Viel leichtgewichtiges Carbon etwa. Manches allerdings konnte zwar entwickelt, aber nicht selbst hergestellt werden, wie das von Bosch gesponserte Kegelradgetriebe. Einer Ikone gleich thronte das perfekt gearbeitete Stück vor seinem Einbau sichtbar glänzend auf einer Werkbank des „Drahtkäfigs“ und entlockte selbst arbeitsversunkenen Konstrukteuren kurze Pausen ehrfurchtsvollen Staunens.

Formula Student prägt viele der teilnehmenden Studenten nachhaltig

Das Formula Student-Jahr prägt die Studenten einige setzen sich in Studien- oder Masterarbeiten mit den Entwicklungen weiter auseinander. Die nächste Formula Student-Generation wird davon profitieren – und die Sponsoren. VW hat das Potenzial der eH11-Entwicklung bereits gewürdigt: Das hannoversche Team hat den VW-Wettbewerb für elektrische Antriebskonzepte in Formula Student Electric-Fahrzeugen gewonnen und dafür 15 000 € kassiert.

www.horsepower-hannover.de

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